+
Letzter Blick: Ursula Männle (r.), Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, nimmt endgültig Abschied. Herzogin Helene in Bayern (l.) wartet strahlend auf den Hausschlüssel.

"Wild und frei" - Helene plaudert aus ihrer Kindheit

Wildbad Kreuth: Herzogin holt sich die Schlüssel zurück

  • schließen

Kreuth - Die Chefin der Hanns-Seidel-Stiftung nahm wehmütig Abschied. Herzogin Helene in Bayern (43) hat ihr Sanatorium wieder und erinnert sich an ihre Kindheit in Kreuth.

„Das war unsere Heimat, auch wenn wir nur Pächter waren“, sagt Ursula Männle, Vorsitzende der CSU nahen Hanns-Seidel-Stiftung. Die 72-Jährige war schon vor 40 Jahren dabei, als die Stiftung das ehemalige Sanatorium übernahm. Erst stand der Stiftung nur ein Teil des monumentalen Gebäudes zur Verfügung, später füllte sie das ganze Haus. Als Tagungsort der CSU wurde das Wildbad zum Mythos. 

Legende sein, das bringt Ehre ein, aber nicht unbedingt Geld. Als Herzogin Helene in Bayern die Pacht vervielfachen wollte, winkte die Stiftung ab. Und darum steht Männle jetzt, an diesem strahlenden Tag, vor der traumhaften Kulisse des fernsehbekannten Wildbads, um Herzogin Helene ganz offiziell die Schlüssel wiederzugeben. Sie hängen an einem Anhänger mit Emblem der Stiftung. „Der Abschied ist schon mit viel Wehmut verbunden“, bekennt Männle. 

Für Herzogin Helene hingegen scheint es ein freudiger Moment zu sein. Ursula Männle und die Fernsehkameras warten schon, als die Herzogin, in ein Lodencape gehüllt, schnellen Schrittes zur vereinbarten Schlüsselübergabe eilt. „Es war mir eine Ehre und ein Vergnügen“, lässt die Herzogin Männle wissen und nimmt die beiden Schlüssel – einen fürs Eingangstor, einen für alle Zimmer – fest in die Hand. 

Herzogin: Kindheit in Wildbad Kreuth war "wild, schön und frei"

Als Männle noch erzählt, dass mancher Tagungsgast zunächst erschüttert war, wie abgelegen das Wildbad ist, schüttelt Helene den Kopf. „Das kann ich absolut nicht verstehen, für mich ist das der schönste Platz auf Gottes Boden“, erwidert sie. Es ist auch ihr Elternhaus. Mit vier Schwestern, drei Labradoren und vielen Kuscheltieren wuchs Helene in einer Wohnung im südlichen Flügel auf. „Wild, schön und frei“ sei ihre Kindheit gewesen, sagt die Herzogin. 

"Jetzt ist unsere große alte Dame wieder daheim"

Als sie zwölf Jahre alt war, zog die Familie um. 2004 kehrte sie an ihren Lieblingsort zurück, wohnt seither wieder in Wildbad Kreuth. Und auch wenn die CSU das Wildbad international bekannt gemacht hat: Für die herzogliche Familie ist das Gebäude immer noch das frühere Sanatorium. „Jetzt ist unsere große alte Dame wieder daheim“, sagt die Herzogin fast zärtlich. Dieses Haus liege ihr sehr am Herzen: „Und es hat eine fabelhafte Zukunft.“ 

Wie die aussehen könnte, hatte Helene unserer Zeitung schon Anfang Januar verraten. „Wildbad Kreuth wird in zehn Jahren ein gut eingeführtes Ressort-Hotel sein, das sich von den übrigen Hotels im Tegernseer Tal abgrenzt“, meinte die Herzogin damals. Die Verhandlungen seien weit fortgeschritten, könnten jedoch erst zum Abschluss gebracht werden, wenn der konkrete Sanierungs- und Modernisierungsaufwand abgeschätzt und festgelegt werden kann. 

Eben dies passiert nun. Gleich im Anschluss an die Schlüsselübergabe war ein Rundgang durch das leer geräumte Haus angesetzt. Die Presse wurde hinausgebeten. „Wir stellen den Status quo zum Zeitpunkt der Übergabe fest“, erklärt Herzogin Helene. Neben dem Gebäude selbst wurden gestern auch die technischem Anlagen im und ums Haus übergeben. 

Und was kommt nach der Hanns-Seidel-Stiftung?

Die Frage, wer denn der Investor und Betreiber des historischen Hauses sein wird, ließ die Herzogin gestern weiter offen: „Alles Weitere erst dann, wenn ich alle vollständigen, tatsächlichen Zahlen für den Renovierungsaufwand vorliegen habe.“ Der Aufwand dürfte nicht gering sein. Von einem Zeitplan war gestern nicht die Rede. Im Januar hatte Herzogin Helene noch erklärt, sie hoffe auf eine Wiedereöffnung im neuen Glanz Mitte 2017. Für sie war gestern jedenfalls ein guter Tag: „Es geht zwar eine Ära zu Ende“, meinte sie: "Aber es ist auch ein Anfang.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wilde Verfolgungsjagd am Tegernsee: Kreissparkassen-Chef schnappt Randalierer
Am Sonntagmorgen rastete ein Mann in der Tegernseer Filiale der Kreissparkasse völlig aus. Der Kreissparkassen-Chef kam zum Aufräumen - was danach geschah, ist filmreif.
Wilde Verfolgungsjagd am Tegernsee: Kreissparkassen-Chef schnappt Randalierer
Startklar für den Jubiläums-Fasching
Der Fasching 2020 am Tegernsee wird besonders narrisch: Die Seegeister Gmund feiern 140-jähriges Bestehen und rüsten sich für den Faschingszug am 23. Februar.
Startklar für den Jubiläums-Fasching
Johannes Hagn bereit für Wiederwahl
Die CSU Tegernsee ist für die Kommunalwahl 2020 gerüstet: Sie schickt Amtsinhaber Johannes Hagn erneut ins Rennen und hat eine „junge“ Liste aufgestellt.
Johannes Hagn bereit für Wiederwahl
Halle wird winterfest: Schaftlacher Eisratzn endlich im Trockenen - auch finanziell
Bevor der erste Schnee kommt, montieren die Schaftlacher Eisratzn die letzten Folienrollos und die Holzverschalung. Und auch finanziell scheint endlich alles in …
Halle wird winterfest: Schaftlacher Eisratzn endlich im Trockenen - auch finanziell

Kommentare