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Davon ist das Landratsamt nicht begeistert: die erste Nachtskitour auf den Hirschberg.

Neues Angebot am Hirschberg in der Kritik

Landratsamt: Die Natur verträgt keine Nachtskitouren

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Kreuth/Miesbach - Nachdem die Nachtskitouren mit großem Medienecho am Hirschberg gestartet sind, meldet sich die Naturschutzbehörde des Landkreises. Und: Man ist nicht begeistert...

Die Pressemitteilung des Landratsamts Miesbach im Original:

Es ist ein Angebot für Skitourengeher aus München: Mit einem Nacht-Skitouren-Bus werden sie zum Fuß des Hirschberges gebracht, um von dort ihrem Hobby nachzugehen. Doch auch im Landkreis Miesbach wird das Tourengehen bei Dunkelheit in der freien Natur mit starken Stirnlampen von Naturfreunden und in der Öffentlichkeit kritisch hinterfragt und diskutiert. Die untere Naturschutzbehörde bezieht nun in dieser Diskussion eine deutliche Position.

„Der Landkreis Miesbach zeichnet sich durch eine herausragende Natur aus. Gleichzeitig ist unser Landkreis ein Haupterholungsgebiet für den Ballungsraum München - auch im Winter. Konflikte zwischen Naturschutz und Freizeitnutzung sind vorgegeben“, sagt Josef Faas, Fachreferent für Naturschutz.

In der Freizeitgesellschaft nimmt die Nutzung der freien Natur immer mehr zu. Häufig ist jedoch das Bewusstsein für Rücksichtnahme auf die Natur nicht ausreichend vorhanden. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Darum kümmert sich im Landkreis Miesbach etwa die Gebietsbetreuung für das Mangfallgebirge.

Trotz des enormen Erholungsdrucks benötigt die Natur, insbesondere die Tiere, räumliche und zeitliche Nischen, in die sie sich störungsfrei zurückziehen können. Sonst geraten sie über die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Das gilt in besonderer Weise für die Winterzeit, in der die Tiere mit ihrer Energie haushalten müssen, um diese Zeit zu überleben. Störungen können hier langfristig tödlich sein. So ist der rapide Rückgang des Birkhuhn-Bestandes im Landkreis mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Zunahme winterlicher Störungen zurückzuführen.

Skitourengehen in der Nacht mit Stirnlampen stellt aufgrund der enormen Störwirkung für die letzten zeitlichen und räumlichen Refugien der heimischen Tierwelt eine neue und sehr problematische Entwicklung dar. Es gibt Varianten dieses Sports, bei denen man verträgliche Kompromisse zwischen den unterschiedlichen Ansprüchen an die Natur finden kann. Dies ist bei den meisten Sportaktivitäten in der freien Natur der Fall. Die untere Naturschutzbehörde positioniert sich klar: „Das Skitourengehen in der Nacht mit Stirnlampen gehört grundsätzlich nicht zu den naturverträglichen Aktivitäten in der freien Natur“, meint Josef Faas.

Zum Hintergrund:

Die Skischule Tegernsee wollte schon länger einen nächtlichen Tourentreff am Hirschberg einrichten. Das Projekt dümpelte allerdings lange vor sich hin, auch aufgrund akuten Schneemangels in den vergangenen Jahren. Jetzt passt der Schnee, eine Münchner PR-Agentur unterstützt das Projekt kraftvoll. Aber bereits im Vorfeld erntete das Projekt deutliche Kritik. Auch wir haben die Nachtskitouren kritisch kommentiert. 

Lesen Sie auch: Reportage vor Ort - so war die erste Nachtskitour auf den Hirschberg.

kmm

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