Einsatz am Leonhardstein: Bergretter proben den Ernstfall
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Einsatz am Leonhardstein: Bergretter proben den Ernstfall - die Bilder.
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Spektakuläre Übung am Leonhardstein

Protokoll: So reagieren unsere Bergretter im Ernstfall

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Ein Kletterer verletzt sich schwer, hängt kurz vor dem Gipfel fest. Das Wetter lässt keinen Hubschrauber zu. Die Bergwacht probte den GAU. Protokoll einer spektakulären Übung.

Kreuth - Strömender Regen, der Gipfel in dunkle Wolken gehüllt - das Wetter hätte für die Übung nicht besser sein können. Die Bergwachten Hausham und Rottach-Egern hatten sich mit 27 Mann am Fuße des Leonhardstein versammelt, um den schlimmsten Fall zu proben. Die Einsatzmeldung um 8 Uhr:

Die Meldung

„Kletterunfall kurz vor dem Ausstieg am Leonhardstein-Gipfel, Gemeinde Kreuth. Ein Kletterer hat sich am Bein verletzt und kommt nicht mehr weiter. Melder ist der Kletterpartner. Alarmierung der Bergwacht über die Rettungsleitstelle. Eine Hubschrauberbergung ist wegen Regen und Wolken nicht möglich. Die Rettung erfolgt bodengebunden“. 

Die Technik

Drei Einsatzleiter sind in so einem Ernstfall verantwortlich. Der Bergwachteinsatzleiter koordiniert alle Kräfte vom Tal aus. Der „Leiter Abschnitt Berg“ unterstützt in einer mobilen Einsatzzentrale. In diesem Fall: Das hochmoderne Technikfahrzeug der Haushamer. Es ist mit modernsten Computern, Funk, Video und anderen Schikanen ausgestattet. Netter Nebeneffekt: Mit Hilfe dessen Hilfe konnten die Bergwachtler die Übung wunderbar aufzeichnen. Nebenbei wurde das neue Echtzeit Ortungssystem in Rettungswache und Technikfahrzeug getestet: Über Livetracking lassen sich inzwischen die Smartphones der Einsatzkräfte in Echtzeit orten. Einziger Wehrmutstropfen: Die Drohne - ebenfalls teil des Fahrzeugs - konnte wegen des Regens nicht starten.

Die Einschätzung

Aber weiter im Ernstfall: Der Abschnittsleiter Berg fährt mit dem Rettungsteam so weit, wie die Fahrzeuge eben können. Im Falle des Leonhardsteins: Bis von einem Forstweg der Steig die spitze Felsnadel hinauf abzweigt. Ab hier übernimmt der dritte Chef, der „Leiter Einsatzstelle“. Er führt das Team durch den strömenden Regen hinauf zum Verunglückten. Alle drei Einsatzleiter sind per Funk immer miteinander verbunden. 

Vorab steigen zwei Retter zur angegebenen Einsatzstelle auf, um Kontakt zu der Seilschaft aufzunehmen, eine Lagemeldung abzugeben und eine Seilsicherung für die nachfolgenden Retter aufzubauen. Und dabei bekommen sie gleich das erste Problem: Zwar hatte der Kletterpartner seinen verletzten Kameraden gesichert, bergen konnte er aber selbst nicht.

Die Ausrüstung

Kein Wunder: Der Schwerverletzte hängt 30 Meter unterhalb seines Partners. Nachdem die Lage gecheckt und nach unten gemeldet ist, steigen zwölf weitere Bergretter auf. Sie haben die Rettungsausrüstung dabei. Und das ist ganz schön was zu tragen. Für die Rettung selbst: 400 Meter Seil. Zum Abtransport eine leichte Gebirgstrage. Außerdem immer dabei: Akku-Bohrer, Felsdübel, Bohrhaken sowie medizinisches Equipment und weiteres Sicherungsmaterial. Damit nicht genug trägt freilich jeder Retter seine eigene Schutzausrüstung, bestehend aus Anseilgurt, Sicherungsschlinge und Helm. 

Die Bergung

Zügig richteten die Retter die Abseilstelle ein. Mit dem Seilsatz lässt ein Sicherungsteam zwei Retter zum Verunfallten ab und zieht ihn nach medizinischem Check zusammen mit den Rettern wieder nach oben. Die Bergwachtnotärztin versorgt das Opfer medizinisch, die Retter fixieren ihn in der Gebirgstrage. Auch zum Abtransport kommt der Seilsatz zum Sichern und Ablassen der Gebirgstrage zum Einsatz. Wegen der langen Abseilstrecke müssen die Retter mehrmals einen neuen Standplatz bauen. Gegen 15 Uhr erreichten sie das Tal. Der Verletzte kann von hier mit dem Krankenwagen nach Agatharied gebracht werden. 

„Die Übung diente auch dazu, dass wir uns untereinander besser kennenlernen“, sagt der Rottacher Schriftführer Maximilian Meder. „Damit für zukünftige Großeinsätze die Zusammenarbeit reibungslos klappt.“

kmm/Bergwacht Rottach-Egern

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