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Mit den etwa zwölf Zentimeter dicken Reifen lässt es sich bestens auf Schnee fahren. Die Skischule Tegernsee verleiht die Spaß-Fahrräder seit Neuestem am Hirschberg in Kreuth.

Skischule verleiht ab jetzt Trend-Räder

Mit dem Fatbike in die Tegernseer Berge - im Winter

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Kreuth - Auf fetten Reifen durch den Schnee pflügen – und dabei einfach nur Spaß haben. So funktioniert eine neue Sportart aus den USA: das Fatbiken. Der Trend ist nun auch in Kreuth angekommen.

Der Winter 2015/2016 war bisher recht schwach auf der Brust. Da liegt es nahe, das Mountainbike nicht einzumotten, sondern auch im Winter zum Bergradeln zu gehen. Wo normale Mountainbikes aber schnell an ihre Grenzen stoßen – nämlich auf Schnee, Eis oder matschigem Untergrund –, kommt nun vermehrt das Fatbike (zu deutsch: fettes Rad) zum Einsatz. Mit bis zu zwölf Zentimter dicken Reifen und ganz wenig Luftdruck lässt sich mit diesen Rädern das winterliche Gelände meistern. 

Die Skischule Tegernsee ist auf diesen Zug jetzt aufgesprungen – und verleiht seit kurzem am Hirschberg in Kreuth nicht mehr nur Skier, sondern auch Fatbikes. Die Idee dazu hatte Mitinhaber Stephan Eder (38) – doch auch er hat sich den Trend nur abgeschaut. „Ganz Österreich macht es uns vor“, sagt er. Dort gibt es bereits in vielen Skigebieten auch Fatbike-Stationen. 

Es ist ein Versuch. Bisher haben Eder und seine beiden Skischul-Kollegen Albert Meier und Sepp Becher gerade einmal eine Handvoll Fatbikes in ihrem Verleih. Bei Interesse vermitteln sie außerdem Touren mit einem professionellen Führer. „Denn das Streckennetz vom Hirschberg aus ist ideal“, sagt Eder. Weißachauen, Siebenhütten, Schwarzentenn – all das seien perfekte Strecken fürs Fatbike. Denn eines ist für Eder ganz klar: Auf der präparierten Piste – so bisweilen schon gesehen – hätten die dicken Reifen nichts verloren. „Das stört den Pistenbetrieb.“ Und es werde auch kein Biker mit dem Lift hinaufgekarrt, versichert der Wintersportlehrer.

Unschöne Konflikte, wie es sie zuletzt im Sommer zwischen Mountainbikern und Naturschützern gab, befürchtet Eder nicht. „In Regionen, wo im Winter von Natur aus Ruhe herrschen sollte, kommt man mit dem Fatbike sowieso nicht hin“, ist er überzeugt. Statt auf schmalen Steigen finde der Fatbiker eher auf verschneiten Forststraßen seinen Spaß. Eder ist sich sicher: „Das ist eine nachhaltige und schonende Sache. Das macht nichts kaputt.“ Und es könnte für die Skischule ein zusätzliches Standbein sein. 

Hinzu kommt, dass im Tegernseer Tal derzeit nur einzelne Sportler mit dem speziellen Spaßbike unterwegs sind. „Das ist zwar ein riesiger Hype – hier im Tal aber noch nicht“, weiß auch Andrea Wiedenbauer von dem Unternehmen Powderworld, das die geführten Touren in Kooperation mit der Skischule anbietet. Sie betreibt neben einer Langlauf- auch eine Mountainbikeschule in Kreuth und ist ebenfalls darauf bedacht, Ärger zu vermeiden: „Wir werden unsere Kunden nicht dort hinbringen, wo man sie nicht haben möchte – zum Beispiel auf Langlaufloipen“, versichert die Inhaberin von Powderworld. Vielmehr gehe es um einen familienfreundlichen Spaß im Schnee. Und sowohl Wiedenbauer und Eder sind überzeugt: Das Tegernseer Tal sei eine der schönsten und geeignetsten Regionen zum Mountainbiken – sei es nun im Sommer oder im Winter.

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