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Neues Grün am Grünen Wasserl

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Von: Gerti Reichl

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Der Uferbereich am Grünen Wasserl wird renaturiert.
Der Uferbereich am Grünen Wasserl wird renaturiert © THOMAS PLETTENBERG

Nach langem Warten ist es soweit: Die Renaturierung des Uferbereichs am Grünen Wasserl hat begonnen. Sie war Bedingung für den bereits erfolgten Bau der Splitthalle auf der dortigen Gewerbefläche.

Kreuth – Seit dem Frühjahr 2020 steht die Splitthalle am Grünen Wasserl, ganz nahe am Ringsee. Nach einer Genehmigung, die von lautem öffentlichen Protest begleitet war, wurde sie gebaut. Dann wurde es still. Zu still für jene besorgten Talbürger, die sich seither die Frage gestellt haben: Wann wird mit der angekündigten Renaturierung der Uferbereiche am sogenannten „Grea Wasserl“ begonnen. Und wann erfüllt die Halle endlich ihren Zweck, nämlich die Einlagerung von Splitterzeugnissen aus dem benachbarten Kieswerk?

Auf Nachfrage beim Landratsamt Miesbach kommt dieser Tage eine überraschende Info dazu: Die Renaturierungsmaßnahme am „Grea Wasserl“ habe begonnen. „Wir gehen von einem Abschluss der Arbeiten bis Ende September aus“, lässt Landratsamts-Sprecherin Sophie Stadler wissen. Und auch Georg Dießl, Vater der Grundstücksbesitzerin Elisabeth Dießl, bestätigt, dass die Arbeiten begonnen hätten.

Renaturierung am Grünen Wasserl hat begonnen

Es geht um die Renaturierung eines aus Naturschutzsicht sensiblen Bereichs am Rande des rund 6900 Quadratmeter großen Areals. 2015 hatten die Eigentümer den ersten Anlauf für den Neubau der 23 mal 14 Meter großen Lagerhalle genommen. Der Antrag, verbunden mit der Verlegung der Zufahrt zum Kieswerk am Ringsee, wurde jedoch abgelehnt, „wegen der sensiblen Lage des Bauplatzes bezüglich Ökologie und Landschaftsschutz“. 2018 dann vollzog das Landratsamt eine Kehrtwende, erteilte die Genehmigung und kündigte eine Aufwertung und Vergrößerung des Biotops um das Fünffache an. Ende 2020 sollte mit der Renaturierung begonnen werden, doch ein spektakulärer Fund stoppte die Arbeiten: Am Rand des Gewässers wurden ein Kriegshelm und Metallhülsen gefunden, die aus dem Zweiten Weltkrieg stammen. Bodenschutzgutachten und eine Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamts wurden eingeholt. Eine weitere „Verunreinigung“, so das Ergebnis, sei nicht zu erwarten.

Jetzt kommt es also zur angekündigten Renaturierung. Laut Landratsamt wurden aus Sicherheitsgründen bereits zwei vom Eschentriebsterben befallene Bäume gefällt. Das Landratsamt betont, dass es sich stets intensiv um den Fall „Grea Wasserl“ gekümmert habe und verweist auf diverse Ortstermine, zuletzt im August, mit der Unteren Naturschutzbehörde. Dabei habe man Details zur Ausgestaltung der Renaturierungsfläche vor Ort besprochen und festgelegt. „Die Pläne und die Flächenbilanz haben sich nicht grundsätzlich geändert“, betont die Sprecherin. „Das Renaturierungsziel ist weiterhin die Schaffung einer naturnahen, sehr nassen Biotopsituation mit einzelnen Wasserflächen und standorttypischer, heimischer Ufervegetation.“ Dennoch habe es zuletzt noch Abstimmungsbedarf gegeben, heißt es. Um die Lkw-Zufahrt zum Kieswerk mit großen Lastern weiterhin zu ermöglichen und um Vorgaben des Staatlichen Bauamts Rosenheim für Unterhaltungsmaßnahmen an einem Entwässerungsgraben der Bundesstraße erfüllen zu können, seien etwa noch kleinere Anpassungen an der Wegeführung und der genauen Ausgestaltung des Biotops nötig gewesen. Die Untere Naturschutzbehörde werde die Umsetzung der Maßnahmen auch weiterhin begleiten und zum Abschluss der Maßnahme eine Abnahme vornehmen, heißt es.

Grünes Wasserl: Wann wird die Splitthalle befüllt?

Zur Frage, warum die Splitthalle bis jetzt noch nicht befüllt sei, sagt Stadler: „Wir müssen keine Bedarfe feststellen, sondern nur die eingereichten Unterlagen auf ihre Genehmigungsfähigkeit hin prüfen. Unser letzter Stand ist nach wie vor die Nutzung als Splitthalle.“ Beantworten kann diese Frage nur Familie Dießl. „Solange alles im Gange war, konnte die Halle ja nicht befüllt werden“, sagt Georg Dießl. Er gehe davon aus, dass es auch dazu kommt. Wann genau, könne er nicht sagen. Dass nun aber die Renaturierung des Ufers begonnen habe, sei „doch auch eine gute Nachricht“.

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gr

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