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Der Bagger ist schon am Werk: Teile des Bachbetts am Grünen Wasserl wurden bereits mit Steinen aufgefüllt.

Geplante Splitthalle erhitzt die Gemüter 

Landratsamt versichert: Biotop Grünes Wasserl wird „erheblich vergrößert“

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Die geplante Splitthalle am Grünen Wasserl erhitzt die Gemüter von Bürgern und Naturschützern. Doch das Landratsamt rechtfertigt die Genehmigung und spricht von einer Renaturierung größerer Uferflächen. 

Kreuth – Die geplante Splitthalle samt Zufahrt, die am Grünen Wasserl in Kreuth gebaut werden soll, steht weiter im Feuer. Während sich die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) bestürzt zeigt angesichts „solcher Naturzerstörung“, rechtfertigt das Landratsamt Miesbach die Genehmigung und spricht von einem „umfassenden Sanierungskonzept“ für das Biotop. Unterdessen wurden vor Ort schon Fakten geschaffen. So wurde am Grünen Wasserl bereits Abraummaterial ins Wasser gekippt und mit dem Bau der Zufahrt begonnen.

Das Landratsamt Miesbach hat den geplanten Bau der Lagerhalle überhaupt erst ermöglicht, indem es eine Befreiung von den Vorschriften der Landschaftsschutzverordnung erteilte. Nun erläutert die Behörde in einer Pressemitteilung ihr Konzept noch einmal im Detail.

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Demnach ist die Lagerfläche neben der B 318 insgesamt 6900 Quadratmeter groß. Eine Zufahrt müsse verlegt werden, um zu dem 150 Meter entfernten Kieswerk zu gelangen. „Für diese neue Zufahrt muss lediglich ein kurzes Stück aufgefüllt werden, um einen festen Untergrund zu schaffen“, betont das Landratsamt. Und: Erst durch das Gesamtkonzept sei es möglich geworden, große Flächen am Uferbereich zu renaturieren, „während nur sehr kleine Flächen für die Zufahrt verwendet werden“. In der Pressemitteilung heißt es wörtlich: „Die renaturierte Fläche ist rund fünfmal so groß wie die neu verbaute.“ Das Biotop werde somit ganz erheblich vergrößert.

Die Splitthalle – im Übrigen eine Forderung aller fünf Tal-Bürgermeister – werde dort neben der Bundesstraße errichtet, „wo größtenteils jetzt schon Lagerfläche entsteht“, schreibt das Landratsamt. Sie befinde sich keineswegs im Biotop.

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Für die Schutzgemeinschaft sprengt die geplante Baumaßnahme dennoch „alle Grenzen des Machbaren“. Landschafts-, Natur-, Biotop- und Gewässerschutz-Vorschriften würden hier „in massiver Weise ausgehebelt“, moniert die SGT-Vorsitzende Angela Brogsitter-Finck. Am Grea Wasserl werde die natürliche Eigenschaft der Landschaft massiv beeinträchtigt. Da das Gebiet in einem geschützten Bereich liege, müsste es nach Ansicht Brogsitter-Fincks sogar durch das Umwelt-Völkerrecht geschützt sein.

„Viele Anrufer, die das Schaffen von Tatsachen in den letzten Tagen beim Vorbeifahren gesehen haben, rufen uns an und sind bestürzt wie wir“, sagt die Vorsitzende. „Man fühlt sich verraten und verkauft und hilflos ob solcher Naturzerstörung.“

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Eine Klage seitens der Schutzgemeinschaft gegen das Vorhaben wird es allerdings nicht geben. Leider, so Brogsitter-Finck, wäre eine solche nach anwaltlicher Auskunft unzulässig. Allerdings haben bekanntlich bereits Nachbarn Klage gegen die Halle eingereicht.

gab

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