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Licht ins Dunkel: Herzogin Helene verrät unserer Zeitung ihre Pläne.

Herzogin lüftet ihr Geheimnis

Exklusiv: Das wird aus Wildbad Kreuth

Herzogin Helene in Bayern und ihr Architekt verraten uns ihre Pläne für ein Heilbad 2.0 in Wildbad Kreuth. Und die sind schon ziemlich konkret. Auch zur CSU äußert sie sich.

Die ersten Pläne hat Architekt Robert Ketterer Herzogin Helene schon vorgelegt.

Kreuth Die legendären CSU-Treffs mit viel Polit-Prominenz haben Wildbad Kreuth berühmt gemacht. Zumindest in den vergangenen 40 Jahren. Herzogin Helene in Bayern denkt weiter zurück. Nach dem Ende des Vertrags mit der Hanns-Seidel-Stiftung will sie an ganz alte Zeiten anknüpfen, wie sie in einem exklusiven Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. „Wildbad Kreuth hat seit 1490 eine große Geschichte als Heilbad. Da liegt es nah und ist geradezu natürlich, dass dieser besondere Ort wieder zu einem Ort der Heilung werden könnte“, meint die Herzogin. Ihr Antrag auf die entsprechende Nutzungsänderung war am Donnerstagabend Thema im Kreuther Gemeinderat.

Noch ist nichts genehmigt - aber einen Investor gibt‘s bereits

Das historische Foto zeigt Wildbad Kreuth zwischen den Weltkriegen. Im Rahmen von Sanierung und Umbau will Herzogin Helene den Originalzustand weitgehend wiederherstellen.

Die Herzogin muss noch einige Genehmigungen einholen. Alle betroffenen behördlichen Instanzen, wie auch das Landesamt für Denkmalpflege und der Naturschutz, müssen ihr Okay geben. Erst wenn sie die Nutzungsänderung bewilligen, werden die Unterschriften unter die Investorenverträge gesetzt. Es handle sich um einen Investor aus dem Gesundheitssektor, bestätigt die Herzogin, ohne Namen preiszugeben: „Es ist immer noch eine hoch sensible Phase, und der Investor wird erst genannt, wenn die Unterschriften auf allen Verträgen trocken sind.“ Eine Nutzung als Hotel macht ihres Erachtens übrigens keinen Sinn. „Denn wir haben im Tegernseer Tal ein wunderbares Hotel- und Gästeangebot, das alle Kategorien abdeckt.“

Wildbad Kreuth - ein Rundgang in Bildern

Die ersten Planungen von Architekt Robert Ketterer sehen vor, dass das Gebäude in seinem Bestand und den Ausmaßen erhalten bleibt. Auch weil die nach Osten ausgerichtete Schaufassade und einige Bereiche im Innern als besonders schützenswert eingeordnet sind. Schaue man sich historische Zeichnungen und Pläne an, stelle man fest, dass es sich um drei Baukörper handelt, die mit architektonischen Gelenken verbunden waren. „So ist es für uns wieder erstrebenswert. Die Verschlimmbesserungen durch die Nutzer sollen zurückgebaut, der Originalzustand möglichst nah wieder hergestellt werden“, sagt Ketterer. Es werde aber die Haustechnik mit Elektrik, Heizung, Ab- und Frischwasser komplett erneuert. „Wir wollen wieder zurück zu unseren Wurzeln. Meine Familie und ich haben großes Interesse daran, dass die zukünftige Nutzung mit diesem Ort und seinem Zauber vereinbar ist“, unterstreicht Herzogin Helene. Das heißt, dass die zukünftige Nutzung auch mit dem landwirtschaftlichen Konzept der Herzogin vereinbar sein muss.

Das alte Schwimmbad wirkt wie aus der Zeit gefallen. Im ganzen Haus muss sehr viel saniert werden.

Landwirtschaftliches Konzept: „Ich denke da an Rinder, Ziegen, Schafe...“

„Ich denke da an Rinder, Ziegen und Schafe, allerdings mit Hauptmerkmal auf den Erhalt alter Nutztierrassen“, erklärt sie. Mit den Bienen und dem Honig, den es seit 2015 ausschließlich in der herzoglichen Fischzucht in Kreuth zu kaufen gebe, und der Haflinger-Zucht sei der Anfang ja schon gemacht. Und sie denke auch an die Molke, die hier im Bad einst eine große Rolle spielte. „Die traditionelle Nutzung soll natur- und tierschutzkonform und Bestandteil des Gesamtkonzeptes sein.“ Eine High-Tech-Klinik der Gerätemedizin soll es also nicht werden. Zum weiteren Zeitplan meint die Herzogin, es wäre gut, wenn Anfang des Sommers Klarheit über die künftige Nutzung herrsche. „Denn auch in Wildbad Kreuth gilt: Zeit ist Geld.“

Und wird das geschichtsträchtige Haus nach dem Umbau wieder das Zuhause des Internationalen Musikfests werden? Auch das sei fest in die Planung integriert, verrät die Hausherrin. Und dient es auch wieder als Tagungsort für die CSU? „Das obliegt dann dem Betreiber“, macht sie deutlich.

Man merkt der Herzogin an, wie begeistert sie ist

Man merkt Herzogin Helene an, wie begeistert sie ist. In dem Projekt steckt ihr Herzblut, und sie hofft sehr, dass es allgemein auf Zustimmung stößt. „Meinen Eltern und meinen Schwestern, für die Wildbad Kreuth ja ebenfalls Heimat mit ganz vielen persönlichen Erinnerungen ist, gefällt es sehr gut. Alle sind gespannt,“ verrät die Herzogin. Hier an diesem Ort eine Gesundheitseinrichtung zu entwickeln, sei eine Herausforderung, meint sie. „Das soll, muss und darf nur mit Sinn und Verstand passieren. Wildbad Kreuth als einer der schönsten, prägsamsten und kraftvollsten Orte auf der Welt soll mir, meiner Familie und Mitarbeitern, dem Tal und fürs ganze Land Segen bringen.“

Alexandra Korimorth

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