+
Eine über 100-jährige Geschichte hat das Batznhäusl in Kreuth. Nach mehreren Pächter-Wechseln sollen dort nun wieder Ruhe und Gastlichkeit einziehen.

Betrieb in Kreuther Traditions-Gasthof geht weiter

Mundschenk-Wirt übernimmt das Batznhäusl

  • schließen

Das Batznhäusl in Kreuth hat einen neuen Pächter. Robert Kirmse (36), bisher Wirt des Steak-Hauses Zum Mundschenk in Bad Wiessee, wird den Gasthof übernehmen. Für ihn ist das Batznhäusl ein Glücksfall.

Kreuth – Das Batznhäusl in Kreuth hat eine über 100-jährige Geschichte. Zuletzt verlief sie allerdings recht wechselvoll. Nach nur gut einem Jahr trat im Februar 2017 der letzte Pächter, Andreas Bittig, aus persönlichen Gründen überraschend den Rückzug an. Sein Vorgänger Giggi Hübsch hatte gerade einmal fünf Jahre durchgehalten, ehe er im November 2015 einen Schlussstrich zog. Der damalige Wirt hatte den Schritt auch mit der hohen Arbeitsbelastung begründet.

Nun schlägt das Herzogliche Brauhaus – seit gut einem Jahr Eigentümer des Kreuther Gasthofs – ein neues Kapitel auf: Mit dem 36-jährigen Robert Kirmse hat es einen Pachtvertrag geschlossen. „Wir freuen uns auf die neue Aufgabe“, sagt Kirmse, der den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Zdenka führen wird.

Robert und Zdenka Kirmse sind die neuen Wirtsleute des Batznhäusl.

Das neue Wirts-Paar lebt in Kreuth-Glashütte, hatte seine gastronomische Heimat bisher aber in Bad Wiessee. Seit zehn Jahren betreiben die Beiden im Haus Ursula am Lindenplatz ihr Restaurant Zum Mundschenk. „Und wir hätten das sicher noch weitere zehn Jahre gemacht“, meint Kirmse.

Doch die Umstände ließen das nicht zu: Bekanntlich soll das alte Haus Ursula schon bald einem modernen Wohn- und Geschäftshaus weichen – eine Gastronomie ist in dem Neubau nicht mehr vorgesehen. Kirmse war also gezwungen, sich nach Alternativen umzusehen.

Da traf es sich gut, dass das Brauhaus gerade auf der Suche nach einem neuen Pächter fürs Batznhäusl war. Die beiden Parteien wurden sich einig. Dass sich Kirmse damit an ein weitaus größeres Objekt heranwagt, als bisher gewohnt, ist dem Kreuther durchaus bewusst: Drei Köche, die schon im Mundschenk für ihn arbeiteten, nimmt Kirmse mit in den neuen Betrieb. „Ich werde mich mit meiner Frau um alles andere kümmern“, erklärt der 36-jährige Familienvater. Schließlich gibt es im Batznhäusl neben den Wirtsstuben und dem Biergarten auch fünf Gästezimmer, die es zu vermieten gilt.

Was die Speisekarte anbelangt, so möchte sich der neue Wirt treu bleiben: Neben gut-bürgerlicher, bayerischer Küche will Kirmse abends auch weiterhin seine Steaks servieren, für die er in Bad Wiessee bekannt war. Der Gastronom hofft, dass er somit auch künftig auf sein Stammklientel zählen kann. „Wir haben ja bisher schon viele Kreuther Gäste gehabt.“ Aber auch den alten Stammtisch vom Batznhäusl, der sich dort zuletzt nicht mehr eingefunden habe, wolle er reaktivieren, sagt Kirmse. Die Neueröffnung ist für 19. Juni geplant.

Dass sich im Batznhäusl bald wieder etwas rührt, freut auch den Kreuther Bürgermeister. Schließlich liege der Gasthof mitten im Ort und sei neben dem Stammtisch auch für Vereine ein wichtiger Versammlungsort. „Ich bin froh, dass dort wieder Leben einzieht“, sagt Josef Bierschneider. Und auch das Herzogliche Brauhaus ist zuversichtlich, was die Zukunft seines Batznhäusls betrifft. „Es soll wieder ein Ort werden, in dem Gastlichkeit und bayerische Tradition großgeschrieben wird“, erklärt Geschäftsführer Christian Wagner gegenüber der Tegernseer Zeitung.

gab

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zum Abschied der 91 Schüler singen die Schulleiter sogar ein Lied
Mindestens sechs Jahre haben die 91 Schüler an der Realschule in Gmund verbracht. Mit dem Abschluss werden sie nun auf ihren weiteren Weg entlassen. Ein Abschied mit …
Zum Abschied der 91 Schüler singen die Schulleiter sogar ein Lied
Orthopädische Klinik sucht Alternativ-Grundstücke
Die Orthopädische Klinik in Tegernsee soll wachsen. Doch bei den Planungen ist mit heftigem – auch juristischem – Gegenwind zu rechnen. Die Rentenversicherung wappnet …
Orthopädische Klinik sucht Alternativ-Grundstücke
Der „Jedermann“ kehrt zurück 
Der „Jedermann“ geht am Tegernsee in seine zweite Spielzeit. Die ist geprägt von der besseren Bühne und kleinen, auf den Zeitgeist zielenden Aktualisierungen in der …
Der „Jedermann“ kehrt zurück 
Gemeinde rät von Benutzung des Radwegs ab, den sie neu gebaut hat
Der Lückenradweg zwischen Finsterwald und Dürnbach sollte eigentlich für mehr Sicherheit sorgen. Doch Gmunder fürchten um ihr Leben und selbst im Gmunder Rathaus rät man …
Gemeinde rät von Benutzung des Radwegs ab, den sie neu gebaut hat

Kommentare