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Traditionelle und moderne Elemente vereint der Lounge-Bereich der Jugendherberge, der 2014 im Zuge des Umbaus entstanden ist. Leiterin Lucia Georg ist stolz auf die Entwicklung, die das Haus seither genommen hat.

Übernachtungszahlen seit 2014 deutlich gestiegen

Darum ist die Jugendherberge in Kreuth so erfolgreich

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Während die Touristiker im Tal über neuen Marketingkonzepten brüten, hat die Kreuther Jugendherberge ihr Erfolgsrezept scheinbar gefunden: Seit 2014 geht es mit den Übernachtungen steil bergauf.

Kreuth – Die Kombination aus Tradition und Moderne liegt im Trend. Auch in der Jugendherberge in Scharling hat sich der Architekt dieses Kunstgriffs bedient, als es 2014 galt, im Erdgeschoss großzügig Hand anzulegen. Seither empfängt den Gast eine Rezeption aus schnörkellosem Altholz, die Hotel-Standards nicht zu scheuen braucht. Gleich daneben sind ein Lounge-Bereich, ein zeitgemäßer Speisesaal sowie drei modern ausgestattete Seminarräume entstanden. „Das hat uns wahnsinnig viel gebracht“, sagt Leiterin Lucia Georg (56) über die Umbauten. Seither wird die Kreuther Herberge vermehrt auch für Seminare und Tagungen gebucht. „Das füllt uns die belegungsarmen Zeiten“, erklärt Georg, die das Haus schon seit 1990 gemeinsam mit Ehemann Bernhard führt.

Die Investitionen, die das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) vor vier Jahren in sein Kreuther Haus gesteckt hat, haben sich also bezahlt gemacht. 2014 registrierten die Georgs noch 14.800 Übernachtungen, im vergangenen Jahr waren es bereits 18.200. Eine Steigerung, die sich heuer weiter stabilisieren werde, glaubt die 56-jährige Leiterin. „Im Juni und Juli sind wir schon komplett ausgebucht“, berichtet sie. Fast täglich bekomme sie für diesen Zeitraum weitere Anfragen von Gästen, die sie leider enttäuschen müsse.

Dabei sind es mitnichten nur Schulklassen, die sich für einen Aufenthalt in der Kreuther Jugendherberge einbuchen. „Das ist nur ein Teil unseres Klientels“, macht Lucia Georg deutlich. Die Hälfte in etwa. Die übrigen Gäste sind Familien sowie Vereine, Musik- und andere Gruppen, die hier dank der neuen Räumlichkeiten gute Bedingungen für ihre Zusammenkünfte vorfinden. Und günstig ist es obendrein. Eine Familie kann in der Jugendherberge bereits ab 23,40 Euro pro Person übernachten – inklusive Frühstück. Voraussetzung ist allerdings eine Mitgliedschaft im DJH. „Wir haben da sehr viele Stammgäste“, sagt die Leiterin über ihr Familien-Klientel.

Und damit sich alle gut unterhalten fühlen, stellen die Georgs ein eigenes Freizeitprogramm für ihre Gäste zusammen. „Das Thema ,Survival‘ kommt zum Beispiel sehr gut an“, berichtet die Herbergsmutter. Oder auch die Erlebniswanderung auf dem Wuiderersteig. Für Grundschüler werden in der Herberge seit Neuestem sogar Aktionen angeboten, die sich am Heimat- und Sachkunde-Unterricht in der Schule orientieren. „Dafür wurden wir eigens zertifiziert.“

Immer mehr bewegt sich der Kreuther Betrieb also weg von der simplen Herberge hin zu einem modernen Haus auf Hotel-Standard. Insgesamt gibt es in dem Gebäude in Scharling 119 Betten, verteilt auf elf Unterkünfte mit Bad, drei Appartements sowie etliche Vier- und-Sechs-Bett-Zimmer, die bislang nur über eine Waschgelegenheit verfügen. Doch auch das könnte sich möglicherweise bald ändern. „Unser langfristiger Plan ist es, jedes Zimmer mit einem eigenen Bad aufzurüsten“, sagt Georg, die dafür allerdings noch keine konkreten Zeitplan nennen kann.

Ohnehin haben alle Zimmer erst kürzlich ein „Update“ erhalten, wie die Leiterin erklärt. So hat sich die Kreuther Jugendherberge voriges Jahr einem Qualitätsmanagement unterzogen, bei dem sämtliche Bereiche im Haus – vom Service über die Küche bis hin zur Sicherheit – untersucht, bewertet und einem einheitlichen Standard angeglichen wurden. Bei der abschließenden Prüfung gab’s für Georg und ihr elfköpfiges Team Grund zur Freude: „Wir haben 99,6 von 100 Punkten erreicht.“

gab

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