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Hübsch, aber nicht gewollt: Vielerorts, so auch am Tegernsee, wird das Indische Springkraut gezielt bekämpft.

Gartenfreunde brauchen dringend Verstärkung

Wer hilft mit, das Springkraut zu stoppen?

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Weißach - Seit 13 Jahren führt eine Gruppe Gartenfreunde zwischen Kreuth und Ringsee einen unerbitterlichen Kampf gegen das Springkraut. Doch sie braucht dringend Verstärkung.

Maria Lewanskowski liebt die Natur, ganz besonders in ihrer Heimat am Tegernsee. Die leidenschaftliche Bergsteigerin freut sich über jede Blume am Berg und im Tal. Wenn sie bei ihren Spaziergängen aber entdeckt, dass sich das Springkraut wie eine Plage ausbreitet, „dann blutet mir das Herz“.

Bereits vor 13 Jahren hat die langjährige Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Rottach-Egern-Kreuth eine Gruppe ehrenamtlicher Springkrautkämpfer um sich geschart. Zwischen zehn und 15 Frauen und Männer helfen seitdem mit, der teils vier Meter großen Pflanze den Garaus zu machen. Doch Lewanskowski plagen Sorgen: „Die Helfer sind teilweise schon über 80, sie schaffen es körperlich nicht mehr, die Pflanze auszurotten.“

Die selbst 71-Jährige braucht also dringend Helfer, um wenigstens das Gebiet zwischen Stuben und dem Ringsee in den Griff zu kriegen. Dabei wäre es gerade jetzt immens wichtig, loszulegen: Im Mai keimt das Springkraut, an Flussläufen und in Mooren ebenso wie an Waldrändern und Hagen.

Das Springkraut breitet sich explosionsartig aus und nimmt riesige Flecken ein, wie hier in Rottach-Egern.

„Streuwiesen, die nicht mehr bewirtschaftet werden, sind ein geradezu idealer Platz“, erklärt Walter Hübsch, der frühere Rottacher Bauamtsleiter, der sich inzwischen ebenfalls der Gruppe angeschlossen hat. Die Pflanze wächst dann zum Riesen mit duftenden Blüten heran, „wobei sie meist in einem Umkreis von fünf bis sechs Metern einen riesigen Flecken bildet“, weiß Hübsch.

Eine einzige Pflanze bildet etwa 2000 Samen pro Jahr, die auf Berührung explosionsartig und meterweit verteilt werden. „Das hat so eine Wucht, dass du glaubst, du wirst erschossen.“ Also sei es wichtig, das Springkraut zu beseitigen, bevor der Samen reif ist – aus der Erde zu ziehen, die Wurzeln abzudrehen oder mit der Sense abzuschneiden.

„Die Pflanze ist einjährig“, erklärt Pflanzen-Kennerin Lewanskowski. „Wenn der Samen nicht austritt, vermehrt sie sich nicht.“ Ziemlich schade findet sie, dass das Landratsamt den Kampf inzwischen aufgegeben hat. Anfangs wurde die Rottacher Gruppe noch unterstützt, sogar eine Ehrenurkunde vom Umweltministerium habe sie schon bekommen.

Tatenlos zuschauen, wie das Springkraut zur Plage wird, einheimische Flora verdrängt und damit auch die Vielfalt der Insekten minimiert, das wollen Lewanskowski und Hübsch auf keinen Fall. Sie freuen sich jedesmal, wenn wieder ein Fleck gesäubert ist, etwa hinter der Event-Arena in Weißach oder am Ringsee, wo der Bestand schon deutlich kleiner geworden sei.

Wer sich also der Gruppe anschließen möchte, kann sich bei Maria Lewanskowski melden. Jeder bekommt dann eine Patenschaft über einen befallenen Platz, den die Weißacherin in ihrer Neophyten-Karte kennzeichnet. Zweimal jährlich treffen sich alle zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch. An jeden Spaziergänger richten Lewanskowski und Hübsch zudem die Bitte, aktiv zu werden. „Die ganze Welt können wir natürlich nicht retten“, glaubt Hübsch. „Aber wir sind froh über jeden, der hier am Tegernsee mitmacht.“

Hier können sich Interessenten melden

Wer bei der Bekämpfung des Springkrauts mitmachen möchte, kann sich bei Maria Lewanskowski unter Telefon 08022/5797 melden (ab 18 Uhr).

gr

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