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Spielten zu Beginn recht verhalten: Die Munich Opera Horns sorgten in Wildbad Kreuth für die diesjährige Musikfest-Ouvertüre. Ihr geplantes Open Air auf Schloss Ringberg war wetterbedingt abgesagt worden (vergrößern).

Munich Opera Horns eröffnen

Musikfest Kreuth: Schwerer Anfang, leichtes Ende

Wildbad Kreuth - Das Wetter war pompös: Bombastisch hingen wilde Nebelfetzen über den Blaubergen, dazwischen goldene Lichtstreifen. Das passte zum Jubiläum des 25. Internationale Musikfest Kreuth.

„Dass es ein Jubiläum gibt, ist eine Leistung der Kunstförderer und Unterstützer“, sagte Festivalleiter Dieter Nonhoff in seiner Begrüßungsrede. Denn Sponsoren und Gemeinde halten treu zum Musikfest am Tegernsee, während andernorts selbst langjährige Festivals eingestellt werden müssen. „Zum Jubiläumsfestival in Kreuth hat selbst der Freistaat Bayern eine namhafte Summe angewiesen“, dankte Nonhoff. Mit diesem Trostpflaster ist es vielleicht zu verschmerzen, dass das Wetter für das Auftaktkonzert etwas zu wuchtig war. Die Ouvertüre war ursprünglich als Open Air auf Schloss Ringberg geplant. Doch dann machte Petrus einen Strich durch die Rechnung. Die Munich Opera Horns konzertierten statt vor wilder Bergkulisse im edlen Festsaal von Wildbad Kreuth.

Barockes, Volkstümliches, Tango und Ballettmusik standen auf ihrem Programm. Den Auftakt machten Stücke aus der frühen Musikgeschichte von Komponisten des 16. Jahrhunderts. Giovanni Gabrieli und Johann Sebastian Bach wurden gespielt. Ein bisschen schwermütig, gar etwas verhalten, klang es zunächst. Vielleicht lag es an der Enttäuschung, dass die Ouvertüre nicht im grandiosen Ambiente von Schloss Ringberg begann, was allenthalben vom Publikum formuliert wurde. Vielleicht spielten die Musiker tatsächlich etwas verhaltener zu Beginn des Konzerts. Schließlich ist der Festsaal zwar ein großartiger Veranstaltungsort, aber die Klänge des Horns sind ihm eher nicht so gemäß. Der Anfang war also etwas schwer gestimmt.

Die acht Hornisten der Munich Opera Horns, die zum Bayerischen Staatsorchester gehören, haben sich als eigenes Ensemble zusammengetan und weiten das übliche Repertoire auf neue Genres aus. So spielten sie eigens für Hörner eingerichtete Stücke, zum Beispiel aus „Lohengrin“ von Richard Wagner. Oder sie präsentierten eigene Kompositionen für das Alphorn, „dichte atmosphärische Miniaturen“ nennen sie diese Stücke mit dem Titel „Hirtenruf“ und „Choral für Luzern“. An die höfische Jagd erinnerten die Eingangssätze der Hubertusmesse, die die Musiker auf weitwindigen, ventillosen Parforcehörnern darboten. Ungewohnt an diesen Instrumenten sind für heutige Ohren die hohen Naturtöne.

Nach der Pause wich die anfängliche Schwere dem Leichten und Spielfreudigen. Erst gab es ein „Rondo“ von Mozart, das aber so bearbeitet war, dass es schon einer eigenen, neuen Interpretation gleichkam. Dann wurde Tangomusik von Astor Piazzolla auf Horn gespielt. Dies hatte trotz der ungewöhnlichen Instrumentierung viel von jenem Temperamentvollen, Lebensfreudigen, das sonst beim Bandoneon erklingt.

Das Publikum bedankte sich mit kräftigem Applaus. Die zweite Hälfte des Ouvertüre-Abends eröffnete mit Laune die Vorfreude auf die kommenden zwei Wochen Musikfest Kreuth.

Sonja Still

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