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Wunderbare Möglichkeiten zum Wandern gibt es in Kreuth - hier bei Siebenhütten. Bald darf sich Kreuth nun auch offiziell Bergsteigerdorf nennen.

Alpenverein überrascht mit Nachricht bei Bürgerversammlung

DAV gibt bekannt: Kreuth wird zum Bergsteigerdorf 

Kreuth hat es geschafft: Die südlichste Tegernseer-Tal-Gemeinde darf sich künftig mit dem Siegel „Bergsteigerdorf“ schmücken. Mit dieser Nachricht überraschte der Alpenverein bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend.

Kreuth – Kreuth hat es geschafft. Die Bewerbung und vor allem die Präsentation Ende Mai durch Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) und Christine von Miller, Vorsitzende der DAV-Ortsgruppe Tegernsee, vor dem Steuerungsgremium in Salzburg waren erfolgreich: Kreuth wird Bergsteigerdorf. Deutschlands viertes nach Ramsau bei Berchtesgaden sowie Schleching und Sachrang im Chiemgau.

„Es war ein langer Prozess und nicht ohne Hürden“, erklärte Hans-Peter Mair vom DAV München, der die frohe Kunde überbrachte. Seit 2014 hatte sich die Gemeinde um Prädikat und Aufnahme in das Netzwerk, das für sanften, nachhaltigen Bergtourismus steht, bemüht; hatte sich quasi zeitgleich mit Ramsau beworben, das seit seiner Aufnahme ein Rieseninteresse verbucht. Entsprechend groß war der Jubel in Kreuth. „Es freut mich riesig, dass wir dabei sein dürfen. Ich brenne für das Thema“, erklärte Bürgermeister Bierschneider, nachdem Miller ein triumphales „Ja“ herausgerutscht war. Und auch der Applaus der rund 120 Interessierten fiel kräftig aus.

Angesichts der vielen grünen Felder in der Präsentation, die zeigten, welche Kriterien Kreuth erfüllt, schien die Dauer des Bewerbungsprozesses verwunderlich: Fläche, Natur, geschützte Landwirtschaft und die Produktion regionaler Lebensmittel, die Möglichkeit für vielfältige Bergerlebnisse und Individualtourismus, eine Baukultur mit strengen Vorgaben und gelebter Tradition – das macht Kreuth zum Vorzeige-Bergsteigerdorf. Die Hürden, von denen Mair gesprochen hatte, waren die gut erschlossenen Ortsteile, die nah am Tegernsee liegen: Weissach und Ringsee.

„Wir haben das Gebiet eingegrenzt. Allein schon, weil Bergsteigerdörfer nicht mehr als 2500 Einwohner haben dürfen. Aber die ganze Gemeinde wird profitieren“, erklärte Bürgermeister Bierschneider. Zum Bergsteigerdorf gehören somit Ortskern Kreuth, Riedlern und Enterfels. Gastbetriebe und Lebensmittelerzeuger von dort, die im Einklang mit der Bergdorf-Philosophie stehen, können sich zertifizieren lassen, dem Netzwerk beitreten, mit dem Gütesiegel werben sowie das Logo verwenden.

Vertreter einiger potenzieller Mitgliedsbetriebe, die zum Erfolg der Bewerbung beigetragen hatten, aber in Pförn, Scharfen, Point oder Glashütte ansässig sind, zeigten sich enttäuscht. Tobias Hipp, beim DAV zuständig für die Zertifizierung, betonte, dass sie sich Impulsgeber wünschen und die Entwicklung einer Partnerschaft auf lange Sicht. Er räumte ein: „Das Thema, dass einzelne Ortsteil nicht ins Bergsteigerdorfkonzept passen, ist auch für uns neu. Welcher Partnerbetrieb sich eignet, werden wir in den nächsten Monaten sehen. Es ist noch alles offen.“

Die Gemeinderäte Markus Wrba (FWG) und Martin Walch (SPD) gaben zu bedenken, dass das Produkt und nicht der Ortsteil im Fokus stehen sollte und man sich zur Ortsteil-Problematik noch einmal Gedanken machen müsse. „Die Aufnahme ist nicht nur eine Chance, sondern auch eine Verantwortung und ein Ansporn, dass wir so weiterarbeiten können“, sagte Walch. Das Wort ergriff auch Christian Kausch, Chef der TTT. Er betonte, dass das Bergsteigerdorf-Zertifikat keine Konkurrenz zur Arbeit der TTT darstelle: „Im Gegenteil. Wir freuen uns über das klare Bekenntnis und werden das Projekt unterstützen.“

Alexandra Korimorth

Erstmeldung

Kreuth - Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider und Christine Miller, Vorsitzende der Alpenvereins-Sektion Tegernsee, reagierten mit einem freudigen „Ja“-Ruf auf die Nachricht des DAV. Schon seit 2014 schielt Kreuth nach dem begehrten Siegel, nun ist die Aufnahme in den Kreis der Bergsteigerdörfer besiegelt. Damit befindet sich die Tal-Gemeinde in guter, aber noch kleiner Gesellschaft. In Deutschland gibt es bislang nur drei Orte, die sich erfolgreich um den Titel bemüht haben: Ramsau bei Berchtesgaden sowie Schleching und Sachrang im Chiemgau.

Die rund 120 Besucher der Bürgerversammlung reagierten erfreut auf die Nachricht. Sie applaudierten. Fragen warf allerdings die Tatsache auf, dass lediglich der Kernbereich von Kreuth den Namen „Bergsteigerdorf“ führen darf. Die Ortsteile Weissach und Ringsee etwa sind ausgeklammert. Ansonsten wäre die Gemeinde zu groß gewesen, um das Siegel führen zu dürfen.  

mm

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