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Mit historischen Kostümen und einer attraktiven Kulisse entführten die Schauspieler ihr Publikum ins München des 19. Jahrhunderts.

Kreuther Trachtler spielen „Da kahle Krempling“

Gelungene Theater-Premiere der Leonhardstoana

Der Kreuther Trachtenverein Leonhardstoana steht wieder auf der Bühne: Am Samstag feierte er mit „Da kahle Krempling“ Premiere. Ein voller Erfolg!

KreuthOriginelle Charaktere, wunderschöne, historische Kostüme und eine „beinahe kriminelle“ Handlung: Mit der Komödie „Da kahle Krempling“ bescherten die Leonhardstoana aus Kreuth ihrem Publikum einen vergnüglichen Theaterabend. Premiere feierte der Dreiakter am Freitag im Leonhardstoanahof.

Das „beinahe kriminell“ im Untertitel ist das Entscheidende an dem Stück. Ansonsten nämlich wäre der Inhalt schnell erzählt: Die Verwandten hoffen auf das Erbe von Tante Paula (Annelies Hagn). Zu ihrem 70. Geburtstag beschließt diese, dass ihre Erben von nun an nicht mehr nur zu jedem runden Geburtstag, sondern jedes Jahr zum gemeinsamen Feiern zu erscheinen haben.

Während Nichte Olga (Barbara Hagn) ein Gläschen nach dem anderen auf das Wohl der Tante trinkt und die andere Nichte Brunhilde (Johanna Riecke) schlau daher redet, schimpft Neffe Lenz (Sebastian Hübner) als derber Hopfenbauer recht krachert über alles und jeden. Ein weiterer Neffe (Fidi Brunner) gibt – sehr gekonnt – einen gestörten General, der kein Blut sehen kann. Blasio Fortanto, der letzte Neffe, ist ein verkannter Opernsänger. Er schmettert aus Leibeskräften: von Papageno-Arien aus der Zauberflöte bis hin zu Operettenschlagern. Und auch das sehr gekonnt. Die Familie wird ergänzt durch zwei Hausbedienstete: Maisonette (Alexander Meßner) und Herr Heinrich (Michi Stanglmayr).

Tante Paula verlangt von der Sippe, dass ihr im nächsten Jahr jeder Einzelne ein Geschenk von 70 Goldmark macht. Die Summe soll sich jedes weitere Jahr um sich selbst potenzieren.

Es dauert ein wenig, bis die Verwandten merken, dass sie – um ans Erbe zu kommen – ihrem Goldtantchen in den nächsten Jahren sehr viel Geld schenken müssen. Da ist schnell der Plan geschmiedet, die Lebenszeit der Tante zu verkürzen. Dem Schwammerlgulasch, das Lieblingsessen der Tante, soll der „kahle Krempling“ beigemischt werden. Das ist ein Pilz, der zwar sehr giftig ist, aber nicht gleich zum Tode führt...

Für ihr Stück haben die Leonhardstoana lediglich ein Bühnenbild gebaut. Mit unterschiedlicher Lichtführung geleiten sie geschickt in die einzelnen Räume. Aufwendige Kostüme führen in die Zeit, in der das Stück angesiedelt ist, nämlich Ende des 19. Jahrhunderts in München, in der Welt des gepflegten Bürgertums.

Schon bei der Premiere gelang der Truppe eine durchweg gute schauspielerische Leistung. Lediglich an ein, zwei Stellen musste die Souffleurin einspringen. Manchmal gab es auch herzige Unterstützung von einem der Kinder der Ensemble-Mitglieder, das gebannt dem Geschehen folgte. Während der Pausen sorgte die Risserkogelmusi für beste Unterhaltung.

Weitere Vorstellungen

von „Da kahle Krempling“ gibt es am Freitag, Samstag und Sonntag, 28., 29. und 30. April. Der Eintritt beträgt zehn Euro an der Abendkasse. Karten sind zudem erhältlich bei allen Tourist-Infos am Tegernsee und online über MünchenTicket.

Sonja Still

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