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Kurbeitrag: Kreuth erhöht auf drei Euro - was machen die übrigen Tal-Gemeinden?

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Von: Alexandra Korimorth

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Die Gemeinde Kreuth, hier das Warmbad, hat jetzt den Kurbeitrag um einen Euro heraufgesetzt. Damit hofft man auf einen talweit einheitlichen Satz.
Die Gemeinde Kreuth, hier das Warmbad, hat jetzt den Kurbeitrag um einen Euro heraufgesetzt. Damit hofft man auf einen talweit einheitlichen Satz. © Thomas Plettenberg

Seit Bad Wiessee seinen Kurbeitrag Anfang 2019 im Alleingang auf 3,30 Euro erhöht hat, ist das Thema am Tegernsee ein heißes Eisen. Nun hat Kreuth mit einer Erhöhung nachgezogen. Folgen auch die anderen?

Kreuth - Der Kreuther Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend den gemeindlichen Kurbeitrag von zwei auf drei Euro erhöht. Damit ist Kreuth die erste Kommune, die auf den talweiten Kurs einschwenkt, auf den sich Christian Kausch, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT), mit den Tal-Bürgermeistern hinter den Kulissen bereits geeinigt hat. Nun stehen noch die Entscheidungen in den einzelnen Gemeinderäten aus. Spannend wird sein, wie sich Bad Wiessee verhält: Der Kurort hatte bekanntlich für Furore gesorgt, als er sich Anfang 2019 vom talweiten Zwei-Euro-Satz verabschiedete und im Alleingang die Kurtaxe auf 3,30 Euro erhöhte.

Bierschneider: Kosten für den Fremdenverkehr sind deutlich gestiegen

In der Kreuther Sitzung warb Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) nun für die Erhöhung auf drei Euro. Diese sei angebracht, weil die Kosten für den Fremdenverkehr seit der jüngsten Anpassung vor neun Jahren deutlich gestiegen seien. Die Personalkosten der TI-Mitarbeiter, die Freifahrten mit den Bussen, die Erhaltung und Ausweisung der Wanderwege, der Unterhalt der Wanderparkplätze und die Errichtung sanitärer Anlagen dort hätten ebenso zu Buche geschlagen wie die Investitionen ins Warmfreibad. Alles in allem würde dies die Erhöhung um einen Euro pro Tag und Gast rechtfertigen.

Auch Zweitwohnungsbesitzer werden zur Kasse gebeten

Aber auch die Zweitwohnungsbesitzer werden mit einer Pauschale von 93 Euro – hier ging man von einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 31 Tagen pro Jahr aus – zur Kasse gebeten. Die Pauschale erspart den Zweitwohnsitzlern den Gang zur Tourist-Info, wo sie sich ansonsten verbindlich zu Beginn eines jeden Besuchs anmelden müssten. Auch bei den Ganzjahres-Dauercampern wird eine 93-Euro-Pauschale fällig, bei den Halbjahres-Campern sind es entsprechend 46,50 Euro. Die neue Satzung gilt ab 1. Mai 2021.

Die Vermieter wurden laut Bierschneider bereits vorab informiert, damit sie entsprechende Urlaubsanfragen für 2021 beantworten können. „Gmund und Rottach-Egern werden vermutlich in ihren nächsten Sitzungen mit der Erhöhung nachziehen“, erklärte Bierschneider. Denn mit der Erhöhung des Kurbeitrags soll auch die neue Digitalisierungsstrategie der TTT finanziert werden. Diese wurde erst kürzlich im Seeforum durch den Vorsitzenden des Tourismus-Beirats, Ludwig Klitzsch, allen Gemeinden vorgelegt und für gut befunden. Die Strategie zielt darauf ab, die Tourismusangebote vor allem für junge Kunden online sichtbar zu machen. Darüber hinaus möchte man wieder auf einen talweit einheitlichen Kurbeitrag kommen, sagte Bierschneider. Ob Bad Wiessee hier mitzieht und seinen Satz noch einmal nach unten korrigiert oder 30 Cent teurer bleibt als die Nachbarn, bleibt abzuwarten.

ak

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