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Schwere Stämme wurden einst mit dem Pferdeschlitten ins Tal gebracht. Das Foto entstand 1957 an der Gindelalm.

So kamen früher schwere Stämme ins Tal

Erster Winter-Rosstag macht Historie lebendig

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Wildbad Kreuth - Einen historischen Winter-Rosstag soll es 2017 in Wildbad Kreuth geben. Am Sonntag, 15. Januar, können die Besucher erleben, wie einst schwere Stämme mit dem Schlitten ins Tal gebracht wurden.

2014 war schon einmal ein historischer Rosstag in Wildbad Kreuth geplant. Doch damals fehlte der Schnee. Heuer sind die Veranstalter zuversichtlich, dass die Witterung mitspielt. „Es sieht gut aus“, meint Josef Quercher, Vorsitzender der Pferdefreunde Waakirchen. Endlich ist Schnee gefallen, im frostigen Wildbad Kreuth dürfte das ersehnte Weiß auch liegen bleiben. „So 20 Zentimeter brauchen wir“, meint Quercher. Dann kann der historische Winter-Rosstag am Sonntag, 15. Januar, stattfinden.

Die Pferdefreunde organisieren die große Schau gemeinsam mit der Kaltblut-Zuchtgenossenschaft Miesbach-Tegernsee und der Pferdezuchtgenossenschaft Bad Tölz. Als Schirmherrin unterstützt Herzogin Helene in Bayern den Rosstag. Sie hatte die Idee auch schon 2014 unterstützt. Damals plante der Vinzentius-Verein Kreuth einen Rosstag mit Bergfahren, der am Ende leider abgesagt werden musste.

Somit ist der historische Rosstag 2017 eine Premiere. Sollte der Schnee am 15. Januar für die Schlittenschau nicht reichen, wird auf Sonntag, 19. Februar, verschoben.

Los geht’s um 11 Uhr auf der Fläche direkt vor dem herzoglichen Prachtgebäude, das nach dem Auszug der Hanns-Seidel-Stiftung nun leersteht. Die Landkreis-CSU, die dort traditionell ihren Neujahrsempfang abgehalten hatte, trifft sich am gleichen Tag erstmals auf Gut Kaltenbrunn. Für die Rosserer ein Glücksfall: Sie haben freie Bahn und freuen sich über die Unterstützung durch den herzoglichen Marstall. Der verfügt über eine beachtliche Zahl historischer Fuhrwerke, die an diesem Tag auch gezeigt werden. Bis etwa 15 Uhr sind allerlei Vorführungen zu sehen.

Unter anderem werde ein zehnspänniger Schneepflug zu bewundern sein, berichtet Josef Erhart, Vorsitzender der Kaltblut-Genossenschaft Miesbach-Tegernsee. Etwa 80 Pferde dürften an dem Tag zu sehen sein, in 30 oder 40 verschiedenen Anspannungen.

Vor allem aber können die Gäste erleben, wie das Holz in früheren Zeiten mit Hilfe der Pferde auf Schlitten ins Tal gebracht wurde. „Das war eine schwere Arbeit. Und gefährlich“, sagt Quercher. Vor allem an steilen Stücken, wenn die mit langen Stämmen beladenen Schlitten abzubremsen waren. Noch gebe es Männer, die einst selbst mit dem Pferdeschlitten im Forst unterwegs waren. „Dieses Wissen soll nicht verloren gehen.“

Darum werden Schlitten und Rösser nicht nur auf der Ebene präsentiert. Ein Bergfahren gehört dazu, bei dem wie damals Stämme aufgeladen und bergab transportiert werden. „Das wird spannend“, sagt Quercher. Aber natürlich sei Sicherheit das höchste Gebot. „Wir nehmen auch kein ganz steiles Stück.“

Die Traditionspflege ist Quercher wichtig. Aber nicht nur deshalb sollen Wissen und Erfahrung über die Waldarbeit mit Pferden im Zeitalter moderner Forstmaschinen bewahrt werden. Auch heute noch könne das Pferd bei der Holzarbeit ein guter Partner sein, macht Quercher deutlich. Es ist auch dort einsetzbar, wo kein schweres Gerät durchkommt. Und es schont den Waldboden, davon ist Quercher überzeigt, auch wenn es schon Studien gab, die den Huftritt als problematisch einstuften. Eben darum war die Waldarbeit mit Pferden vor zehn Jahren fast zum Erliegen gekommen, berichtet Quercher. Jetzt scheine sich das Blatt wieder etwas zu wenden: „Es gibt wieder eine steigende Tendenz.“

jm

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