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Kunst von Rang und Namen: Christian Awe stellt am Tegernsee aus

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Sie zeigen Kunst von Weltrang: (v.l.) der renommierte Künstler Christian Awe mit den Kuratoren Benedikt Müller und Mon Muellerschoen sowie Korbinian Kohler.
Sie zeigen Kunst von Weltrang: (v.l.) der renommierte Künstler Christian Awe mit den Kuratoren Benedikt Müller und Mon Muellerschoen sowie Korbinian Kohler. © Thomas Plettenberg

Ein Künstler von Rang und Namen zeigt seine Werke am Tegernsee: Im Bachmair Weissach hat der Berliner Christian Awe nun seine Ausstellung „Ikagai“ eröffnet.

Weissach – Mit der Ausstellung des international renommierten Künstlers Christian Awe bewies Korbinian Kohler, Chef des Spa & Resort Bachmair Weissach, wieder sein Faible für moderne Kunst und sein Händchen dafür. Gut 200 Besucher, darunter Prominente wie Schauspielerin Maria Furtwängler und Künstlerin Judith Milberg, wohnten der Vernissage am Freitagabend bei und ließen sich von der Energie aufladen, die die kraftvollen Bilder des Berliners verströmen. Mit dem japanischen Begriff „Ikigai“ ist die fulminante Bilderschau betitelt, was so viel bedeutet wie Lebenssinn, Lebensfreude oder – salopp ausgedrückt – das, wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen. Somit soll auch die Symbiose aus asiatischer und alpenländischer Kultur bildnerisch manifestiert werden.

„Ich schwinge gerade in meiner Mitte“, begann Mon Muellerschoen, Kunsthistorikerin, Kunstmanagerin und Kuratorin der Ausstellung, ihre Ausführungen, selbst im Ikigai gefangen. Zusammen mit Hotelier, Hausherr und Philosoph Korbinian Kohler eröffnete sie in einem anregenden Podiumsgespräch mit Awe im Festsaal des Hauses interessante Einblicke in das Schaffen des Künstlers, das vor Produktivität und Innovativität geradezu strotzt.

Riesige Arbeiten in aller Welt

Christian Awe ist nicht nur ein Künstler des überschaubaren Tafelbildes. Vor allem hat er sich in den vergangenen Jahren mit aufsehenerregenden Outdoor-Kunstprojekten einen Namen gemacht und sich damit in die Nähe des großen Christo gerückt. So sind Wandgemälde an öffentlichen Fassaden und Industriegebäuden von mehreren Hundert Quadratmetern vor allem in Berlin und auch immer mehr in aller Welt für den 44-Jährigen gelebte künstlerische Realität.

Prominente Beispiele dafür sind die 220 Meter lange und drei Meter hohe Malerei-Installation „Overcoming borders“ in Wolga Fest Samara (Russland) von 2021, das unter dem Motto „Verbinden – mitmachen – Grenzen überwinden“ stand, und der Intention Awes, die Kunst zu demokratisieren, ein markantes Gesicht verleiht. Das Riesenprojekt erforderte vier Tage Arbeit zur Vorbereitung und zehn Tage vor Ort und lockte zur Eröffnung 500 000 Besucher an. Ein weiteres Beispiel ist ein 30 Meter hohes Wandbild an der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg von 2012, um dem damaligen rechtslastigen Geschehen vor Ort mit Kultur zu begegnen. Mit dem Erlös eines weiteren Projekts baute Awe in Burkina Faso eine Schule für 400 Kinder.

In der Ausstellung in Weissach zeigt der Schüler von Georg Baselitz und Daniel Richter 30 mittel- bis großformatige Arbeiten in Acryl auf Leinwand mit Titeln wie „Tegernsee Phantastisch“ und „Farbmeer“. In ihnen wird die Rolle der Farbe als Awes Hauptlieferant für Lebensenergie und Passion deutlich, sind doch seine Bilder wahre Farbexplosionen voller Expressivität und Dramatik. Was wie zufällig und spielerisch leicht daherkommt, ist mit Intention kreiert, sodass man von gesteuertem Zufall sprechen könnte.

Ausstellung ist bis 12. Juli zu sehen

Die Arbeiten sprechen die Sinne an, fordern sie geradezu heraus, lösen Emotionen und Assoziationen aus und laden dazu ein, bei längerem Betrachten immer wieder Neues zu entdecken. Der Umgang mit Farbe und Licht erscheint mühelos, die verschiedenen Schichten im Wechsel matt und glänzend, die Gestik von luftig schwebend bis eruptiv und pulsierend. „In Deutschland ist zu viel Farbe suspekt“, sagt der Künstler. „Ich weiß, dass ich mich in dieser Skala ziemlich am Ende befinde, aber dazu stehe ich, ich brauch’ das einfach.“ Seine Ausstellung im Bachmair Weissach ist bis 12. Juli 2022 zu sehen.

Reinhold Schmid

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