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Will mit gutem Beispiel vorangehen: Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider vor seinem Rathaus.

Gemeinde will gutes Beispiel geben

Ein Energiekonzept für zwei Kreuther „Quartiere“

Kreuth will Energie sparen. Dafür soll jetzt erstmal ein Energie-Konzept für für zwei „Quartiere“ in Weissach gemacht werden. Was das genau ist, versuchte man nun im Gemeinderat zu klären.

Kreuth– Das Ziel der Energiewende Oberland (EWO) ist altbekannt: Bis zum Jahr 2035 möchte man unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider nimmt alle Gemeinden in die Verantwortung: „Dafür muss jeder seinen Beitrag leisten. Aber es ist an den Gemeinden voranzugehen, um ein gutes Beispiel zu geben und so als Motor zu wirken.“

Deshalb möchte Kreuth ein Energie-Quartierskonzept für einzelne Ortsteile der Gemeinde erstellen lassen. Den Anfang sollen zwei Quartiere in Weissach Süd und Nord machen: der Bereich zwischen Rainerweg und Ringbergweg sowie der zwischen Mühlbachweg und In der Traten. Für ein Energie-Quartierskonzept werden von Energieexperten die energetische Ausgangssituation einer Siedlung erfasst, Potenziale beim Sparen von Energie aber auch die regionalen Möglichkeiten erneuerbarer Energien geprüft und entsprechende Strategien entwickelt.

Beispielsweise gibt es Möglichkeiten, Gebäude hinsichtlich Strom, Wärme oder auch über einen Quartierspeicher zusammenzuschließen. Anstatt dass jeder eine eigene Heizung hat, könnte eine Anlage mehrere Häuser versorgen – womöglich aus einem Mix aus Bioenergie, Solar-, Wind- und Wasserkraft sowie Geothermie. „Es soll ein Zusammenspiel sein. Eine Patentlösung gibt es nicht“, sagte Stefan Drexlmeier von der EWO. „Sie muss individuell am Markt und am Projekt entwickelt, mit den Hausbesitzern oder Hausverwaltungen besprochen und auch in die technische Zukunft gedacht werden.“

Zusammen mit seinem Kollegen Andreas Scharli und dem Rottacher Energieberater Franz Hagn hat er dem Gremium die Vorgehensweise des EKO erläutert und sich mit Berichten über Referenzprojekte wie den Energiekonzepten in Valley in Steingaden und Warngau beworben. Wer den Zuschlag für das Energiekonzept bekommt, entscheidet der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung. Das Argument, dass die Energieberater des EKO nicht nur Fragebogen auswerten, sondern vor Ort ein Gespür für das Quartier bekommen wollen, kam in Kreuth schon mal gut an.

Alexandra Korimorth 

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