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Die Klausur der AfD-Landtagsfraktion findet im Kreuther Gasthof zur Post statt.

Klausur im Kreuther Gasthof zur Post läuft

Herzogin  Helene  erteilt AfD-Fraktion  Hausverbot

  • Christina Jachert-Maier
    VonChristina Jachert-Maier
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Der Ort, an dem die CSU einst den Geist von Kreuth beschwor, bleibt der AfD-Landtagsfraktion versperrt: Herzogin Helene in Bayern hat den Abgeordneten ein Hausverbot für Wildbad Kreuth erteilt.

Kreuth  Die AfD-Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner reagierte gelassen. „Bei der prallen Tagesordnung hätten wir ohnehin keine Zeit für einen Spaziergang zum früheren Tagungsort der CSU“, erklärte die stellvertretende AfD-Landesvorsitzende in einer Pressemitteilung. Wie berichtet, findet die AfD-Klausur im Kreuther Gasthof zur Post statt, einige Kilometer von Wildbad Kreuth entfernt. Sie hat am Dienstag begonnen und endet am Donnerstag.

Um die Wahl ihres Tagungsorts hatte die AfD-Fraktion erst ein Geheimnis gemacht. Als schließlich bekannt wurde, dass sich die Partei ausgerechnet Kreuth, die Heimatgemeinde legendärer CSU-Klausuren, ausgesucht hatte, war Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) unangenehm überrascht. Er vermute „eine gewisse Provokation“ meinte Bierschneider. Er wolle noch ein Gespräch mit dem Wirt des Gasthofs zur Post führen.

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Ein Foto der 22 Abgeordneten vor der einstigen CSU-Tagungsstätte wird es jedenfalls nicht geben. Mit Verwunderung habe die AfD-Landtagsfraktion ein gegen sie ausgesprochenes Hausverbot zur Kenntnis genommen, heißt es in der AfD-Pressemitteilung. Man werde sich daran halten. „Wenn Ihre Königliche Hoheit Herzogin Helene in Bayern uns das als Eigentümerin der Liegenschaft im Privatwald so freundlich über einen Anwalt ankündigen lässt, dann nehmen wir das natürlich zur Kenntnis“, teilte Ebner-Steiner mit. Die Darstellung, wonach ein Fototermin der Fraktion vor den Wildbad-Gebäuden fest eingeplant gewesen wäre, treffe nicht zu. Die Ankündigung Bierschneider, er wolle mit dem Post-Wirt Michael Rauh noch einmal reden, klinge nach einer unterschwelligen Drohung, findet Ebner-Steiner. Das sei nicht akzeptabel: „Wir freuen uns, in dieser idyllischen und von Franz Josef Strauß über Jahrzehnte geschichtsträchtig geprägten Gegend in gewisser Weise die Tradition seiner viel beachteten Klausurtagungen fortsetzen zu können.“ Sorgen müsse man sich vor Ort höchstens wegen eventueller Gegendemos mit gewaltbereiten linksextremer Teilnehmern.

Angekündigt hat sich bislang eine Gruppe: die „Omas gegen rechts“. 

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