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Unter den Gsotthaber Stuben in Rottach-Egern könnte der neue Reifekeller der Naturkäserei entstehen. Allerdings stehen noch Gespräche zwischen dem Betrieb und der Gemeinde als Eigentümerin aus

Reifekeller unter den Gsotthaber Stuben

Die Naturkäserei Kreuth hat viel vor

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Kreuth - Die Naturkäserei Tegernseer Land will noch besser werden. Um das zu erreichen, ist einiges geplant. Unter den Gsotthaber Stubn könnte der ersehnte Reifekeller entstehen. 

Die Naturkäserei Tegernseer Land will noch besser werden. Um das zu erreichen, ist einiges geplant. Diese Woche wird die Käserei-Küche umgebaut, und schon bald soll es einen neuen Lagerkeller für den beliebten Bergkäse geben. Er könnte künftig in Rottach-Egern reifen.

Unter den einstigen Gsotthaber Stuben in Rottach-Egern sind nach der Schließung der Wirtschaft Kellerräume frei geworden. Dort, wo sich früher die Kegelbahn befand, könnte schon bald der alte Bergkäse aus Kreuth lagern. „Es hat ein Vorgespräch mit der Naturkäserei gegeben“, bestätigt Bürgermeister Christian Köck (CSU) auf Nachfrage. In trockenen Tüchern sei aber noch nichts. „Wir müssen uns noch über einige Parameter Gedanken machen“, sagt der Rathaus-Chef. Vor allem gehe es darum, ob den Nachbarn mögliche Geruchsbelästigungen zuzumuten seien. Köck betont aber auch: „Wir als Gemeinde wären für den Reifekeller an dieser Stelle und würden die Räume an die Käserei verpachten.“ 

Knapp 300 Quadratmeter stünden dort zur Verfügung. Bekanntlich ist die Gemeinde nach wie vor Eigentümerin dieses Gebäudeteils und hat die Räumlichkeiten mittlerweile komplett zurückgebaut. Den vorderen, bewohnten Gebäudeteil hat Gastwirt Josef Bogner inzwischen abgerissen – er errichtet auf dem Grundstück seinen neuen Zotzn. Sollte der Reifekeller also tatsächlich unter den früheren Gsotthaber Stuben beheimatet werden, stünde die Nachbarschaft unter guten Vorzeichen: Schließlich war Bogner Mitbegründer der Naturkäserei. Auch der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Käserei, Hans Leo, hofft auf einen positiven Ausgang der noch ausstehenden Gespräche mit der Gemeinde. Derzeit prüfe die Regierung von Oberbayern gerade das entsprechende Hygienekonzept. „Wir warten noch auf das Ergebnis“, sagt Leo. 

Ein neuer Reifekeller wäre dringend nötig. „Denn wir wollen den Bergkäse zwölf Monate im Jahr zur Verfügung haben“, macht der Käserei-Chef deutlich. Mit gutem Grund: Die Käsesorte – derzeit wegen der fehlenden Lagermöglichkeiten nur sporadisch erhältlich – ist bei den Kunden heiß begehrt. „Es gibt immer einen regelrechten Run auf das Produkt.“ Der geplante Reifekeller in Rottach ist das eine. Angedacht ist darüber hinaus ein Projekt in Fischbachau. Dort könnte ein ehemaliger Bergwerksstollen zu einem natürlichen Reifekeller umfunktioniert werden. „Auch das steckt in der Planungsphase“, berichtet Leo. Der Stollen allein, so betont er, würde aber keine „adäquate Entlastung“ für die Lagersituation bringen. 

Hier könnten lediglich einzelne Sorten reifen – auch als Touristen-Attraktion. Eine andere Maßnahme, die ebenfalls zur Qualitätssteigerung beitragen soll und schon am heutigen Montag startet, ist ein Umbau in der Käserei selbst: Der Betrieb will die Abläufe in der Küche optimieren. Betroffen vom Umbau sind Teilbereiche im Erdgeschoss, im Keller und im Außenbereich an der Nordseite. „Wir wollen aber keinem anderen Gastronomen Konkurrenz machen“, stellt Leo klar. „Unser Thema ist und bleibt der Käse.“ Der Umbau soll bis zum 6. März abgeschlossen sein. Der Laden bleibt die Woche über uneingeschränkt geöffnet, auch die Produktion geht wie gewohnt weiter. Lediglich bei der Verköstigung gibt’s Einschränkungen.

Neben Reifekeller und Küchen-Umbau hat die Naturkäserei noch weitere Maßnahmen in Planung, um den Genossenschafts-Betrieb zu optimieren. Dringend nötig ist die Erweiterung des Parkplatzes – denn die Stellplätze werden an guten Besuchstagen schnell zur Mangelware. Die Käserei peilt daher etwa 30 zusätzliche Parkplätze an. „Die Erweiterung ist Bestandteil des Bebauungsplan-Verfahrens“, sagt Hans Leo. Um die Maßnahme zu realisieren, werde noch eine Ausgleichsfläche benötigt. Doch Leo ist zuversichtlich. Das Verfahren stehe kurz vor dem Abschluss. 2017 könnten die Stellplätze errichtet werden. Eines ist dem Käserei-Chef dabei ganz wichtig: „Dafür muss keine grüne Wiese versiegelt werden.“ Bereits in diesem Jahr könnte außerdem ein Neubau auf der Nordseite der Käserei realisiert werden. Darin sollen unter anderem vier Büroarbeitsplätze und ein Kühllager für die betriebseigene Küche und den Laden untergebracht werden. „Das passiert ebenfalls auf versiegelter Fläche“, betont Leo.

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