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Kreuth, quo vadis? Josef Bierschneider gab bei der Bürgerversammlung einen Aus- und einen Rückblick. Den einzigen Antrag hatte ein Bürger eingereicht, der sich Sorgen hinsichtlich überbordender Bauwut macht.

Bürger sind besorgt

Drohen Kreuth Rottacher Verhältnisse?

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Die Bauwut in den Nachbargemeinden besorgt auch die Nachbarn in Kreuth. Sie könnte übergreifen, bangen manche. Bürgermeister Josef Bierschneider beschwichtigt.

Kreuth – Nein, einen konkreten Anlass gebe es nicht, sagt Peter Gloggner aus Kreuth. „Doch die Sorgen sind da.“ Was er meint und was der gebürtige Kreuther auch bei der Bürgerversammlung am Dienstag in Form eines Antrags vorgebracht hat, ist die ausufernde Bebauung in der Nachbarschaft, namentlich insbesondere in Rottach-Egern. „Ich weiß um die Schwierigkeiten des Baurechts und wollte wissen, wie unser Bürgermeister die Entwicklungen sieht“, sagt Gloggner gegenüber unserer Zeitung.

Wie berichtet, sah sich der Rottacher Gemeinderat zuletzt dazu gezwungen, nicht mehr bloß auf die Bauwut im Ort zu reagieren, sondern aktiv gegenzusteuern und die Bebauung auf ein erträgliches Minimum zu reduzieren. So werden nun zum Beispiel Bebauungspläne für das Gebiet Kobell- und Werinherstraße sowie für das Wohngebiet zwischen Forellen- und Fischerstraße entwickelt – Veränderungssperre inklusive.

In Kreuth, das führte Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) im Schützenhaus aus, sei der Fall ganz anders gelagert, die Situation seines Erachtens nicht direkt mit Rottach vergleichbar. Dort gebe es nämlich zahlreiche recht große Grundstücke mit großen Häusern. Kreuth hingegen verfüge über viel Außenbereich, ausufernde Bauaktivitäten seien entsprechend allein durch das Baurecht stark eingeschränkt – Erweiterungen oft ohnehin nicht möglich. Und auch im Innenbereich mit seinen überwiegend kleinen Grundstücken schöpfe die Gemeinde die Möglichkeiten des Baurechts aus.

Etwaige Sorgen kann der Bürgermeister dennoch gut nachvollziehen. Würden doch auch in Kreuth vereinzelt Bauträger versuchen, das Maximum für ihre Projekte herauszuholen. Die Gemeinde steuere in solchen Fällen aber vehement gegen. „Die verlieren dann auch die Lust, wenn sie den Widerstand merken“, sagt Bierschneider auf Nachfrage. Insgesamt, das betonte der Rathauschef in der Bürgerversammlung, „ist das Problem hier nicht ganz so präsent.“

Dennoch müsse man als Gemeinde wachsam sein. „Um nicht irgendwann Verhältnisse wie in Tirol zu bekommen, wo jeder ohne Linie bauen darf, wie er will“. Das Thema Baukultur sei nicht nur ihm, sondern dem gesamten Gemeinderat überaus wichtig. „Wir sind uns darin einig, dass wir unsere natürlichen Grundlagen erhalten müssen“, versichert das Gemeindeoberhaupt. Deshalb habe man ja bereits seit Jahrzehnten eine der strengsten Ortgestaltungssatzungen im Tal. Und diese werde fortlaufend geändert und angepasst. Etwa, „wenn findige Bauherren eine Lücke ausmachen“. Er jedenfalls habe den Eindruck, „dass wir das bisher gut im Griff haben“. Klar sei aber auch, dass man keine umfassende Entwarnung geben könne.

Immerhin: Peter Gloggner beruhigen die Aussagen des Bürgermeisters. Er habe das Gefühl, „dass die Gemeinde ein Auge darauf hat“ – mahnt jedoch: „Das Thema bewegt. Man darf da die Hände auch künftig nicht in den Schoß legen.“

ah

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