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Hierher in ihr Zuhause wollte Betty B. wieder heimkehren - sie sollte es nie erreichen.

Verdächtige kommt aus dem Landkreis

Mord in Kreuth: So wurde Betty B. (95) umgebracht

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Dass Betty B. fitter wurde und aus dem Altersheim nach Hause zurückkehren wollte, war wohl ihr Todesurteil. Die Mordanklage gelang nur durch einen überraschenden Fund. Die Hintergründe:

Kreuth – Es war das Ergebnis einer Zusatzuntersuchung, das die Ermittler stutzig machte. Der Befund: Frische Gitterfaser-Zerreißungen in der Lunge. Für den Laien ist es nicht mehr als ein Buchstabensalat, doch für die Gerichtsmediziner heißt das: Verdacht auf Erstickung. Gefunden wurden die Hinweise bei der Leiche der 95-jährigen Betty B. aus Kreuth, aus deren Villa am Tegernsee im März vergangenen Jahres unzählige Antiquitäten und Kunstgegenstände gestohlen worden waren. Die vermögende Witwe lag da bereits im Krankenhaus und verstarb schließlich. Doch alles deutet darauf hin, dass es kein natürlicher Tod war, wie bislang angenommen. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt: Betty B. wurde ermordet.

Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich bestätigt: „Wir haben Anklage wegen Mordes erhoben.“ Unter Verdacht steht eine 52-jährige Bekannte von Betty B. Die einheimische Frau aus dem Landkreis Miesbach hatte sich bis zuletzt um die Seniorin gekümmert. Offenbar mit einem Hintergedanken. Denn Nachbarn beobachteten im vergangenen Frühjahr immer wieder Fahrzeuge mit großen Ladeflächen vor dem Anwesen von Betty B., mit denen Wertgegenstände abtransportiert wurden. Und das, obwohl die 95-Jährige zu dieser Zeit erst in einem Pflegeheim und später in einem Krankenhaus untergebracht war, in dem sie schließlich starb. Doch auch nach ihrem Tod herrschte in der Villa am Tegernsee reger Betrieb. Die Nachbarn riefen die Polizei. Rund zwei Wochen nach dem Tod von Betty B. schlugen die Beamten zu. Sie durchsuchten gleichzeitig mehrere Wohnungen und verhafteten die damals 51-Jährige, ihren 55-jährigen Ehemann und einen 56-Jährigen, der als Hausmeister auf dem Anwesen tätig war. Einige Wochen später wurde noch ein 66-jähriger Mann festgenommen.

Die Bande soll aus dem Haus der Kunstsammlerin und ehemaligen Antiquitätenhändlerin systematisch Wertgegenstände im Wert von 1,1 Million Euro gestohlen haben. Zwei der Männer wird wie der Frau schwerer Bandendiebstahl vorgeworfen, dem dritten Begünstigung.

Im Zuge der Ermittlungen wurde am 13. April des vergangenen Jahres der Leichnam der 95-Jährigen exhumiert und obduziert. Zeugen hatten gegenüber der Polizei und auch gegenüber unserer Redaktion den Verdacht geäußert, dass beim Tod von Betty B. möglicherweise nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. 

Doch die ersten Untersuchungen lieferten darauf keinen Hinweis, wie Heidenreich erklärt. Es lagen keine Knochenbrüche und keine Verletzungen im Halsbereich vor, auch eine toxikologische Untersuchung lieferte keine Anzeichen für einen unnatürlichen Tod. 

Bis Spezialisten schließlich bei weitergehenden Untersuchungen auf die zerrissenen Fasern in der Lunge stießen. Mittlerweile gehen die Ermittler davon aus, dass die Angeklagte Betty B. im Krankenhaus mit einer „weichen Bedeckung“, also mit einem Kissen oder eine Decke erstickt hat. Die Angeklagte, die zuvor auch Büroarbeiten für die 95-Jährige erledigt hatte, quartierte sich offenbar zuletzt bei der Witwe im Krankenhaus ein.

Die 52-Jährige und ein weiterer Angeklagter sitzen nach wie vor in Untersuchungshaft, die beiden weiteren Angeklagten sind zwischenzeitlich wieder auf freiem Fuß. Jetzt muss das Landgericht München II über die Zulassung der Anklage entscheiden. Zum Prozess dürfte es frühestens in diesem Herbst kommen.

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