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Zum 130. Mal Gäste in Kreuth: Sigrid (m.) und Jochen Schumann. Gastgeberin Katharina Kandlinger (l.) und die Touristikerinnen Petra Berger (2.v.l.) und Andrea Stetter luden sie dafür in die Naturkäserei ein.

Ehepaar fährt seit über 30 Jahren an den See

Kreuther Stammgäste: „Schickimicki brauchen wir nicht“

Kreuth - Die Schumanns sind Dauergäste in Kreuth. Sie lieben den Ort und das Tal. Aber nur den hinteren Teil. In Rottach würden die beiden niemals Urlaub machen -  zu viel "Schickimicki".

Trachtenhut und Trachtenjacke – Jochen Schumann aus Frankfurt hat den regionalen Kleidungsstil bereits adaptiert. Kein Wunder, angesichts seines 130. Aufenthalts in Kreuth. Für so viel Treue würdigten Tal-Touristikerin Petra Berger und Andrea Stetter, Leiterin der Tourist-Info in Kreuth, den 78-Jährigen mit Ehefrau Sigrid (70) bei einem gemeinsamen Frühstück in der Naturkäserei Tegernseer Land.

Für das Ehepaar Schumann ist das Tegernseer Tal wie eine zweite Heimat. „Hätten wir keine Kinder und Enkelkinder, dann wären wir schon lange hierher gezogen“, erklärt Sigrid Schumann. „Dann würde ich jeden Tag bei Abwinkel schwimmen gehen.“ Wohnen wollen die beiden allerdings ausschließlich in Kreuth. Sie brauchen die Abwechslung zum regen Treiben in der Großstadt. „Wir suchen die Natur und das Ursprüngliche“, sagt die Geehrte. „Kreuth ist die ruhigste der Tal-Gemeinden. Das Schickimicki-Getue in Rottach brauchen wir nicht.“

Eine Art Zweitwohnsitz hat das Ehepaar inzwischen im Gästehaus Kandlinger gefunden. Die Gastgeber seien freundlich und nett, wodurch eine familiäre Atmosphäre entstehe. „Jedes Mal wenn wir bei Kandlingers sind, empfinde ich das als nach Hause kommen.“ 

Wegen Schumann ist Bierschneider Bürgermeister geworden - scherzt der Frankfurter

Auch über das Gästehaus hinaus kennt man die Schumanns. So war auch Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider mit von der Partie. Für Jochen Schumann ein alter Bekannter. „Als der Herr Bierschneider damals als Student nicht wusste, ob er bei der Sparkasse bleiben, oder ins Rathaus wechseln soll, habe ich ihm geraten Bürgermeister zu werden“, scherzt er. Auch seine Frau kennt den Bürgermeister gut. „Wann bekommen wir denn jetzt mal unser Miesbacher Nummernschild?“, wollte sie wissen. Mit einem Lächeln verwies Bierschneider auf die Notwendigkeit eines Zweitwohnsitzes. Das Gästehaus Kandlinger zähle da aber nicht.

So selbstverständlich ihre Unterbringung im Hause Kandlinger heute ist, die Anfänge der Schumanns lagen woanders. „Wir sind zunächst im Gasthof Glashütte untergekommen“, erinnert sich Sigrid Schumann. „Das war uns dann aber doch zu weit ab vom Schuss.“ Schließlich wolle man nicht ständig mit dem Auto unterwegs sein.

Ihr erster Besuch in Kreuth datiert bis auf den Anfang der 80er-Jahre zurück. Wann genau, das kann die Urlauberin nicht mit Bestimmtheit sagen. „Ich glaube es war 1982. Seitdem kommen wir zwei- bis viermal im Jahr.“ So auch wieder im Oktober, wenn Ehemann Jochen – Doktor der Wirtschaftswissenschaft und Diplom-Ingenieur – seinen Geburtstag feiert. Ein würdiger Anlass für den 131. Besuch. Falls sie es überhaupt so lange in Frankfurt aushalten. „Eventuell kommen wir im Juni noch einmal für eine Woche“, sagt Sigrid Schumann. In diesem Rhythmus wird es nicht allzu lange dauern, bis die Schumanns die 150 vollmachen.

Bastian Huber

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