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So kannte man ihn: Karl Bachmair in der „Kurzen“ vor seinem Gasthof Bachmair Weissach. Foto: privat

Gastronom gestorben

Nachruf: Karl Bachmairs besonderes Vermächtnis

Karl Bachmair war Spross einer Gastronomen-Familie, die das Tegernseer Tal geprägt hat. Ein Nachruf auf einen ganz großen, der das Tal jetzt für immer verlassen hat.

Weissach – Sein Urgroßvater Lorenz gründete 1864 die Gaststätte Bachmair Weissach, er selbst führte den Betrieb mit Leidenschaft. Mit 81 Jahren ist Karl Bachmair am 10. Oktober gestorben. Seinem Wunsch entsprechend wurde er im engsten Familienkreis auf dem Rottacher Friedhof beigesetzt.

Im Traditions-Gasthof der Familie wurde Karl Bachmair 1936 geboren. Sein Weg war vorgezeichnet. Zu Schulzeiten im Gymnasium Tegernsee, wo Karl Altgriechisch und Latein lernte, fragte ihn der Lehrer, was er werden wolle. „Metzger“, sagte Karl. Obwohl ihm auch Latein lag, blieb er dabei. Sein feines Gespür fürs Abschmecken machte die zum Hotel gehörige Metzgerei beliebt und bekannt. Auch Wirtschaftswunderkanzler Ludwig Erhardt ließ sich Bachmairs Kreationen schmecken.

Neben einer Metzgerlehre in Schrobenhausen absolvierte er die Hotelfachschule in Luzern, arbeitete ein Jahr im Service des Baseler „Red Ox-Grill“ und ein weiteres Jahr in der Küche des damals berühmten „Erbprinz“ in Ettlingen. Zurück in Weissach machte sich der junge Gastronom daran, den etwas angestaubten Betrieb zu modernisieren. Er stürzte sich ins Umbauen und wuchs in die Chefrolle hinein.

Qualität war ihm wichtig, und so stand er jede Woche um fünf Uhr morgens auf, um in der Münchner Großmarkthalle die besten Produkte einzukaufen. Mit Anne-Marie Lederer, der Tochter eines Gastronomen aus Bayrisch-Gmain, holte sich „Karli“, wie ihn seine Freunde nannten, eine Wirtin ins Haus, die mit ihm den Betrieb mit Ideen und Tatkraft weiterentwickelte. Im Dezember 1975 wurde geheiratet, 1976 der Neubau eröffnet. Einige Jahre später kamen die beiden Söhne Karl und Markus zur Welt.

Karl und seine Anne-Marie machten im Laufe der Zeit das Bachmair Weissach zu dem, was die Stammgäste so schätzten: ein sehr persönlich geführtes Hotel mit großer Tradition, wo sich die Gäste daheim fühlten. Es gehörte dazu, dass Bachmair seine Gäste, von denen viele gute Freunde wurden, braungebrannt in seiner „Kurzen“ begrüßte. Die Kombination aus familiärer Atmosphäre und gastronomischer Kompetenz schätzten Gäste wie Franz Josef Strauß, der immer an seinem geliebten Ecktisch im Nebenzimmer saß.

Bachmair war für seinen feinen Humor bekannt und konnte ganze Gesellschaften einen Abend lang unterhalten. Die legendäre Weinstube war für viele ein zweites Wohnzimmer. Abseits des Geschäfts widmete Karl seine Zeit der Familie, zudem war er ein leidenschaftlicher Skifahrer. Dass die Familie den Betrieb wegen unglücklicher Entwicklungen nicht halten konnte, schmerzte Bachmair sehr. 1997 musste er seinen Gasthof verlassen und lebte seither zurückgezogen im Nachbarlandkreis.

Sein Sohn Karl sagt: „Sein Vermächtnis ist die Erinnerung an die schöne Zeit, die er seinen Gästen und Freunden im Bachmair Weißach bereitete.“  

mm

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