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Korbinian Kohler hat große Pläne für sein Hotel Bachmair-Weissach. Der Gemeinderat stimmte zu, war allerdings verärgert über das Vorgehen des Hoteliers.

„Erst in der Zeitung, dann in der Sitzung? Das geht nicht!“

Gemeinderäte ärgern sich über Kohler-Antrag

Kreuth - Hotelier Korbinian Kohler will seinen Spa-Bereich modernisieren. Der Antrag sorgte im Gemeinderat für Verärgerung. Das Gremium hatte aus der Zeitung von den Plänen erfahren.

Unmut machte sich breit in der Sitzung des Kreuther Gemeinderats. Grund war der Bauantrag auf Nutzungsänderung, den Korbinian Kohler für sein Hotel Bachmair Weissach gestellt hatte. Das Gremium ärgerte sich über die Vorgehensweise des Hoteliers.

Wie dieTegernseer Zeitung berichtete, plant Kohler eine Modernisierung und erhebliche Erweiterung seines Spa-Bereichs. Dafür möchte er im Erdgeschoss einige Suiten und eine Arztpraxis umbauen. Im Untergeschoss soll ein Technikraum eingerichtet werden. Außerdem plant der Hotelier die Schaffung eines Außenpools. Dieser überschreitet die durch den Bebauungsplan vorgegebenen Außengrenzen. Und auch die zulässige Überbauung würde um 0,83 Prozent überschritten. Obwohl die Abweichungen vom Bebauungsplan marginal sind, braucht es dafür die Zustimmung der Gemeinderäte, von denen am Ende bei der Abstimmung immerhin fünf ihr Veto einlegten.

Denn die Gemeinderats-Mitglieder waren ziemlich verschnupft. Florian Stadler (CSU) monierte das Vorgehen des Hoteleigentümers: „Mir gefällt die Art und Weise nicht. Bevor der Gemeinderat eine Abweichung genehmigt, muss ich aus der Zeitung erfahren, was da geplant ist. Und das Landratsamt, das vorab informiert ist, diktiert uns, wie wir zu entscheiden haben. Deshalb stimme ich dagegen. Denn auch ein Herr Kohler muss sich mal zurücknehmen“, zürnte Stadler. Josef Hatzl jun. (CSU) sprang ihm zur Seite: „Erst in der Zeitung, dann erst in die Sitzung? Das geht nicht!“

Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) konnte die Verärgerung seiner Ratskollegen durchaus nachvollziehen: „Das ist nicht die feine Art. Ich werde Herrn Kohler künftig eine andere Vorgehensweise ans Herz legen“, kündigte der Rathaus-Chef an. Zugleich wies Bierschneider darauf hin, dass der Umbau und die Erweiterung des Hotels eine wichtige Investition und ein Stück Zukunftssicherung bedeuten würden. Er plädierte daher dafür, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. Diesem Appell folgten schließlich zehn Gemeinderäte.

Alexandra Korimorth

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