Der Ausguck ermöglicht den Blick auf den Lebensraum der Gämsen. Vom Frühsommer bis in den Herbst kann man die Tiere dort beobachten. 
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Der Ausguck ermöglicht den Blick auf den Lebensraum der Gämsen. Vom Frühsommer bis in den Herbst kann man die Tiere dort beobachten. 

Forstbetrieb Schliersee errichtet Unterstand

Beobachtungsstation am Grubereck: Gämsen in der Natur erleben

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Damit Naturliebhaber Gämsen in freier Natur erleben können, haben die Forstbetriebe Schliersee eine Beobachtungsstation eingerichtet. Es ist eine Attraktion für den Sommer.

  • Die Gamsbeobachtungsstation ist Teil des Alpenlehrpfades zwischen altem Wallberghaus und Risserkogel.
  • Von der Station aus lassen sich vom Frühsommer bis zum Herbst Gämsen live erleben.
  • Forstbetrieb Schliersee bittet Tourengänger, aufs Wild Rücksicht zu nehmen.

Kreuth/Rottach-Egern – Es ist ein kleiner Unterstand, in dem Naturliebhaber großes Kino erleben können – allerdings nicht im Winter, sondern während der Wandersaison vom Frühsommer bis in den Herbst. Am Grubereck haben die Staatsforsten Schliersee eine Gamsbeobachtungsstation errichtet.

Forstbetriebsleiter Jörg Meyer freut sich über die neue Attraktion „Gams erleben“. Bergwanderer können von der Station aus einen großen Bereich zwischen Plankenstein und Risserkogel einsehen. Fern von sonst hochfrequentierten Wanderwegen halte sich von Frühsommer bis Herbst hier oft das Gamswild auf, berichtet er.

Beobachtungsstation mit Fernrohr und Infotafel

Die Gamsbeobachtungsstation ist mit einem Fernrohr und einer Infotafel ausgestattet. Mit etwas Glück bietet sie die Möglichkeit, Gämsen in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.

Die Wintermonate eignen sich Meyer zufolge nicht zur Gamsbeobachtung am Grubereck. „Da halten sich die Gämsen lieber in sonnigeren Bereichen auf“, weiß er. Wenn Schnee liegt, sei eine Wanderung dorthin auch nicht ratsam, da es sich teils um alpine Wege handelt.

Von der Bergstation der Wallbergbahn aus gut erreichbar

Zum „Gams erleben“ geht’s von der Bergstation der Wallbergbahn aus über den Alpenlehrpfad. Nach einer etwa eineinhalbstündigen Wanderung erreicht man die Beobachtungsstation. In gleicher Zeit kann man von Kreuth aus zum Unterstand wandern. Wer eine etwas längere Tour geplant hat, kann das „Gams erleben“ auch über die Ableitenalm erreichen.

Vor der Gamsbeobachtungsstation: Jörg Meyer (l.) mit Architekt Thomas Feigl.

Entworfen hat den modernen kleinen Holzunterstand mit Panoramablick der Architekt der Bayerischen Staatsforsten, Thomas Feigl. Mit viel handwerklichem Geschick wurde er von der Kreuther Zimmerei Hagn gebaut und von außen mit Lärchenschindeln verkleidet.

Durch den Ausguck lassen sich die tagaktiven Kletterkünstler gut beobachten. Auch schon auf dem Weg zur Beobachtungsstation, so Meyer, lohne es sich, ganz ruhig zu sein und den Blick zu schärfen. Wer sich verrät, bekommt den typischen Warnpfiff des Gamswilds zu hören. Er entsteht, wenn die Tiere Luft mit hoher Geschwindigkeit durch die Nase ausstoßen.

Wildtiere brauchen im Winter Rücksicht

Der Lebensraum der Gämsen liegt an oder oberhalb der Waldgrenze im Gebirge. Meyer erinnert daran, dass die Tiere derzeit nur wenig Nahrung finden und von ihren Wintervorräten zehren müssen. Dieser Vorrat an Energie kann bei anhaltenden Störungen schnell aufgebraucht sein. Weil die Skilifte wegen Corona nicht laufen, rechnet Meyer heuer mit deutlich mehr Skitouren- und Schneeschuhtourengängern im Mangfallgebirge als in den Jahren zuvor.

Sein Appell: „Bitte nehmen Sie Rücksicht auf unsere sensiblen Wildtiere wie die Gämsen, die Birkhühner und den Auerhahn.“ Er bitte alle Schneesportbegeisterten, auf den ausgewiesenen Touren und Pfaden zu bleiben. „Touren in der freien Natur bei Nacht und mit Stirnlampe sind für mich und die Wildtiere ein ,No-Go’“, so der Forstbetriebsleiter.

Das Projekt „Gams erleben“ wurde von der Bayerischen Forstverwaltung gefördert. Die Gamsbeobachtungsstation ist Teil des Alpenlehrpfades, der zwischen altem Wallberghaus und Risserkogel verläuft. Nächstes Jahr wird er in einem Gemeinschaftsprojekt vom Forstbetrieb Schliersee, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen sowie den Gemeinden Kreuth und Rottach-Egern und der Wallbergbahn erneuert.

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