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Ausgestattet mit Stirnlampen, machten sich die Skitourengeher am Donnerstagabend gemeinsam auf, den Hirschberg zu erobern. 

Konflikt zwischen Skitourengehern und Naturschützern

So war die erste Feierabend-Tour auf den Hirschberg

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Kreuth - Viel Wirbel gab‘s im Vorfeld der groß angelegten Nachtskitour auf den Hirschberg in Kreuth. Naturschützer gingen auf die Barrikaden. Tatsächlich war die Tour weniger kritisch als befürchtet.

Die Nachtskitour am Hirschberg ist spätestens seit Donnerstagabend kein Geheimtipp mehr. Ein Reisebus brachte 20 Münchner um 18 Uhr vom Zentralen Omnibusbahnhof an der Hackerbrücke zum Skistüberl nach Kreuth zur „After-Work-Skitour“. Naturschützer hatten im Vorfeld vor einem empfindlichen Eingriff in den Lebensraum von Birkhühnern und Rehen gewarnt. Tatsächlich war die erste Feierabend-Tour aber gar nicht so problematisch.

Ein Busticket kostet 15 Euro, inklusive ist die An- und Abfahrt nach Kreuth. Einige Teilnehmer am Donnerstag waren erfahrene Skitourengeher mit eigenem Equipment, die meisten liehen sich vor Ort aber Ski aus. Albert Meier, 52, von der Skischule Tegernsee begleitete die Gruppe. Es sei ein Schmarrn, dass der Nachtskibus die ganze Natur durcheinanderwirbelt, sagte er. Im Gegenteil: Man vermittle Bewusstsein für die Natur. „Was ist denn die Alternative?Die Leut’ kommen doch trotzdem. Jetzt sind sie beinander und fahren nicht irgendwo rum.“

Naturschützer sehen das anders. Sie fürchten eine Eventisierung des Tourengehens. Den Interessenskonflikt zwischen Tourengehern und Natur gibt es besonders im freien Gelände, wenn neue Spuren angelegt werden. Am Hirschberg stiegen die Sportler am Waldrand und an der Piste auf. Die Raupen für die Pistenpräparierung blieben dafür extra in der Garage. Zudem sollten die Teilnehmer nicht bis zum Gipfel marschieren, sondern spätestens bei den Rauheckalmen nach 700 Höhenmetern umdrehen. Dafür gab es vor Tourstart extra eine kurze Einweisung von Tourismuschef Christian Kausch. So sollten die Birkhühner, Gamsen und Hirsche geschützt werden – und die Sportler hielten sich daran.

Nur die Stirnlampen tanzen wie Glühwürmchen durch die Nacht. Die meisten drehten nach etwa 400 Höhenmetern um, kurz bevor der Schlepplift an der Gründ-Hütte endet. Danach kehrten sie im Skistüberl ein. Um 22.15 Uhr – nach gut drei Stunden Kurzabenteuer – ging es mit dem Bus zurück nach München.

Der Skibus fährt künftig jede Woche bis 9. März um 18 Uhr vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) an der Münchner Hackerbrücke zum Hirschberg. Ein Zwischenstopp ist auf Wunsch um 18.30 Uhr in Holzkirchen an der Haltebucht der B 318 möglich. „Nicht einfach vom Büro in die nächste Bar, sondern raus auf die Piste zur Skitour bei Nacht“, wirbt die Münchner Agentur TOC für ihr „deutschlandweit einmaliges Angebot“ (www.skibus-muenchen.de).

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