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In ihre Kreuther Villa wollte Betty B. wieder zurückkehren. Musste sie deshalb sterben?

Mord-Prozess um Kreuther Millionärin

Fall Betty B.: Welche Rolle spielte Freund Peter P.?

Immer noch kein Urteil dafür immer mehr Details: In dem Mammut-Prozess um die mutmaßlich ermordete Kreuther Millionärin Betty B. sagte heute Peter P. aus. War er Helfer in der Not oder hat er sie genauso ausgenutzt?

Kreuth/München - Betty B. wurde wieder fitter, wollte aus dem Altenheim zurück in ihre Villa in Kreuth. Das war mutmaßlich ihr Ende. Denn die Villa in Kreuth war da schon von ihrer Pflegerin Renate W. samt Komplizen ausgeräumt, ihre Kunstsammlung schon weitgehend verscherbelt.

Das durfte freilich nicht auffliegen. Deshalb soll Renate W. kurzerhand zum Kissen gegriffen - und zugedrückt haben. Renate W. bestreitet zumindest den Mord vehement.

Beim letzten Prozesstag gab es nun schon die Plädoyers, ausführlich bei uns hier nachzulesen.

Schon vorher wurde klar, dass sich der Mord-Prozess um Betty B. lange hinziehen würde.

Nun am Mittwoch wurde von vielen das Urteil erwartet - doch weit gefehlt. Weitere Zeugen werden aktuell, der Prozess läuft gerade noch, angehört. Auch bei einem weiteren Termin soll es nun neue Zeugenaussagen geben.

Hier ein ausführlicher Bericht über die Zeugenaussagen am Mittwoch:

Wieder kein Urteil im Fall Betty B. Stattdessen standen am gestrigen Prozesstag zwölf goldene Dosen im Zentrum des gerichtlichen Interesses. Unter dem Vorsitz von Richter Thomas Bott sollte damit das Verhältnis von Peter P. zur mutmaßlich ermordeten Kreuther Millionärin unter die Lupe genommen werden. 

Weil der 68-Jährige seine freundschaftliche Beziehung zur Toten auf „besonders verwerfliche Weise“ ausgenutzt haben soll, hatte die Staatsanwaltschaft am Dienstag eine empfindliche Haftstrafe von sieben Jahren gefordert. Die von der Verteidigung bestellten Zeugen, eine langjährige Angestellte von P. und seine Tochter, zeichneten in den Befragungen jedoch ein Bild von Integrität und Freundschaft Peter Ps. gegenüber der toten Millionärin. 

Er soll ihr mit Fahrdiensten, Bargeld und vielen anderen Gefälligkeiten geholfen haben, man stand sich sehr nahe und feierte sogar Weihnachten miteinander. Peter P. war nach den Aussagen seiner Tochter ehrlich besorgt um Betty B., besuchte sie auch im Altersheim regelmäßig und half ihr, wo er konnte. Als die 31-Jährige bei der Erzählung darüber, was nach Ps Verhaftung folgte, in Tränen ausbricht, weint ihr Vater mit. 

Im Zentrum der Befragungen standen gestern wieder zwölf goldene Dosen im Wert von rund 100.000 Euro, die B. ihrem Freund zur sicheren Verwahrung gegeben haben soll. Was er so erfolgreich tat, dass nicht mal die Polizei sie bei der Durchsuchung seines Hauses gefunden hat: und zwar in seinem Weinkeller im Weinregal. Aber er wollte sie nach dem Tod der Millionärin nicht behalten, obwohl sie ihm als Faustpfand für erhebliche Summen Bargeld dienen sollten, die er Betty B. geliehen hatte. 

Deshalb übergab der 68-Jährige die wertvollen Stücke später auch von sich aus der Polizei. „Ich brauch a Geld“ soll B. gesagt und immer öfter weinend bei Peter P. und seiner Familie angerufen haben, weil der amtlich bestellte Vormund der Millionärin nur 100 Euro Taschengeld in der Woche gegeben haben soll. Unter anderem deshalb wollte die Millionärin auch raus aus dieser Situation. „Ich geh wieder nach Hause nach Kreuth, das ist ja wie im Gefängnis hier!“, soll sie gesagt haben. Mutmaßlich ihr Todesurteil, denn ihre Gesellschafterin Renate W. soll B. mit einem Kissen erstickt haben, nachdem sie deren Haus ausgeräumt hatte. Der Prozess dauert an.

kmm/Julia Traut

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