Wenn der Sound schlicht zu laut ist, leuchtet die Mahnung an die Fahrer in roten Lettern auf: „Leiser!“
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Wenn der Sound schlicht zu laut ist, leuchtet die Mahnung an die Fahrer in roten Lettern auf: „Leiser!“

Gemeinderat Kreuth setzt auf mahnende Schilder

Mobile Displays: Lärmkontrolle am Straßenrand

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Lärmdisplays messen Geschwindigkeit und Lautstärke. Die Gemeinde Kreuth trägt sich mit dem Gedanken, ein solches Gerät für 16 000 Euro anzuschaffen.

Kreuth - Das Problem in Kreuth und vor allem an der Kreuzung in Weißach ist nicht neu: Durch den Motorenlärm von Motorrädern und Boliden fühlen sich Anlieger gestört – und das nicht nur im Ortsteil Weißach. Bürgermeister Josef Bierschneider bekommt regelmäßig – und vor allem montags – wütende E-Mails, meist von Bürgerinnen, die um Abhilfe flehen. Deshalb stellte Bierschneider im Gemeinderat jetzt die Anschaffung eines Lärmdisplays zur Abstimmung.

Das sind mobile Schilder, auf denen neben dem Schriftzug „psst … Rücksicht!“ ein kleines Mädchen abgebildet ist, das sich die Ohren zuhält. In den Leitpfosten sind Lärmmesseinheiten integriert. Rauscht ein Fahrzeug vorbei, erscheint auf dem Display entweder ein rot blinkendes „Bitte leiser!“ oder ein grün leuchtendes „Danke“. „Geblitzt und strafrechtlich verfolgt – wie bei einer Geschwindigkeitsübertretung – werden die Verursacher der Lärmbelästigung aber nicht“, stellte Bierschneider klar. Aber die Art des Fahrzeuges werde erfasst. „Wenn es da eine gewisse Regelmäßigkeit gibt, haben wir etwas in der Hand, sodass wir das von der Polizei auch mal kontrollieren lassen können“, meinte er.

System setzt auf Eigenverantwortung

Ansonsten setzt das System auf die Eigenverantwortung der Motorradfahrer und Bolidenbesitzer. Peter Stiepan (CSU) konnte da nur milde lächeln: „Ich befürchte, dass viele ihre Möhre dann erst recht aufdrehen, um zu sehen, dass ihre aufgemachte Maschine auch tatsächlich den entsprechenden Sound bringt. Ich habe eher Angst, dass durch diese Displays so etwas wie ein Wettbewerb entsteht.“

Seine Fraktionskollegin Ulrike Rohnbogner sah es ähnlich: „Die, die so aufdrehen, interessiert nicht, ob sie laut oder leise sind und andere stören.“ Und auch für Matthias Erhardt (Grüne) macht die Anschaffung nur Sinn, wenn die Überschreitung von Lärmgrenzen auch Folgen hat.

Kooperation mit Nachbarorten gewünscht

Die Kosten von 16 000 Euro taugten Markus Wrba (FWG) nicht. Er schlug scherzhaft vor, sich das Gerät doch eventuell von Beschwerdemails schreibenden Anliegerinnen sponsern zu lassen.

Mit Blick auf die Haushaltslage der Gemeinde wollte Christian Bock (CSU) abgeklärt wissen, ob sich nicht Nachbarorte mit ähnlichen Verkehrslärmproblemen finden, die so ein Lärmdisplay gemeinsam mit Kreuth anschaffen. Unter dieser Voraussetzung sprach sich der Gemeinderat schließlich für den Kauf aus. Der Betrag wird in den Haushalt 2021 eingestellt.    

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