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Soll gemeinschaftlich geheizt werden: Kulturhaus.

Vorschläge gab‘s zuhauf

Nach Energiecoaching: Kreuth weiß noch nicht so recht, wie heizen

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Wie wird künftig geheizt? Im Rahmen des Energiecoachings hat der Gemeinderat Kreuth Vorschläge für eine gemeinsame Heizung für Kurverwaltung sowie Schule, Kindergarten und Turnhalle bekommen.

Kreuth – Schon der erste Teil des Energiecoachings im Jahr 2016 war für die Gemeinde Kreuth erhellend gewesen. Dem Thema Energieoptimierung der Liegenschaften folgte der nächste Schritt, bei dem es um eine gemeinsame Heizanlage für Schule, Kindergarten, Turnhalle und Kurverwaltung ging. Eine Entscheidung fällte der Gemeinderat noch nicht.

Für den zweiten, weiterführenden Teil der Energieberatung, die zu einhundert Prozent von der Regierung von Oberbayern gefördert wird, war Energiemanager Andreas Scharli von der Energiewende Oberland in den Gemeinderat gekommen und präsentierte die Ergebnisse seiner Untersuchungen. Er hatte zunächst Alter, Zustand, Leistung, Auslastung und Verbrauch der einzelnen Heizanlagen in den Gemeinde-Immobilien unter die Lupe genommen. So sei die 25 Jahre alte Heizung in der Schule, die nur die Hausmeisterwohnung kontinuierlich mit Warmwasser versorge, kaum ausgelastet; außerdem steht hier demnächst eine Erneuerung des Kessels an. Die Anlage in der Kurverwaltung sei komplett veraltet, während die Gasheizung im Hort fast neu sei und tadellos laufe.

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Eine Ausgangslage, die zusammen mit den 25 000 Litern Heizöl, die alle Anlagen zusammengenommen jährlich verschlingen, eine Investition in eine gemeinschaftliche Heizanlage rechtfertigen würde. 174 Meter Fernwärmerohre müssten verlegt werden, um die Gebäude miteinander zu verbinden – keine kleine Investition, die aber gefördert würde. Von einem Heizhaus auf dem einzigen realistischen Standort, dem Parkplatz vor dem Hotel Post, riet Scharli ab: „Wir wollen nicht dieselbe Situation wie beim Blockheizwerk in Bad Wiessee.“ Dort gibt es bekanntlich Widerstände.

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Der Energiemanager schlug vielmehr vor, einen der bestehenden Standorte zu nutzen und technisch aufzurüsten. Welchen, das hänge von der jeweiligen Variante ab. Sechs stellte er vor. Im Keller der Schule mit seinen drei dicken Kaminen ließe sich zum Beispiel gut eine Hackschnitzelheizung einbauen und direkt neben dem Gebäude der zugehörige Hackschnitzelbunker. Holz als erneuerbarer, nachwachsender Energieträger würde sich im forstreichen Kreuth anbieten. Solartherme auf dem Freibad-Dach, eine komplett neue Gasheizung ohne regenerativen Anteil, aber auch Kombinationen aus Hackschnitzel und Gas im Blockheizkraftwerk sowie Hackschnitzel und Öl wurden beleuchtet und vor dem Hintergrund der Investitions- und Unterhaltskosten dargestellt. Insgesamt eine komplexe Angelegenheit, so dass der Gemeinderat keine Variante so einfach priorisieren wollte.

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Christian Bock (CSU) erkundigte sich, ob auch die Variante Hackschnitzel und Gas in der Tourist-Info möglich wäre. Er regte an, dass auch das Rathaus und das künftige Feuerwehrhaus (heute noch teilweise Bauhof), die beide nicht allzu weit entfernt liegen, in das Konzept einzubeziehen. Scharli versprach weitere Berechnungen – auch für eine Photovoltaik-Anlage auf dem Kindergartendach. Er riet dem Gremium, entsprechende Mittel in den Haushalt einzustellen und zu bedenken, dass die betreffenden Handwerker gut ausgelastet sind.

Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) sagte: „Es ist wichtig, die verschiedenen Varianten zu sehen und ein Gefühl dafür zu bekommen, mit was wir uns befassen müssen, wenn wir das ein oder andere austauschen. Jetzt haben wir eine gute Grundlage für unsere Entscheidungen.“

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