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Mit dem RVO ins Grüne: In Kreuth wird bald ein Bergsteigerbus fahren. Zum Einsatz kommen allerdings kleinere Fahrzeuge.

„Wir möchten die Attraktivität steigern“

Neue Verbindungen: Bergsteigerbus für‘s Bergsteigerdorf

Das Bergsteigerdorf Kreuth gönnt sich und seinen Gästen einen Bergsteigerbus. Wie der Service für Wanderer aussehen  soll, das diskutierte der Kreuther Gemeinderat.

Kreuth Insgesamt vier Arbeitskreise hat man in Kreuth zur Vitalisierung des Projekts „Bergsteigerdorf“, zu dem Kreuth am 13. Juli offiziell ernannt wird, geschaffen: einen für die Redaktion der Bergsteigerdorf-Broschüre, einen für die Gestaltung der Verleihungsfeier, einen für die praktische Umsetzung und Einzelveranstaltungen und einen, der sich um die Mobilität innerhalb des Bergsteigerdorfs kümmert. Letzterem entspringt die Idee eines Bergsteigerbusses, der die Ausgangs- und Zielpunkte der Wanderrouten untereinander und an den öffentlichen Verkehr anbindet.

Durch den Linienbus sei die Anbindung bis nach Wildbad gut, doch in Richtung Glashütte, Klamm und Stubn würde es abgesehen von den Schulbusverbindungen, lichter, hieß es. Die Grundidee ist, diesen Takt mit einem kleineren Bus zu verdichten. Über die Möglichkeiten, Leistungen und letztendlich die Kosten für den Service berichtete in der Sitzung der zuständige RVO-Mitarbeiter Peter Bartl. Zur Disposition seitens des RVO stehen ein Mercedes Sprinter mit insgesamt neun Plätzen inklusive Fahrer, zum anderen eine Midibus mit 24 Sitz- und 15 Stehplätzen. „Wir möchten damit die Attraktivität für Gäste steigern, die sonst individuell mit dem Auto kommen würden“, erklärte Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU). Aber auch andere Urlauber sollen profitieren.

Bartl schlug eine Pendelverbindung zwischen Kreuth und Stuben vor, um Wanderer wieder zu ihren Autos zurückzubringen oder – wie von Bierschneider gewünscht – an den regulären Busverkehr anzubinden. Auch das Anfahren einzelner Ortsteile auf Anfrage hielt Bartl für praktikabel.

Darüber entbrannte eine lange Diskussion bezüglich der Umsetzung. Martin Walch (SPD) erwartete eingedenk der Buslinie, wie es sie im südlichen Gemeindebereich schon einmal gab, „Flexibilität vom RVO – aber im Kostenrahmen“. Das galt insbesondere für den Einsatz der Fahrzeuge. „Wenn viele Leute mitfahren möchten, sollte man vom kleinen auf den Midi-Bus umsteigen können“, forderte Walch. Das sei auf die Stunde nicht möglich, konterte Bartl, lasse sich aber für die Wochenenden, in Ferienzeiten und bei schöner Wetterprognose umsetzen. Auch dass Wanderer mit den Schulbussen mitfahren können, wurde beschlossen.

Markus Wrba (FWG) beindruckte das Anfahren der Ortsteile auf Anfrage. Als ihm Bartl auch noch bestätigte, dass man den Standort der Busse und die Einhaltung des Fahrplans über App abrufen und für einen Referenzzeitraum auch die Fahrgastzahlen und Haltestellenfrequentierung erfassen könne, beschied Wrba dem Unternehmen echte „Kundenfreundlichkeit“. Elisabeth Hartwig (CSU) lobte die zusätzlichen Möglichkeiten, die sich mit dem Service auftun: „Bisher haben wir fast nur Runden als Wandertipps vorgeschlagen, jetzt können wir ein größeres Angebot an Touren machen.“

Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für den Bergsteigerbus aus, der als Versuchsprojekt zwei Jahre, jeweils zwischen Mai bis Oktober (inklusive der Herbstferien), zum Einsatz kommt. Das Angebot ist kostenlos – auch für Einheimische. Über Zahlen wurde im öffentlichen Teil der Sitzung nicht gesprochen.

Alexandra Korimorth

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