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Systematisch ausgeräumt: Die Villa der verstorbenen Kreutherin.

Diebstähle in Millionenhöhe

Kreutherin wird exhumiert: Polizei hat Verdacht

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  • Christina Jachert-Maier
    Christina Jachert-Maier
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Kreuth - Ein Ehepaar samt Hausmeister soll eine alte Witwe am Tegernsee systematisch ausgeraubt haben. Die Polizei spricht von Diebstählen in Millionenhöhe. Und es kommt noch viel schlimmer.

Offenbar hat die Polizei die Leiche der Kreutherin bereits wieder ausgegraben, zumindest ist laut Kriminalpolizei eine Obduktion geplant, um ihren ominösen Tod zu klären. Aber alles der Reihe nach:

Die 95-jährige Frau, ehemalige Kunst- und Antiquitätenhändlerin in Rottach-Egern, wohnte seit einigen Jahren in einem Pflegeheim am Tegernsee, hatte aber ihr Anwesen mit Kunstgegenständen im Wert von vielen Millionen Euro noch nicht aufgeben. Bereits Anfang März dieses Jahres - noch während die Seniorin lebte - begannen laut Polizei eine Frau, die sich um die 95-Jährige kümmerte, deren Ehemann und der Hausmeister das Anwesen systematisch auszuräumen. In der Villa war viel zu holen. Die Kreutherin war vermögend, hatte früher einmal ein Antiquitätengeschäft in der Rottacher Seestraße. Sie war kinderlos, ihr Ehemann starb vor vielen Jahren.

Am 22. März starb die Kreutherin im Krankenhaus Agatharied. Für Bekannte der Toten kam die Nachricht überraschend. Gerüchteweise soll es ihr kurz vor ihrem Tod wieder sehr gut gegangen sein. Sie soll sogar vorgehabt haben, wieder aus dem Seniorenheim und in ihre Villa zurück zu ziehen.

Auch nach dem Umzug ins Pflegeheim wollte die betagte Dame die Villa in Kreuth nicht aufgeben. „Sie wollte immer dahin zurück“, sagt eine Nachbarin. Sogar vom Umbau war die Rede. Doch dazu kam es nicht mehr.

Nachbarn ihrer Villa fiel laut Polizei kurz nach dem Tod der Frau auf, dass das verdächtige Ehepaar mit weiteren Personen nach wie vor Wertgegenstände aus dem Haus der Verstorbenen abtransportierte.

Bei der Kriminalpolizei Miesbach wurde daraufhin die Ermittlungsgruppe „Erbschaft“ mit Unterstützung der Wiesseer Polizei gegründet. Im Rahmen von zeitgleichen Durchsuchungen am 1. April konnten laut Polizei unzählige Wertgegenstände in Millionenhöhe in den Wohnungen der Tatverdächtigen sowie weiteren Verstecken aufgefunden werden. 

Dazu gehörten auch antike Gegenstände, die sich bereits bei verschiedenen Hehlern befanden. Die 51-jährige Frau, deren 55-jähriger Ehemann und der 56-jährige Hausmeister wurden vorläufig festgenommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II wurde die Untersuchungshaft wegen Verdachts auf Bandendiebstahl gegen die drei Tatverdächtigen angeordnet.

Die umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizei sind allerdings bei weitem nicht abgeschlossen. Zum einen will die Polizei die Tatbeteiligung der festgenommen Frau und der Männer sowie deren Umfeld klären, zum anderen den Wert der sichergestellten Gegenstände zu bestimmen. 

Und dann bleibt noch der ominöse Tod der Kreutherin. Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidium Rosenheims teilt dazu mit: "Im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen des Verdachts des Bandendiebstahls wurden nunmehr von der Staatsanwaltschaft München II auch Ermittlungen zu den konkreten Ablebensumständen der 95-jährigen Frau aufgenommen. Es wurden eine Obduktion sowie weitere rechtsmedizinische Untersuchungen in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse bislang noch nicht vorliegen."

kmm

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