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2015 konnte das Musikfest Kreuth noch im ehemaligen Sanatorium in Wildbad stattfinden. Damit ist jetzt Schluss.

Programmübersicht

Musikfest: Wie die Veranstalter ohne das Wildbad auskommen

Kreuth - Das Musikfest Kreuth wird flügge. Weil der Stammsitz im Wildbad 2016 und womöglich auch 2017 wegen Renovierung nicht zur Verfügung steht, weichen die Veranstalter in andere Kulturtempel im Landkreis aus.

Wenn Dieter Nonhoff auf Kit Armstrong zu sprechen kommt, gerät er ins Schwärmen. „Ein sensationeller Pianist, der Furore macht in der ganzen Welt“, sagte der Vorsitzende des Musikfest-Vereins jetzt bei der Vorstellung des Programms im Landratsamt. Dass die Festival-Verantwortlichen den jungen Amerikaner (23 Jahre) verpflichten konnten, scheint Nonhoff ganz besonders zu freuen. Am Donnerstag, 14. Juli, ist es soweit. Dann spielt das „Wunderkind“, „die größte musikalische Begabung, der ich in meinem ganzen Leben begegnet bin“ – das sagt kein Geringerer als der Meisterpianist Alfred Brendel – im Schlierseer Bauerntheater.

Vorfreude auf Weltklasse-Musiker: Die Musikfest-Organisatoren Rudi Wolf und Dieter Nonhoff (v.r.) stellten im Landratsamt das diesjährige Programm vor. „Toll“ fand das Angebot Landrat Wolfgang Rzehak

Dorthin kehrt das Musikfest nach 25 Jahren Pause zurück. Zum einen ist dies aus der Not geboren. Wildbad Kreuth wird bekanntlich saniert und steht heuer und womöglich auch im kommenden Jahr nicht zur Verfügung. Zum anderen gehen Nonhoff & Co. recht gerne auf Wanderschaft im Kreis Miesbach. Die Grundidee des Musikfests sei durchaus, ein Festival für den Landkreis zu bieten, bekräftigt Mitorganisator Rudi Wolf. Neben dem Bauerntheater stehen auch der Waitzinger Keller in Miesbach, der Festsaal des Kultur im Oberbräu und die ehemalige Klosterkirche in Tegernsee auf dem Spielplan. „Wunderbare Orte“, wie Nonhoff findet. Und: „Wir sind überall nobel behandelt worden.“

Zu Gast bei Freunden, heißt das Motto. Und im Idealfall möchte der Musikfest- Verein auch eine Reihe neuer Freunde an den neuen Spielorten gewinnen. „Wir hoffen, noch bekannter zu werden“, sagt Nonhoff. In den vergangenen Jahren klappte das schon prima. Die Kartenverkäufe haben sich sehr gut entwickelt, und die Zeiten, zu denen die frühere Festivalleiterin Natalia Gutman ihr Programm mit fast immer den gleichen Künstlern recht kurzfristig vor dem Festival vorlegte, sind inzwischen vergessen. Heuer steht auch wieder ein Open-Air auf Schloss Ringberg auf dem Programm. Bekanntlich öffnet die Max-Planck-Gesellschaft nur alle zwei Jahre die Pforten für den Musikfest-Verein. Am Samstag, 16. Juli, spielen die Selmer Saxharmonics, „unsere einheimischen Freunde“ (Nonhoff), im Schloss. „Dieser Termin wird wohl als erstes ausverkauft sein.“ Das Ausweichen auf andere Spielstätten kann sich Nonhoff als dauerhaftes Modell vorstellen – natürlich nur zusätzlich zu einem Block in Wildbad Kreuth.

Von Daniel Krehl

Karten

Der Vorverkauf startet am 15. Februar. Karten gibt es bei allen Münchenticket-Agenturen.

Das Programm

Mittwoch, 13. Juli, 19.30 Uhr, Waitzinger Keller, Kulturzentrum Miesbach: Eröffnungskonzert mit Annelien van Wauwe (Klarinette), Georgisches Kammerorchester Ingolstadt, Leitung: Ruben Gazarian mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner und Leo(s) Janá(c)ek.

Donnerstag, 14. Juli, 19.30 Uhr, Schlierseer Bauerntheater: Kit Armstrong (Klavier) mit Balladen, Choralvorspielen, Nocturne Djmi und zwei Episoden aus Lenaus Faust und die Mephisto-Walzer.

Samstag, 16. Juli, 18 Uhr, Schloss Ringberg Open Air-Konzert mit den Selmer Saxharmonic, Leitung: Milan Turkovi´c mit Werken von Dmitri Schostakowitsch, George Gershwin, Kurt Weill, Ennio Morricone, Nino Rota und dem legendären „Star Wars“-Sountrack. Bei schlechtem Wetter findet das Konzert um 19.30 Uhr im Seeforum Rottach-Egern statt.

Donnerstag, 21. Juli, 19.30 Uhr, Kultur im Oberbräu Holzkirchen, Festsaal: Konzert mit dem Armida Quartett, mit Manuel Hofer (Viola) und Julian Steckel (Violoncello) mit Werken von Antonin Dvo(r)ák und Peter Tschaikowsky. 

Freitag, 22. Juli, 19.30 Uhr, Kultur im Oberbräu Holzkirchen, Festsaal: Konzert mit dem Armida Quartett, mit Julian Steckel (Violoncello) mit Werken von Franz Schubert.

Mittwoch, 27. Juli, 19.30 Uhr, Pfarrkirche St. Quirinus Tegernsee: Konzert mit Daniel Müller-Schott (Violoncello) mit Werken von Johann Sebastian Bach. 

Donnerstag, 28. Juli, 18 Uhr und 19.30 Uhr, Schlierseer Bauerntheater: Vortrag von Dr. Dirk Heißerer „Im Schatten Wagners: Alfred Pringsheim, Claude Debussy und Thomas Mann“, mit dem Duo Tal & Groethuysen, Yaara Tal und Andreas Groethuysen (Klavier). 

Freitag, 29. Juli, 19.30 Uhr, Pfarrkirche St. Quirinus (ehemalige Klosterkirche): Abschlusskonzert mit Anna Fusek (Blockflöte), Sergey Malov (Violine und Violoncello da spalla), Venice Baroque Consort.

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