Luftschiff-EM 2016 am Tegernsee
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Fliegt wieder heim: Luftschiff.

Von geplatzten Hüllen und WM-Träumen

Luftschiff-EM 2016: Veranstalter und Piloten ziehen Bilanz

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Tegernseer Tal – Mit der Siegerehrung endete die Luftschiff-EM. Vom Wettkampf selbst bleibt ein tragischer Star, ein heimlicher Held – und die Frage nach einer Weltmeisterschaft 2017.

Am Ende wird Stephan Köhl poetisch: Das Geräusch der Riesen in der Luft werde ihm immer in Erinnerung bleiben, sagt der Chef der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) auf Englisch: „The sound of the giants in the air.“ Köhl spricht englisch. Das hat Symbolcharakter. Das Tal hat eine Woche lang gezeigt, dass es internationale Bühne kann. 

Jetzt sind die Riesen verstummt und aus dem kurzzeitig klaren Himmel überm See verschwunden. Der Schneesturm ist zurück. Mit der Siegerehrung auf Gut Kaltenbrunn am Montagabend ging die 3. Europäische Heißlufluftschiffmeisterschaft zu Ende. Und damit eine Veranstaltung, mit der es die Region deutschlandweit auf Fernsehbildschirme schaffte. Hier gibt's nochmal alles über die EM zum Nachlesen.

ML mona lisa und heute-Magazin berichteten

Schon vor EM-Beginn flog Organisator Seitz fünf Minuten durch die Rundschau im BR, schaute über Tal und See und sagte den schönen Satz: „So was sieht man nicht alle Tage. Da ist man schon gerne unterwegs in der Luft.“ Dann ging’s weiter mit dem ZDF. Das brachte gleich zwei Beiträge. Zwei Minuten war der See in der heute-Sendung zu sehen, ganze vier Minuten im Magazin ML mona lisa. Der SWR drehte einen Halb-Stünder, der noch auf Veröffentlichung wartet. In jedem Beitrag flimmern immer wieder Bilder von See, Tal und Tegernseer Bergen über die Leinwand. Neben der EM hatten alle Beiträge ein Thema: Pia Marie Witt, Deutschlands einzige Luftschiffpilotin. 

Video: Rundflug mit Pia Marie Witt über den Tegernsee

Luftschiff-Flug über den Tegernsee

Pia Marie Witt ist Deutschlands einzige Luftschiff-Pilotin. Wir sind mit ihr eine Runde über den Tegernsee geflogen. Alle Infos zur Luftschiff-EM 2016 am Tegernsee findet ihr hier: http://bit.ly/21b37DV

Posted by Tegernseer Zeitung on Donnerstag, 18. Februar 2016

Medienstar Witt erleidet tragische Niederlage

Sieger und Veranstalter: (v.l.) Organisator Helmut Seitz, TTT-Chef Stephan Köhl, Vize-Europameister Andreas Merk (Deutschland), Europameister Jacques-Antoine Besnard (Schweiz), Dritter Ralph Kremer (Deutschland), Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider und TTT-Eventmanager Peter Rie.

EM-Organisator Helmut Seitz inszenierte Witt als Galionsfigur der EM. Mit Erfolg. Umso tragischer ihr frühes Ausscheiden. War sie am Freitag nach der ersten Fahrt noch fast punktgleich mit dem Erstplazierten, ging am Samstag alles schief. Etwas, das eigentlich nicht passieren darf, passierte: Die Hülle platzte. Warum, darüber wird am Montagabend immer wieder an jedem Tisch diskutiert. Von Materialermüdung ist da die Rede, einem Loch, das nicht gescheit geflickt worden ist, zu großem Innendruck beim Wettkampfflug. Alles Theorien. Genau weiß es keiner. Klar ist, dass Witts Leitwerk platzte, das Seitenruder löste sich in Luft auf. Das Schiff war kaum mehr manövrierfähig. Witt konnte den Flug noch beenden, aber nicht wieder starten. Pia Marie Witt musste sich vorzeitig geschlagen geben. Den Titel hat sie nicht geholt, dafür viele schöne Schlagzeilen fürs Tal. 

Das hat die EM gekostet - das sagen die Verantwortlichen

Was das alles nun – abgesehen vom Mega-Event selbst – der Region gebracht hat, lässt sich schwer messen. Auch bei den Kosten tut sich die TTT schwer, eine Zahl zu nennen. Gemeinde Kreuth und TTT haben gemeinsam einen höheren vierstelligen Betrag beigesteuert, sagt TTT-Eventmanager Peter Rie – Arbeitsaufwand von Bauhof, Verwaltung, Feuerwehr und TTT nicht mit eingerechnet. Finanziell sei das weniger als die Hälfte als beim Skicross vergangenes Jahr in Ostin. Und TTT sowie Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) sind begeistert. Letzterer träumt schon von einer Neuauflage als WM. Peter Rie selbst will das Wort Weltmeisterschaft noch nicht in den Mund nehmen, sagt er. Das sei schon nochmal ein ganz anderer Aufwand. Aber er sagt auch: „Das war schon gigantisch. Vielleicht wird doch nochmal etwas Größeres daraus.“ 

Heimlicher Held der Luftschiffer Andreas Hatzl

Das Areal rund um die Naturkäserei jedenfalls hat sich als idealer Standort erwiesen. Leicht zu finden, genug Parkplätze, traumhafte Kulisse, ein kleines Wettkampfzentrum in der Naturkäserei – und die Wiese von Landwirt Andreas Hatzl, dem heimlichen Held der Luftschifffahrer. Nicht nur stellte er die Wiese kostenlos als Startplatz zur Verfügung. Er zog die Gondeln jeden Morgen mit seinem Traktor durch die nasse Wiese und kümmerte sich auch sonst gemeinsam mit seiner Familie rührend um die Piloten und ihre Crews. Nebenbei half er noch einem Gmunder dabei, dessen Auto wieder zu finden.

Also doch eine WM 2017?

Also doch eine WM 2017? „Sie brauchen zwei Jahre, um sowas zu organisieren“, winkt Seitz ab. Für ihn bedeutete schon die EM Monate der Vorbereitung und Sponsorensuche. „Trotzdem gehe ich mit einer roten Null heraus.“ Andererseits findet Seitz mit Blick auf das tragische Ausscheiden von Pia Marie Witt. „Eigentlich müssten wir fast nochmal was machen.“ Muss ja nicht gleich 2017 sein.

Bilder: Die Luftschiff-EM 2016 im Tegernseer Tal

kmm

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