Georg von Preysing ist Aufsichtsratsvorsitzender.
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Georg von Preysing ist Aufsichtsratsvorsitzender.

Georg von Preysing ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender

Naturkäserei Tegernseer Land in sicheres Fahrwasser bringen

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Um die Naturkäserei in eine sichere Zukunft zu führen, tritt Gmunds Ex-Bürgermeister Georg von Preysing noch einmal in die erste Reihe: Er ist der neue Aufsichtsratsvorsitzende.

Kreuth – Zu den Förderern der Naturkäserei-Idee gehörte Georg von Preysing (66) schon vor deren Gründung 2007. „Ich war Genosse von Anfang an“, sagt er. Seit zwei Jahren ist er Mitglied des Aufsichtsrats. Bei der jüngsten Genossenschaftsversammlung wurde er zum Vorsitzenden befördert und trat so an die Stelle von Josef Bogner. Als Stellvertreter stehen ihm Max Haslauer und Josef Stadler zur Seite. „Die Naturkäserei ist es wert, dass man sich für sie einsetzt“, erklärt Preysing.

Zuletzt, räumt er ein, habe es einige Turbulenzen gegeben. Gemeinsam mit dem ebenfalls neu zusammengesetzten Vorstand wolle er dazu beitragen, die Weichen für die Zukunft so zu stellen, „dass es wirklich gut passt“. Heißt: dass die hochwertigen Produkte sich auch zum entsprechenden Preis verkaufen lassen. „Es geht darum, dass unsere Bauern sichere Abnehmer haben.“

Biomilch geht ans Krankenhaus Agatharied

Einen solchen Abnehmer hat die Naturkäserei gerade für ihre Biomilch gewonnen. Seit Ende September liefert die Naturkäserei 180 Liter pro Woche ans Krankenhaus Agatharied. Dies werde vom Landkreis unterstützt, berichtet Sophie Obermüller, Vorstandsvorsitzende der Naturkäserei. Überhaupt setze die Käserei auf das Thema Gesundheit. Die hohe Qualität der Milch sei das Kennzeichen der Molkerei, die ihr Produkt nicht homogenisiere. Verarbeitet wird Milch von Kühen, die ausschließlich Gras und Heu fressen. Bei der Produktion kommen keine Spritzmittel oder Kunstdünger zum Einsatz.

Das offizielle Bio-Gütesiegel haben jedoch nur vier der 21 Lieferbetriebe. Deren Biomilch wird getrennt erfasst und teurer bezahlt: 55 statt 50 Cent pro Liter. Der Verbraucher zahlt 2,65 Cent plus Pfand für einen Liter Biomilch in der braunen Glasflasche. Zu haben ist sie seit Juli 2019. Eigentlich wollte die Naturkäserei in diesem Herbst entscheiden, wie sie den Bereich Bio weiterentwickelt – und ob der Beschluss von 2018 noch gelten soll. Damals hatte die Genossenschaft das Ziel ausgerufen, das Biosiegel für all ihre Produkte anzustreben. Doch in der Praxis zeigt sich, dass die Umstellung auf Bio nicht für alle Betriebe möglich und finanzierbar ist. Dabei geht es nicht um die – gleichermaßen gute – Qualität der Milch, sondern oft um bauliche Vorgaben, die hohe Investitionen erfordern.

Noch keine Entscheidung über den Kurs in Sachen Bio

Somit ist das Thema Bio innerhalb der Genossenschaft ein sehr sensibles. Die neue Führungsmannschaft will es mit viel Fingerspitzengefühl angehen. Es habe auch nicht die oberste Priorität, meint Preysing. Vorstandsvorsitzende Obermüller sieht ihre Mission darin, der Kundschaft klarzumachen, was das Produkt aus der Region auch ohne Biosiegel wert ist. „Die Leute wollen wissen, warum sie mehr bezahlen.“

Preysing sieht seinen Einsatz als Unterstützung in einer Übergangsphase. Er werde voraussichtlich nur ein Jahr lang im Amt bleiben, bis zur nächsten Generalversammlung, sagt er. Das neue Führungsteam arbeite an einer Neuregelung der Struktur, die die Kompetenzen von Aufsichtsrat und Vorstand klar abgrenze. Sehr hilfreich sei der Einsatz von Wirtschaftsprüfer Erhard Gschrey (70), der für ein Jahr in den Vorstand berufen wurde. Zudem ist eine Unternehmensberatung tätig.

Neues Konzept für Gastronomie

Vordringlich zu regeln ist das Gastronomiekonzept. Nach Schließung der Gaststätte wird seit dem Frühjahr Selbstbedienung angeboten. Aber nur auf der Terrasse: Im Saal im Obergeschoss darf wegen Corona derzeit nichts stattfinden. Dies deshalb, weil es als Zugang nur eine Treppe gibt, bei der Begegnungen kaum zu vermeiden sind. Aktuell laufen Gespräche für ein Hygienekonzept, um den Saal im Winter wieder nutzen zu können.

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