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Wandern in idyllischer Natur: Diese Möglichkeit, wie hier bei Siebenhütten, soll ein Bergsteigerdorf bieten.

Gemeinde entscheidet im Februar über Bewerbung 

Kreuth will Bergsteigerdorf werden - was das bedeutet

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Sanfter Tourismus und eine Rückbesinnung auf naturnahen Sport: Das ist es, was die Bergsteigerdörfer auszeichnet. Kreuth ist dabei, sich um das Prädikat zu bemühen. Und rechnet sich gute Chance aus.

Kreuth – Ortschaften, die das Siegel „Bergsteigerdorf“ für sich beanspruchen möchten, müssen eine Reihe von Kriterien erfüllen. Weniger Masse, mehr Klasse, lautet die Devise. Leicht gemacht wird den Gemeinden die Aufnahme in den Kreis der Bergsteigerdörfer also nicht – „da trennt sich schnell die Spreu vom Weizen“, weiß Hanspeter Mair vom Deutschen Alpenverein (DAV).

Der Verband vergibt das Siegel und entscheidet gemeinsam mit Vertretern des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) und dem Alpenverein Südtirol über eine mögliche Aufnahme. In Deutschland gibt es bisher nur ein einziges Bergsteigerdorf: Seit 2015 ist das Örtchen Ramsau im Berchtesgadener Land mit dabei. In Österreich sind es mittlerweile 20 Orte, die sich Bergsteigerdorf nennen dürfen.

Ob Kreuth bald dazu gehört? Schon im Herbst 2014 hatte der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst, sich dem Konzept anzuschließen, und hatte beim DAV auch sein Interesse bekundet. Nun soll’s in die nächste Runde gehen. „Wir müssen eine formelle Bewerbung einreichen“, erklärt Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU). In der nächsten Gemeinderatssitzung am 9. Februar soll dazu erneut ein Beschluss gefasst werden, kündigt der Rathaus-Chef an. Er ist guter Dinge, dass sich Kreuth schon bald mit dem Alleinstellungsmerkmal „Bergsteigerdorf“ schmücken darf. „Ich denke, dass wir gut dazu passen würden.“

Schon jetzt setze die Gemeinde beispielsweise auf nachhaltigen Tourismus, argumentiert Bierschneider. Sie betreibe eine restriktive Baulandpolitik, achte darauf, dass ihre Baukultur erhalten bleibt, und betreibe auch keine großen touristischen Einrichtungen, die Gipfel künstlich erschließen. All das gehört zum Kriterien-Katalog der Bergsteigerdörfer.

Dass die Vorgaben auch dauerhaft eingehalten werden, ist dem DAV ein wichtiges Anliegen, macht Mair deutlich. „Wir geben schließlich ein Qualitäts-Versprechen ab.“ Er glaubt, dass nur etwa eine Handvoll Orte im bayerischen Alpenraum das seit 2008 bestehenden Siegel verliehen bekommen.

In Kreuth haben sich Vertreter des Alpenvereins bereits persönlich ein erstes Bild von der Landschaft sowie den Bergsport-Möglichkeiten gemacht. „Es ist wichtig, dass wir den Ort selbst erleben“, sagt Mair, der beim Alpenverein Geschäftsbereichsleiter für die Alpine Raumordnung ist. Und, wie war sein erster Eindruck von der südlichsten Tegernseer-Tal-Gemeinde? „Insgesamt positiv“, meint Mair. Eine konkrete Beurteilung könne er allerdings noch nicht abgeben. Schließlich wolle er dem Bewerbungsprozess nicht vorgreifen.

Sollte Kreuth am Ende das Siegel erhalten, ist dies laut Mair mit einer Reihe von Vorteilen verbunden. Zum einen sei die Gemeinde dann Teil des bestehenden Netzwerks, zum anderen habe sie ein Alleinstellungsmerkmal, das gute Vermarktungschancen biete. Ziel des Projekts sei es unter anderem, strukturschwache Gebiete und nachhaltigen Tourismus zu fördern, erläutert Mair. Oder anders ausgedrückt: Die Bergsteigerdörfer sollen eine Alternative zum Massentourismus bieten „und Natur erlebbar machen“.

gab

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