Es ist die erste in Europa seit 25 Jahren

Europäische Luftschiffmeisterschaft kommt an den Tegernsee

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Kreuth - Zwölf Luftschiff-Piloten aus ganz Europa treten Ende Februar gegeneinander an – vier Tage lang und von Kreuth bis Kaltenbrunn. Besser, größer, lauter als im Vorjahr soll das Mega-Event werden.

Die Tal-Bewohner werden sie noch in Erinnerung haben, die Kolosse, die im Januar ihre Bahnen über den Tegernsee zogen. Das war die erste Deutsche Luftschiffmeisterschaft überhaupt. Sie ist bei Piloten, Touristen, Touristikern und den überregionalen Medien so gut angekommen, dass Helmut Seitz, selbst leidenschaftlicher Luftschiffpilot, Anfang 2016 eins draufsetzt.

„Andere Art der Bewegung“: (v.l.) Luftschiffpilot Helmut Seitz erklärt Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider und TTT-Veranstaltungsmanager Peter Rie die Faszination des Fliegens.

Von 24. bis 29. Februar startet die erste Luftschiff-Europameisterschaft seit über 25 Jahren – und das wieder am und überm Tegernsee. Bei einem Pressegespräch am Dienstag im Stieler-Haus haben die Organisatoren ihr Projekt vorgestellt. Auch dieses Mal steckt die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) viel Geld und Arbeitskraft in das Mega-Event. „Das Presseecho war enorm“, erklärt TTT-Eventmanager Peter Rie die Unterstützung. Er könne den Werbeeffekt fürs Tal nicht hoch genug einschätzen. „Die Bilder gehen um die Welt.“ Die Meisterschaft war Foto des Tages beim Nachrichtendienst dpa, n-tv, RTL und ZDF berichteten, außerdem die Medien der Heimatregionen der Piloten. Und die Piloten selbst kommen nicht alleine aus ganz Europa an den See, sondern jeder mit einem großen Team. So ein Luftschiff, dessen Zeltplane wie ein Heißluftballon mit Propangas aufgeblasen wird, will transportiert, aufgebaut und nach Wettkampftag bei der Landung wieder eingefangen werden.

Eine Pilotin heißt Pia Marie Witt. Die 39-Jährige ist seit Beginn ihrer Karriere die einzige Frau der Branche. Witt ist Ausbilderin, Ballonfahrerin, hat über dem Tegernsee den zweiten Platz geholt und ist deshalb heiße Anwärterin auf den EM-Titel. „So ein Luftschiff ist etwas ganz anderes“, erklärt sie ihre Begeisterung. Anders als beim Ballon kann der Pilot steuern, wohin er möchte, ist kaum auf den Wind angewiesen.

Ein bisschen gefehlt hat im Vorjahr noch die Betreuung des Publikums vor Ort. „Die Meisterschaft im Januar war Neuland für uns.“ Da will die TTT jetzt Gas geben. Rie schwebt ein Moderator vor, der die vier Wettkampftage lang vom Startplatz aus erklärt, was so wohin abfliegt. Der Start- und Landeplatz liegt gegenüber der Naturkäserei auf der Wiese der Familie Hatzl im Kreuther Ortsteil Oberhof. Kreuth ist Mit-Veranstalter, beteiligt sich finanziell und mit einer eigenen Wiese neben der Naturkäserei, die als Parkplatz dienen soll – immer vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Schnee, Kälte, Sonnenschein und Windstille wären optimal.

Beim Wettkampf im Januar allerdings hat’s oft geschneit und gewindet. „Aber wir hatten trotzdem drei Starts. Öfter als in den internationalen Wettkampfregeln vorgeschrieben“, sagt Seitz. Übers Wetter mache er sich daher keine Sorgen. Umso mehr freut sich der Veranstalter über den neuen Startplatz. Beim ersten Wettkampf stiegen die Schiffe vom Sonnenmoos in Rottach-Egern auf – für Zuschauer wie Piloten kein optimaler Platz. „Die Anfahrt war sehr eng. Parkmöglichkeiten gab’s praktisch keine.“

Insgesamt soll die EM also wesentlich publikumsfreundlicher werden. „Vielleicht machen wir auch etwas gemeinsam mit Kaltenbrunn“, überlegt Rie. Auf das Gut fliegen die Luftschiffe beim größten Rennen zu. Aber das wollen Seitz, Rie & Co. jetzt alles planen. Wenn alles klappt, könnte Kreuth in die Luftschiff-Geschichte eingehen. Die letzte EM ist schließlich ein Vierteljahrhundert her. Wer weiß also, wann die nächste kommt. Seitz zu Bierschneider: „Das ist ein sehr nachhaltiger Werbeeffekt für Sie.“

Rubriklistenbild: © tp/Archiv

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