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Die May-Klinik in Kreuth: Die Gemeinde will sie jetzt kaufen.

Sie steht seit Jahren leer

Gemeinde Kreuth will ehemalige May-Klinik kaufen

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Kreuth - Die ehemalige May-Klinik ist zur Schrott-Immobilie geworden, verfällt mehr und mehr. Jetzt will die Gemeinde Kreuth sie kaufen. Doch der Eigentümer zieht noch nicht so recht.

Schon vor Monaten hat die Gemeinde Kreuth ein Kaufangebot für die ehemalige May-Klinik abgegeben. Zur Höhe äußert sich Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) nicht. Nur so viel: „Wir zahlen keine utopischen Summen.“ Schließlich kommt auf den Käufer auch einiges zu. Am Abriss der früheren Klinik führt nach Einschätzung des Bürgermeisters kein Weg vorbei. „Und es ist auch nicht klar, ob auf dem Gelände noch Altlasten sind“, erklärt Bierschneider. 

Über die Verwendung des rund 50.000 Quadratmeter großen Grundstücks hat sich der Gemeinderat hinter verschlossenen Türen schon viele Gedanken gemacht. Zum einen soll dort bezahlbarer Wohnraum entstehen. Gedacht ist an Mietwohnungen, die sich auch Familien mit kleinem Geldbeutel leisten können. Um diese Pläne zu realisieren, hat die Gemeinde Gespräche mit Wohnbaugenossenschaften geführt. Denkbar wären zwei Häuser mit je neun Wohnungen, meint Bierschneider. Der Bedarf sei sicher gegeben. Zum zweiten wäre auf dem Grundstück noch Platz für die Ansiedlung von Betrieben. Auch dafür besteht nach Überzeugung von Bierschneider Bedarf. Dies habe eine Umfrage der Gemeinde unter den Gewerbetreibenden gezeigt. 

Noch ist sich die Gemeinde mit dem Eigentümer Benedict Mathews, Geschäftsführer der Cooley Group, alles andere als einig. Mathews habe nichts mehr von sich hören lassen, sagt Bierschneider. Er gehe davon aus, dass Mathews „meistbietend verkaufen“ wolle und noch auf ein höheres Gebot hoffe.

Wie berichtet, hatte Mathews immer wieder von Konzepten und Investoren gesprochen. Die Ex-Klinik hätte ein Seniorenheim oder ein Baumhaus-Hotel werden sollen. Tatsächlich meldeten sich auch immer wieder Interessenten im Rathaus. Ein Hotelbau etwa wäre der Gemeinde auch sehr recht gewesen. Doch letztlich versandete das Interesse stets wieder. Bei einer Nachfrage unserer Zeitung vor wenigen Wochen meinte Mathews nur: „Es gibt nichts Neues.“ Gestern war er für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. „Das zieht sich alles ewig hin“, seufzt Bierschneider. Er hoffe sehr, dass Mathews das Kaufangebot der Gemeinde wahrnehme. „Das wäre doch ein vernünftiger Zweck.“ 

Unterdessen verfällt die ehemalige Klinik immer mehr. Dabei war die 1907 gegründete Krankenanstalt Dr. Heinz May früher einmal ein Aushängeschild, der größte Arbeitgeber der Gemeinde. Doch das Traditionshaus schaffte den Sprung in die neue Zeit nicht. 2006 meldete die Klinik Insolvenz an, 2008 machte sie dicht. Im März 2012 schloss auch das im Gebäude verbliebene Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation. Seitdem steht der gesamte Komplex leer. Die irische Cooley Group von Mathews hatte die insolvente Klinik 2006 gekauft. Wegen des Kaufvertrags kam es zu einem langen Rechtsstreit mit dem Insolvenzverwalter Josef Hingerl. Nach einem Vergleich vor dem Oberlandesgericht München im August 2013 ist die Cooley Group nun Eigentümerin.

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