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Im Beisein zahlreicher Gäste wurde am Freitag auf der Königsalm die Ernennung Kreuths zum Bergsteigerdorf gefeiert.
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Im Beisein zahlreicher Gäste wurde am Freitag auf der Königsalm die Ernennung Kreuths zum Bergsteigerdorf gefeiert.

Große Party, viel Prominenz, über 100.000 Euro

Kreuth ist Bergsteigerdorf - Die Feier auf der Königsalm und alle Hintergründe

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Die Kulisse hätte malerischer nicht sein können. Auf der Königsalm am Fuße des Schildensteins wurde Kreuth gerade zum Bergsteigerdorf ernannt. Allein drei Staatsminister waren dabei. Und richtig viel Geld.

Kreuth - Dort, wo einst die Hoheiten ein- und ausgingen und sogar schon Kaiserin Sisi nächtigte, schlug die Gemeinde Kreuth am Freitag ein neues Kapitel Ortsgeschichte auf: Der Deutsche Alpenverein (DAV) verlieh Kreuth bei einem Festakt auf der Königsalm das Siegel, das es zum vierten Bergsteigerdorf Deutschlands macht. Die Ehrengäste kamen zuhauf, um dem feierlichen Festakt beizuwohnen: darunter die bayerischen Minister Marcel Huber und Franz Josef Pschierer samt Kollegin und Stimmkreisabgeordneter Ilse Aigner, Herzogin Helene als Hausherrin, hochrangige Vertreter des Alpenvereins, der Gemeinde, der Partnerbetriebe und der anderen Bergsteigerdörfer. Die meisten von ihnen waren auf geschichtsträchtigen Pfaden von Wildbad Kreuth aus zu Fuß zur Königsalm gelangt. 

Das Schlagwort vom „naturverträglichen Tourismus“ war es dann auch, das diesen Vormittag dominierte. Bürgermeister Josef Bierschneider, der sich zusammen mit dem Gemeinderat viele Jahre um das Siegel Bergsteigerdorf bemüht hatte, sprach von einer „moralischen Verpflichtung“, das zu erhalten, was die Gemeinde Kreuth so besonders mache: „Die wunderbare Landschaft, die intakte Natur, unsere Baukultur, unsere Sprache und das Brauchtum, das bei uns von innen heraus gelebt wird.“ Kreuth, so meinte er, werde häufig belächelt, weil es nicht jedem Trend hinterher laufe. 

„Doch wir werden die sein, die zuletzt lachen“, prognostizierte der Rathaus-Chef. Tatsächlich gab es für die Kreuther an diesem Tag reichlich Grund zur Freude: Während Wirtschaftsminister Pschierer einen 30 000 Euro schweren Zuschuss für Marketingmaßnahmen im Gepäck hatte, überreichte Kollege Huber vom Umweltministerium einen Förderscheck für nachhaltigen Naturtourismus in Höhe von 84 000 Euro. Das Siegel Bergsteigerdorf sei nicht nur ein Schild, das sich Kreuth nun anheften dürfe, sondern dahinter stecke eine Philosophie, meinte Huber. Dass sich die Bürger diese Philosophie offenbar zu eigen machen können, zeigt die Zahl der Partnerbetriebe, die das neue Bergsteigerdorf gewinnen konnte. 22 sind es an der Zahl (wir berichteten).

Und auch sonst ist der neue Titel bereits allgegenwärtig: Der örtliche Kindergarten hat sein diesjähriges Sommerfest unter das Motto Bergsteigerdorf gestellt, und auch der Kirchenchor wandelte sich für den Festakt kurzerhand zum Bergsteigerchor. Die Frauen in ihren farbenrohen Dirndln wünschten gesanglich Erfolg und Glück, „und dass Euch alles gut gelingt“. Erfrischend sympathisch auch die Glückwünsche jenes Trios, das aus den anderen deutschen Bergsteigerdörfern Ramsau, Sachrang und Schleching angereist war. Sie hießen „den Sepp“ in ihrem Club willkommen und überreichten als Präsente Hackelstecken, Speck und Schnaps. „Wir freuen uns, dass wir jetzt ein weiteres Mitglied dabei haben“, sagte Rudi Fendt, Vize-Bürgermeister von Ramsau, fügte aber in Richtung Bierschneider hinzu: 

„Du bist noch nicht am Gipfel.“ Er wünschte den Kreuthern weiterhin viel Durchhaltevermögen und bemerkte schelmisch: „Wir haben damals bei der Ernennung nur 10.000 Euro gekriegt.“ Das blieb nicht ohne Folgen: Minister Pschierer sagte prompt – und unter dem Applaus der Gäste – zu, die Förderung im nachhinein aufzustocken. Sodann schritten DAV-Vizepräsident Rudi Erlacher – im Übrigen ein waschechter Kreuther – und Bürgermeister Bierschneider zur Tat und unterzeichneten die Vertragspapiere. 

Damit sich die Gäste im künftigen Bergsteigerdorf noch besser zurecht finden, wurde die Wanderkarte „Bayerische Alpen“ des DAV übrigens kurzerhand um das neue Kartenblatt „Kreuth“ erweitert. „Hier bildet Kreuth nun den Mittelpunkt“ sagte Wolfgang Bauer, Präsident des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, gestern, als er das neue Kartenmaterial als Überraschung präsentierte.

Lesen Sie auch: Kreuth ist Bergsteigerdorf - was das jetzt für den Ort bedeutet am Beispiel einer anderen Gemeinde in Bayern, die den Titel schon hat - und sehr gut davon lebt.

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