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Große Pläne hat Herzogin Helene in Bayern mit dem denkmalgeschützten Gebäude in Wildbad Kreuth. Es soll ein Stätte der Heilung werden, verbunden mit einem landwirtschaftlichen Konzept.

Die Herzogin und ihre Sanatoriums-Pläne

Wildbad Kreuth: So hat der Gemeinderat entschieden

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Wildbad Kreuth soll wieder ein Sanatorium werden. Der Gemeinderat nahm dies am Donnerstag wohlwollend zur Kenntnis. Auch eine Sondernutzung für Seminare ist vorgesehen - bedeutet das die Rückkehr der CSU? 

Kreuth - Die Pläne von Herzogin Helene in Bayern, das historische Gebäude in Wildbad Kreuth wieder zu einem Sanatorium zu machen und damit zurück zu seinen Wurzeln zu führen, stießen im Kreuther Gemeinderat durchweg auf Zustimmung. Ohne weitere Diskussion nickten die Gremiums-Mitglieder am Donnerstagabend das Vorhaben grundsätzlich ab.

Auch den Wunsch der Herzogin, dass künftig in Wildbad Kreuth auch wieder Kongresse, Seminare und – namentlich – das Musikfest stattfinden sollen, nahm der Gemeinderat zustimmend zur Kenntnis. Dank einer solchen „untergeordneten Nutzung“ wäre es auch denkbar, dass irgendwann die CSU mit ihren legendären Klausurtagungen nach Wildbad Kreuth zurückkehrt. Konkret zur Sprache kam das bei der Sitzung aber nicht.

Zunächst ging es um die Frage der Herzogin, ob eine Nutzungsänderung der einstigen Bildungsstätte in eine Klinik grundsätzlich möglich wäre. Dazu gab’s vom Gemeinderat ein einstimmiges Okay. „Es war uns ja vor allem wichtig, dass wieder Leben einzieht in Wildbad Kreuth“, meinte Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU). Und auch Martin Walch (SPD) sah hier einen „positiven Effekt“ für die Gemeinde. Er könne sich noch gut an die Zeiten erinnern, in denen das Haus als Sanatorium geführt wurde. Bekanntlich war das bis 1973 der Fall, danach übernahm die Hanns-Seidel-Stiftung als Pächterin das denkmalgeschützte Gebäude. Seither erlangte es vor allem als CSU-Hochburg Berühmtheit.

Um nun an die vergangenen Zeiten anzuknüpfen, will die Herzogin das Gebäude so umbauen, dass es dem Originalzustand wieder möglichst nahe kommt. Wie im Gemeinderat deutlich wurde, plant die Eigentümerin unter anderem an Stelle des jetzigen Schwimmbad-Gebäudes den Bau eines Bettenhauses. Dieses würde hinter der historischen Fassade verschwinden, sei optisch also kaum wahrnehmbar, erklärte Bürgermeister Bierschneider auf Nachfrage. Auch diesem Punkt stimmte der Gemeinderat zu.

Ein wenig komplizierter wurde es bei der Frage der künftigen Stellplätze. Würde man die Richtlinien der gemeindlichen Gestaltungssatzung heranziehen, würde sich ein Bedarf von rund 600 Parkplätzen ergeben. „Dann hätten wir dort oben ein riesiges, zubetoniertes Parkfeld“, gab Bierschneider gegenüber derTegernseer Zeitung zu bedenken.

Daher habe die Gemeinde zwei verschiedene Berechnungs-Grundlagen herangezogen: einmal für den Klinikbereich, einmal für die Nutzung des Festsaals als Veranstaltungsstätte. Daraus errechnet sich schließlich eine Stellplatz-Forderung von 154 Stück – momentan stehen 83 Stellplätze zur Verfügung. Auch hier zeigte sich der Gemeinderat komplett einverstanden.

Andere Fragen – etwa die, ob künftig Ausgleichsflächen erforderlich sein werden – konnte der Gemeinderat an diesem Abend nicht beantworten. Das sei Sache des Landratsamtes.

Die Herzogin verfolgte die Entscheidungen des Gremiums persönlich – sie saß in der hinteren Zuhörerreihe des Sitzungssaals. Ihre weiteren Schritte dürften die Kreuther nun mit Spannung erwarten. Über Investor und Betreiber schweigt sich Helene in Bayern derzeit, wie berichtet, noch aus.

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