Trotz Corona im Zeitplan ist der Erweiterungsbau für den Kindergarten. Der Rohbau ist fertig, jetzt geht’s an den Innenausbau.
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Trotz Corona im Zeitplan ist der Erweiterungsbau für den Kindergarten. Der Rohbau ist fertig, jetzt geht’s an den Innenausbau.

Rückblick und Ausblick

Kreuth hat wichtige Projekte vorangetrieben: Finanzielle Einbußen noch überschaubar

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Der Jahreswechsel ist Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und nach vorne zu schauen. Wir haben uns in den Rathäusern umgehört. Zum Abschluss in Kreuth.

Kreuth – „Wir konnten alles Wichtige erledigen und sind, was Corona angeht, noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) rückblickend auf das Jahr 2020 in der Gemeinde Kreuth. Dass die Kommune das Jahr ganz glimpflich hinter sich gebracht hat, ist drei Faktoren geschuldet: einmal den frühzeitig getroffenen Entscheidungen, einmal den rechtzeitig ergriffenen Maßnahmen und schließlich der Besinnung auf den schon in normalen Zeiten gut funktionierenden Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde. Darauf haben sich die Kreuther eingeschworen und sind während des Corona-Jahrs trotz gebotener Distanz noch enger zusammengerückt – buchstäblich.

Der Kindergarten war das wichtigste Projekt

So lief auch Kreuths wichtigstes Projekt des Jahres – die Erweiterung des Kindergartens um einem Anbau – trotz allem planmäßig: Der Rohbau wurde kürzlich fertiggestellt, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen. Jetzt kann über den Winter der Innenausbau erfolgen. Während des Notbetriebs im Frühjahrs-Lockdown halfen die Kita-Mitarbeiterinnen, die nicht mit der Betreuung von Kindern von Eltern in systemrelevanten Berufen in der Einrichtung beschäftigt waren, bei der Organisation der Kommunalwahl und tüteten Wahlunterlagen ein. Team- und wechselweise halfen die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen bei der Digitalisierung von Unterlagen und Plänen im Bauamt und zogen die Generalreinigung der Kindertagesstätte (baustellenbegleitend) vor.

Das Rathaus konnte geöffnet bleiben

Im Rathaus selbst gewährleisteten kleinere Baumaßnahmen, dass das Rathaus das ganze Jahr über für den Parteienverkehr geöffnet blieb. Das Einwohnermeldeamt mit eigenem Hintereingang wurde mit einem eigenen Glasschalter versehen. Und auch vorne beim Haupteingang zum Rathaus wurde ein verglaster Empfang eingerichtet. „So konnten die Einwohner gefahrlos alle Dienstleistungen weiter nutzen – sogar ohne vorherige Terminabsprache“, sagt Bierschneider stolz. Die Verwaltungsmitarbeiter waren wechselweise im Homeoffice oder – separat – in ihren Büros.

Dabei hat der Rathauschef gelernt: „Videokonferenzen machen vieles einfacher, ersetzen aber nicht persönliche Treffen.“ Das sei vielen im Sommer bewusst geworden, als die Verwaltung nach Monaten erstmals wieder zu einem internen Jubiläum zusammenkam: „Trotz aller eingehaltenen Abstandsregeln und Hygieneregeln war es richtig toll, sich wieder von Angesicht zu Angesicht unterhalten zu können und die Gemeinschaft wieder zu erleben“, sagt Bierschneider.

Gemeinderat auf Wanderschaft

Die galt auch für den Kreuther Gemeinderat. Obwohl schon bei der konstituierenden Sitzung im Mai ein sogenannter Sonder- oder Ferienausschuss beschlossen wurde, der das gesamte Gremium bei schwierigen Bedingungen, Krisen oder Katastrophen ersetzen soll, wurde dieser bis dato noch nicht einberufen. Lieber begab sich das Gremium auf Wanderschaft: Statt im Rathaus tagte es erst in der eiskalten und akustisch suboptimalen Grundschul-Turnhalle. Dann siedelte man in den Sitzungssaal in der Touristinfo um, wo an die Tische geschraubte Glasscheiben die Räte voneinander trennten. Zuletzt fand die Sitzung im Leonhardstoana Hof statt – zwar auch mit gläsernen Trennwänden, aber zudem in lockererem Abstand. „Damit ist unsere Wanderschaft beendet. Wir haben einen gut lüftbaren und gut heizbaren Ort mit guter Akustik gefunden“, erklärt Bierschneider, nachdem er seine Räte zuletzt ermahnt hatte, sich nicht zurückzulehnen und um die Glastrennwände herumzuratschen.

Absage der Feste war bitter

Freilich sei für Kreuth die Absage der Waldfeste, des Musikfests und sonstiger Vereinsjahrtage bitter gewesen. „Aber im Nachhinein konnten im Sommer viele touristische Ausfälle kompensiert werden. Die Übernachtungszahlen im Sommer waren besser als 2018 und 2019“, berichtet der Bürgermeister, auch wenn er einräumt, dass dem Bergsteigerdorf das Weihnachtgeschäft fehlte. Die Steuerausfälle seien daher nicht so hoch wie erwartet, die finanzielle Einbußen überschaubar: „Wir haben Glück gehabt und sind heuer ganz gut über die Runden gekommen“, sagt Bierschneider – nicht ohne den Blick auf die Auswirkungen, die Kreuth vermutlich erst in 2021 und 2022 zu spüren bekommen wird.

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