Ein Bild aus einer anderen Zeit: Auf einen klingenden Sommer mit hochkarätiger Kammermusik hoffen die Macher des internationalen Musikfests Kreuth am Tegernsee – hier die Eröffnung 2017 in Kaltenbrunn.
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Ein Bild aus einer anderen Zeit: Auf einen klingenden Sommer mit hochkarätiger Kammermusik hoffen die Macher des internationalen Musikfests Kreuth am Tegernsee 2021 trotz Corona – hier die Eröffnung 2017 in Kaltenbrunn.

Das Festival soll im Sommer stattfinden

Internationales Musikfest am Tegernsee: Hochkarätige Kammermusik gegen den Corona-Blues

Eines hat Corona gelehrt: Nichts steht fest. Für die Macher des Internationalen Musikfests am Tegernsee bedeutet das aber nicht, die Planung zu lassen: Für 15. bis 24. Juli steht das Programm mit Stars wie Klarinettistin Sabine Meyer, Geigerin Isabelle Faust und Pianist Jan Lisiecki.

Tegernseer Tal – Steigende Zahlen und Virus-Mutanten: Die Aussichten für den Sommer sind ungewiss. Das Internationale Musikfest Kreuth am Tegernsee wagt trotzdem die Planung: „Aktuell sind Konzerte noch nicht möglich, aber wir sind fest entschlossen, im Juli ein Festival zu präsentieren“, erklärt Programmmacher Helge Augstein. Natürlich gehen die Planer nicht blauäugig an die Sache. „Es ist davon auszugehen, dass deutlich weniger Plätze zur Verfügung stehen werden, als es in früheren Jahren der Fall war.“ Daher sei es durchaus empfehlenswert, früh zu bestellen.

Einen Gau wie voriges Jahr gilt es zu vermeiden: Da fiel das gesamte Festival aus. Dank der Unterstützung des treuen Publikums, das zu einem guten auf Ticketerstattungen verzichtete, und der Oleg Kagan Stiftung im Hintergrund hielt sich der Schaden insoweit in Grenzen, dass das Festival nicht in Gefahr ist, erklärt Festivalleiter Dieter Nonhoff.

Wegen Corona: Organisatoren planen kurzfristiger

Auch wenn das Programm steht, bleibt die Planung kurzfristig. Das Festival konzentriert sich auf zwei Standorte, die sich etabliert haben, seit Wildbad Kreuth verlassen werden musste: Das Seeforum in Rottach-Egern und Gut Kaltenbrunn bieten mit ihrer Größe auch Raum für Abstandsregeln. „Genaue Saalpläne werden von uns – gemeinsam mit den Veranstaltungsorten – im April erstellt“, erklärt Augstein. Das hat freilich Konsequenzen für den Vorverkauf: Bestellungen sind vorerst nur schriftlich bei der Tourist-Info Kreuth möglich. Ein Online-Vorverkauf ist ab Ende Mai, Anfang Juni anvisiert; dann soll auch eine Programmbroschüre erscheinen.

„Bei sehr restriktiven Vorgaben haben wir einen Trumpf in der Hand“, erklärt der künstlerische Leiter: „Die Bereitschaft der Künstler, im Notfall zwei Kurzprogramme nacheinander zu spielen.“ Denkbar seien Konzerte von einer Stunde mit Beginn um 18 und um 20 Uhr. In der Essenz werde es bei den Hauptwerken bleiben.

Vier der 2020 ausgefallenen Konzerte werden heuer an den zehn Festivaltagen nachgeholt – darunter das Finale mit Star-Geigerin Isabelle Faust, das symphonische Programm in der originellen Besetzung für Violine, Cello und Klavier-Duo mit Sergey Malov, Raphaela Gromes , Yaara Tal und Andreas Groethuysen sowie das Open Air mit dem Barocktrompeten-Ensemble Berlin.

International renommierte Musiker sind dabei

Das Eröffnungskonzert übernimmt das Stuttgarter Kammerorchester mit Mezzosopranistin Okka von der Damerau, die im Seeforum Wagners Wesendonck-Lieder interpretiert – „parallel zu ihrer Brangäne bei den Münchner Opernfestspielen“, fügt Augstein an. Zwei musikalische Schwergewichte, Daniel Müller-Schott und Kit Armstrong, spielen gemeinsam Sonaten für Cello und Klavier. Star-Klarinettistin Sabine Meyer kehrt nach ihrem fulminanten Musikfest-Debüt vor zwei Jahren zurück und spielt diesmal mit dem Armida Quartett unter anderem das Brahms-Klarinetten- Quintett.

Ebenfalls nach 2019 wieder dabei ist Ausnahme-Pianistin Lisa Smirnova mit Klavierkonzerten „a-cinque“, also mit fünf Streichern. „Nach dem großen Konzerterfolg damals besprachen wir, dass sie mit großen Beethoven-Konzerten zurückkehren sollte“, erklärt Augstein. Ein Kinderkonzert, das 2020 erstmals geplant war, soll heuer stattfinden: Stefan Weh und Marcel Dorn führen mit Leichtigkeit an die klassische Musik heran. Ein Höhepunkt wird auch für Augstein die Rückkehr eines „der interessantesten jungen Pianisten unserer Zeit“ sein: Jan Lisiecki eröffnet die zweite Festivalwoche in Kaltenbrunn.

Das Programm für das Musikfest 2021 im Überblick

15. Juli, 19.30 Uhr, Seeforum: Eröffnungskonzert Stuttgarter Kammerorchester und Okka von der Damerau (Mezzosopran) mit Werken von Gustav Mahler, Richard Wagner und Richard Strauss.

16. Juli, 19.30 Uhr, Seeforum: Lisa Smirnova (Klavier) und New Classic Ensemble Wien mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven.

17. Juli, 19.30 Uhr, Seeforum: Konzert für Marc Chagall in Kooperation mit dem Tegernseer Gulbransson Museum mit Alexander und Daniel Gurfinkel (Klarinette) sowie Silvia Patru (Klavier) mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Camille Saint-Saëns, Max Bruch, Georges Bizet und weiteren.

18. Juli, 11 Uhr, Seeforum: Konzert für Kinder (Empfehlung fünf bis zwölf Jahre) von Stefan Weh und Marcel Dorn (Klavier) mit einer lustigen Annäherung an die klassische Musik. 18 Uhr, Seeforum: Daniel Müller-Schott (Violoncello) und Kit Armstrong (Klavier) mit Sonaten von Johannes Brahms, Claude Debussy, Johann Sebastian Bach und Camille Saint-Saëns.

20. Juli, 19.30 Uhr, Tenne Kaltenbrunn: Jan Lisiecki (Klavier) mit Stücken von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Frédéric Chopin, Ludwig van Beethoven und Anton G. Rubinstein.

21. Juli, 18 Uhr, Innenhof Gut Kaltenbrunn (bei Regen Tenne): Barocktrompeten Ensemble Berlin mit Trompetenmusik aus den kaiserlichen und königlichen Bibliotheken von Wien, Madrid, Kopenhagen, Dresden und Versailles.

22. Juli, 19.30 Uhr, Tenne Kaltenbrunn: Sergey Malov (Violine), Raphaela Gromes (Cello), Yaara Tal und Andreas Groethuysen mit Sinfonien in Fassung für Violine, Violoncello und Klavier zu vier Händen von Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Schubert und Ludwig van Beethoven.

23. Juli, 19.30 Uhr, Tenne Kaltenbrunn: Sabine Meyer (Klarinette), Reiner Wehle (Bassetthorn) und dem Armida Quartett mit Quintetten von Wolfgang Amadeus Mozart und Johannes Brahms.

24. Juli, 19.30 Uhr, Tenne Kaltenbrunn: Abschlusskonzert mit Sonaten für Violine und Basso Continuo von Johann Sebastian Bach, Heinrich Ignaz Franz Biber, Georg Muffat, und Johann Paul von Westhoff.

Das detaillierte Programm ist auf der Homepage des Festivals zu finden. Eine Broschüre ist erst für Juni geplant.

Karten können bereits reserviert werden, das Bestellformular findet sich auf musikfest-kreuth.de. Erst ab Mai/Juni ist der Vorverkaufsbeginn für Restkarten online und in weiteren Vorverkaufsstellen über Münchenticket vorgesehen.

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ag

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