Wegen Verleumdung verurteilt

Polizistinnen sollen Kreuther beschimpft haben - jetzt stand er vor Gericht

Kreuth - Eine schwere Anschuldigung hat ein ehemaliger Kreuther (45) gegen zwei Polizeibeamtinnen erhoben: Sie hätten ihn mit einem massiven Schimpfwort übel beleidigt. Jetzt stand der Mann wegen Verleumdung vor Gericht.

Der 45-Jährige wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Doch wie kam es überhaupt zu dem Zusammentreffen zwischen dem Frührentner, der mittlerweile in Bad Tölz lebt, und den Polizeibeamten?

Im August vergangenen Jahres hatte der 45-Jährige den Notruf gewählt, da jemand in seine damalige Wohnung in Kreuth eingebrochen sei, Gegenstände entwendet und seine Katze vergiftet habe. Zwei Beamte der Polizeiinspektion Bad Wiessee sahen sich die Örtlichkeit daraufhin an, verwiesen aber lediglich auf die Spurensicherung. Die kam am nächsten Tag auch vorbei. „Die waren aber so unverschämt, und ihnen war alles zu viel“, echauffierte sich der 45-Jährige vor Gericht.

Wegen der aus seiner Sicht unerfreulichen Verhaltensweise der Beamten meldete sich der Ex-Kreuther erneut bei der Polizei in Bad Wiessee und wollte die Namen der Beamten wissen. „Dann meinte er, die Beamten hätten sich wie Trampeltiere verhalten und ihm die Hand nicht gegeben, weil sie kein Aids haben wollten“, sagte ein Wiesseer Polizeibeamte aus. Darüber hinaus hätte der Angeklagte in dem Telefonat behauptet, er sei mit einem schlimmen Schimpfwort betitelt worden. 

Vor Gericht erzählte der 45-Jährige nun eine andere Version: Er sei zwar wütend gewesen ob der fehlenden Lust, ihm zu helfen, doch die Sache mit dem Aids und der Beleidigung habe er auf andere Polizisten bezogen. Das sollen vier Beamte gewesen sein, die ein paar Monate zuvor – ebenfalls wegen eines angeblichen Einbruchs in seiner Wohnung – bei ihm gewesen seien. „Da sind einfach zwei Sachen vermischt worden“, meinte der ehemalige Kreuther. 

Doch mit dieser Aussage kam der Mann nicht durch. „Ich bin hellhörig geworden, als es um meine Kollegen ging. Der Mann war so in Rage, dass er das einfach behauptet hat“, ergänzte der Wiesseer Polizeibeamte seine Aussage. Der Angeklagte ist kein unbeschriebenes Blatt. Er hat bereits acht Einträge in seinem Bundeszentralregister vorzuweisen, zwei davon wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in den Jahren 1998 und 2000 sowie einen wegen Missbrauchs von Notrufen. 

Staatsanwältin Steinmetz forderte wegen der „erheblichen Anschuldigung“ und der vielen Vorstrafen eine Geldstrafe in Höhe von 150 Tagessätzen zu je 15 Euro. Er sei sich sicher, dass die Polizistinnen ihn nicht in der behaupteten Weise beleidigt hätten, zeigte sich denn auch Richter Walter Leitner überzeugt. Er verurteilte den Mann letztlich zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 15 Euro. „Sie haben zwei Beamte bezichtigt, ein äußerst unschönes Wort gesagt zu haben“, meinte Leitner in seiner Urteilsbegründung.

Von Philip Hamm

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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