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Hier ist Schluss: Von der Einmündung Nördliche Haupstraße an der Point bis Kreuth Mitte wird die B 307 noch bis die Nacht zum Freitag immer zwischen 19 und 6 Uhr gesperrt. Der Fernverkehr wird ab Gmund umgeleitet.

Zuletzt gab es heftige Kritik

Kreuth: Bauarbeiten an B 307 haben begonnen - So fährt der Shuttlebus

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    Christian Masengarb
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Zweimal waren die Bauarbeiten an der B 307 zwischen Kreuth und Scharling  verschoben worden. Doch am Montag ging es los. Nachts fährt jetzt nur noch der Shuttlebus.

Update vom Dienstag, 4. Juni: Kreuth: Bauarbeiten an B 307 haben begonnen - So fährt der Shuttle-Bus

Kreuth – Es ist so weit. Zweimal waren die Bauarbeiten an der B 307 zwischen Kreuth und Scharling und die damit einhergehende Vollsperrung verschoben worden. Doch am Montag um 19 Uhr ging es endgültig los. Wie Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider berichtet, frästen die Arbeiter über Nacht die Asphaltdecke ab. Bereits am Dienstag wurde mit dem Auftragen der neuen Schicht begonnen. Wie das Staatliche Bauamt Rosenheim mitteilt, liegen die Arbeiter gut in der Zeit und werden die Straße voraussichtlich in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag das letzte Mal sperren. 

Wie berichtet, hatte die Vollsperrung der Bundesstraße für Unmut bei den Kreuthern gesorgt, weil sie dadurch für einige Nächte von der Außenwelt abgeschnitten sind. Sie hätten eine Teilsperrung mit Ampel bevorzugt. Auch Bierschneider kritisierte die Maßnahme. 

Damit die Kreuther auch während der Sperrung nach Hause kommen, hat der RVO einen Shuttle Bus eingerichtet. Dieser fährt von 19 bis 23 Uhr im Halbstundentakt zwischen dem Parkplatz am Hirschberg (Abfahrten zur vollen und halben Stunde) und Wildpark Kreuth (Abfahrten viertel vor und nach der vollen Stunde). Er hält an allen regulären Haltestellen. Der Bus pendelt ebenfalls zwischen 5 und 6 Uhr, allerdings mit umgekehrten Abfahrtszeiten. Zwischen 23 Uhr und 5 Uhr können Fahrgäste direkt mit dem Busfahrer unter Handy 01 52 / 37 54 80 21 einen Treffpunkt an einer Haltestelle vereinbaren.

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Originalartikel vom Mittwoch, 29. Mai: Ärger über Vollsperrung in Kreuth: „Man kann uns nicht einsperren“

Kreuth„Man kann uns doch hier nicht einfach ab 19 Uhr einsperren“, ärgert sich Monika Wiesböck (65). Sie wohnt mitten in Kreuth und hat immer wieder beim Staatlichen Bauamt Rosenheim nachgehakt, warum überhaupt eine Vollsperrung nötig ist, um die Fahrbahndecke der Bundesstraße im Bereich zwischen Scharling und Kreuth zu sanieren. Dass die schon angekündigte Maßnahme wegen schlechter Witterungsverhältnisse auch noch verschoben wurde (wir berichteten), schlägt für sie dem Fass den Boden aus. „Jeder hatte sich darauf eingestellt und Termine verschoben“, meint Wiesböck. Und dann war nichts. Dabei, so Wiesböck. seien Kälte und Regen doch keine Überraschung gewesen. „Das kann doch jeder der Wettervorhersage entnehmen.“

Wie Wiesböck ärgern sich viele Kreuther. „Unsere Wirte hatten ganzen Gruppen wegen der Sperrung abgesagt“, berichtet Bürgermeister Josef Bierschneider. Vor allem aber seien die Hinweisschilder zur Sperrung nicht abgedeckt worden. „Viele haben sich dann nicht getraut, hinterzufahren.“

Überhaupt sei die Vollsperrung für ihn „ein Wahnsinn“, meint Bierschneider. Zumal im vorigen Jahr die Sanierung der B 318 zwischen Gmund und Bad Wiessee bei nur halbseitiger Sperrung durchgeführt wurde.

Warum in Kreuth nicht möglich ist, was in Bad Wiessee noch gut funktioniert hat, erklärt Florian Deininger vom Staatlichen Bauamt Rosenheim. Es gehe um den Schutz der Bauarbeiter. Eine Regelung dazu sei erst im Dezember 2018 verbindlich eingeführt worden. Demnach ist bei einer Fahrbahnbreite von 7,5 Metern eine Vollsperrung verpflichtend. Würde die Maßnahme in Bad Wiessee erst jetzt erfolgen, so Deininger, wäre ebenfalls eine komplette Sperrung geboten. Insofern kommt auf das Tegernseer Tal wohl weiteres Ungemach zu.

Tendenziell müssten Baumaßnahmen künftig häufiger unter Vollsperrung erfolgen, macht Deininger klar. Er könne aber keine pauschalen Aussagen treffen. Jede Maßnahme werde im Einzelfall geprüft. Dass die Arbeiten in Kreuth nach Absprache mit der zuständigen Baufirma schon zweimal verschoben werden mussten, bedaure das Staatliche Bauamt sehr, erklärt Deininger. Doch gälten bei Asphaltbauarbeiten strenge Anforderungen bezüglich der Witterung. „Bei zu tiefen Temperaturen oder starken Niederschlägen kühlt das heiße Asphaltmischgut zu schnell ab und lässt sich nicht mehr in dem erforderlichen Maß verdichten“, macht Deininger deutlich. Dies könne Schäden nach sich ziehen, die relativ schnell eine erneute Sanierung der Straße erforderlich machen. Darum werde auf optimale Randbedingungen besonderer Wert gelegt.

Um den Bürgern die Maßnahme so erträglich wie möglich zu machen, werde in der Nacht gearbeitet, erinnert Deininger. Dies sei ansonsten nur auf der Autobahn üblich. Somit ist die B 307 nur von 19 bis 6 Uhr gesperrt. Zudem steht eine Shuttlebus zur Verfügung, der über eine ansonsten nicht zulässige Route Kreuth während der Sperre mit der Außenwelt verbindet. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass ansonsten nur eine sehr weiträumige Umleitung über Bad Tölz zur Verfügung steht. Neuer Termin für die Arbeiten ist die Woche ab 3. Juni – sofern das Wetter diesmal mitspielt.

Für Wiesböck ist der Shuttlebus kein Trost. „Als Frau stelle ich mich doch nicht in der Nacht an den Hirschberg-Parkplatz“, meint sie. Das sei nicht zumutbar. Die Erklärungen des Staatlichen Bauamts überzeugen Wiesböck nicht. Die Behörde benehme sich wie ein Staat im Staate.

Auch Bürgermeister Bierschneider ist mit der Situation nicht glücklich. Einfluss nehmen könne die Gemeinde nicht: „Und es ist wirklich nicht optimal gelaufen.“

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