Blick auf Wildbad Kreuth von oben: Hotelier Korbinian Kohler will ein besonderes Vorhaben, einen Rückzugsort für Körper und Geist daraus machen.  Foto: Thomas Plettenberg
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Blick auf Wildbad Kreuth von oben: Hotelier Korbinian Kohler will ein besonderes Vorhaben, einen Rückzugsort für Körper und Geist daraus machen.

Hotelier Korbinian Kohler will neuartiges Projekt entwickeln

Neue Pläne für Wildbad Kreuth: Das sind die Reaktionen

  • Gerti Reichl
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Die Nachricht, Hotelier Korbinian Kohler werde ab 1. April große Teile von Wildbad Kreuth in Erbbaurecht übernehmen, um dort Pläne für ein neuartiges Hotelprojekt zu verwirklichen, hat viele Reaktionen ausgelöst. Die Hoffnungen, dass der historische Ort wieder mit Leben gefüllt wird, sind groß.

  • Reaktionen auf die Nachricht, Hotelier Korbinian Kohler werde ab 1. April große Teile von Wildbad Kreuth in Erbbaurecht übernehmen, um dort Pläne für ein neuartiges Hotelprojekt zu verwirklichen.
  • Tourismus-Chef spricht von mutiger Entscheidung.
  • Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider ist froh, dass es nun wieder eine Perspektive für Wildbad Kreuth gebe.

Kreuth – Seit die Tinte unter dem Vertrag mit der Herzoglichen Wildbad Kreuth Familien GmbH trocken ist, kommen Korbinian Kohlers Pläne für sein neuestes Projekt so richtig in Fahrt. „Ich habe mehrere Vorhaben, aber Wildbad Kreuth ist das schönste“, sagt der 52-Jährige. Wie berichtet, will er Wildbad Kreuth in einen Rückzugsort für Körper, Seele und Geist verwandeln – ein Mental Retreat. Eine völlig neue Kategorie von Aufenthalt will er kreieren. „Wir sind uns bewusst, was die Sensibilität und die Bedeutung des Ortes betrifft und nehmen uns deshalb etwas mehr Zeit für die Konzeptionierung, als wir das sonst täten.“ Korbinian Kohler ist wichtig: Nicht er als Person wolle eine Nummer-Eins-Stellung erreichen, vielmehr habe sein Projekt für ihn herausragende Bedeutung.

Neue Zukunft für Wildbad Kreuth: Gemeinde Kreuth wünscht eine „glückliche Hand“

Mit zu den ersten Gratulanten zählte der Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU). „Ich bin sehr froh, dass Herr Kohler, der ein Gespür fürs Tal und die besondere Seele dieses Orts hat, Wildbad Kreuth übernimmt. Wir sind froh, dass wir nun wieder eine Perspektive haben und Wildbad Kreuth wieder so mit Leben gefüllt wird, wie das in der über 500-jährigen Geschichte der Fall war – nämlich, dass Menschen sich erholen und Kraft schöpfen.“ Die Gemeinde wünsche ihm eine glückliche Hand.

Hotelier Korbinian Kohler übernimmt Wildbad Kreuth: Tourismus-Chef ist überzeugt, dass Pläne funktionieren

Auch Christian Kausch, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT), reagiert erfreut auf die neue Entwicklung: „Wir verfolgen ja hautnah seit Jahren, was es für Ideen gab und haben lange gehofft, dass dort wieder nachhaltiges Leben einkehrt.“ Anfragen von Investoren habe es auch bei der TTT immer wieder gegeben. Was Kohler vorhabe, sei „mutig“. Er sei aber überzeugt, dass es ein Modell werde, das gut funktioniert. „Für unsere Region wird das etwas Neues, was aber absolut im Trend liegt“, so der TTT-Chef.

Große Hoffnungen setzt auch Dieter Nonhoff, Leiter des Musikfestes Kreuth, in die Pläne von Korbinian Kohler. Schließlich fand 1990 im Wildbad erstmals das „Internationale Musikfest Kreuth am Tegernsee“ statt. „Das Musikfest könnte dorthin zurückkehren, wo auch seine Wurzeln sind“, sagt Nonhoff. Er betont jedoch, dass der zweite Standort Kaltenbrunn aber durchaus wünschenswert sei. Schatzmeister und Organisator Rudi Wolf verrät zudem, dass für Mitte Juli ein Open-Air-Konzert in der Molkehalle des Wildbads geplant sei. Er hoffe, dass der künftige Pächter einverstanden ist mit diesem Vorhaben. Herzogin Helene in Bayern, die bisherige Hausherrin, hatte zuletzt positiv reagiert. Sie hat nun nicht mehr das alleinige Sagen, sondern ist neben ihrem Vater Herzog Max in Bayern, den Schwestern Marie Caroline Herzogin von Württemberg und Herzogin Anna in Bayern sowie dessen Ehemann Andreas Freiherr von Maltzan Mitglied der Wildbad Kreuth Familien GmbH & Co.KG.

Pläne für Wildbad Kreuth: Schutzgemeinschaft ist angetan, will aber keinen „Rummelplatz“

Die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT), die Hotel- und Bauprojekte durchaus kritisch begleitet, ist in diesem Fall recht angetan: „Ich finde es wunderbar, wenn Herr Kohler einen Rückzugsort für Körper, Seele und Geist plant“, sagt SGT-Vorsitzende Angela Brogsitter-Fink. Sie mahnt jedoch: „Wildbad Kreuth darf kein Rummelplatz werden, sondern ein Ort der Besinnung, ein Rückzugsort für Menschen, die sich auf die Natur, den Geist und die Seele besinnen.“ Wildbad Kreuth dürfe weder elitär noch ein Luxus-Tempel für einige Wenige werden. Brogsitter: „Was geplant ist, muss im Einklang mit Kreuth als Bergsteigerdorf stehen.“

Das Vorhaben stößt auch überregional auf großes Interesse. So meldet sich Klaus Stöttner, Präsident des Tourismusverbands Oberbayern und München zu Wort: „Als Präsident des Tourismusverbands Oberbayern und München und als Tourismuspolitischer Sprecher der CSU begrüße es sehr, dass mit dem Hotelexperten Korbinian Kohler ein feinsinniger und innovativer Gastgeber Wildbad Kreuth entwickeln wird. Wildbad Kreuth ist nicht nur wegen der wunderschönen Umgebung ein besonderer Ort, sondern sehr geschichtsträchtig. Viele weitreichende Entscheidungen wurden hier im Tegernseer Tal getroffen. Herrn Kohler, der selbst am Tegernsee aufgewachsen ist, traue ich es zu, Wildbad Kreuth behutsam und erfolgreich in Moderne zu führen.

Hier: News-Ticker zur Corona-Lage.

gr

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