+
Klaus Oberwieser (56)

Im Interview

Regenrekord für Juli: „Wir haben in Kreuth ein Massel“

  • schließen

So viel Regen an einem einzelnen Tag fiel in Juli nirgendwo sonst in Deutschland. Kreuth-Glashütte ist jetzt ein kleiner Rekordhalter. Darüber sprachen wir mit einem Einheimischen.

Kreuth – Kreuth ist nicht nur Bergsteigerdorf. Der Ort ist jetzt auch ein Rekordhalter in Sachen Regen. Wie berichtet, fiel dort am Sonntag so viel Regen wie nirgendwo sonst im Juli – bundesweit. Zugleich erreichte die in Kreuth gemessene Regenmenge den höchsten Wert für den Monat Juli seit 1977 in Bayern. Wir haben nachgefragt bei Klaus Oberwieser aus Glashütte. Der 56-Jährige ist Holzknecht im Ruhestand, zugleich Vorsitzender des 200 Jahre alten Kreuth Vinzentiusvereins. Er kennt sich aus mit Wetter und Natur.

Herr Oberwieser, laut Deutschem Wetterdienst sind 138,9 Liter Regen pro Kubikmeter gefallen. Wie erklären Sie sich diese Menge?

Natürlich ist das nicht normal. Meiner Meinung nach hat sich durch die vorangegangene Hitze viel aufgestaut. Besonders hier in den Bergen. Ob der Regen genau bei uns so heftig runterkommt oder woanders, kann man aber nicht vorhersagen. Es hätte auch woanders viel regnen können.

Ein Zufallstreffer der Natur also?

Ich denke schon. Es kann halt passieren, dass es mal mehr regnet.

Im Winter hatte es schon so viel Schnee in Kreuth. Sehen Sie einen Zusammenhang?

Nein, auf keinen Fall. Ich bin ganz ehrlich froh, dass wir viele Niederschläge haben und sich der Wald nach den Hitzeperioden wieder erholt.

Ich sehe das relativ gelassen und bin froh, dass es regnet.

Ist nach Ihrer Erfahrung auch große Trockenheit in Kreuth festzustellen?

Eigentlich nicht. Wir haben da in Kreuth ein relatives Massel, dass die Niederschläge im Voralpenland und in den Bergen mehr sind als im Flachland. Zu trocken ist es bei uns nicht.

Hat der viele Regen jetzt negative Auswirkungen?

Nein, Das Gute ist doch, dass die Niederschläge vom Sonntag keine großen Schäden angerichtet haben.

Ist zu befürchten, dass zum Prädikat Bergsteigerdorf jetzt auch das „Regendorf“ Kreuth hinzu kommt?

Nein, nein, das hat keine Auswirkung! Und wenn ein paar Leut’ weniger kommen, dann tut mir das nix. Wir haben im Tegernseer Tal eh viel zu viele Leute. Wenn ein paar wegbleiben, dann ist das vielleicht nicht so schlecht.

Herr Oberwieser, wie lebt es sich in der regenreichsten Gemeinde?

Immer guad! (lacht)

Lesen Sie auch: Interview mit Tourismus-Chef: Das hat Kausch mit der Marke Tegernsee vor

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Große Karte: Die Verkehrsbelastung im Landkreis Miesbach in Zahlen
Stau ohne Ende: Der Verkehr im Landkreis wird immer mehr. Doch lässt sich das auch mit Zahlen belegen? Nicht überall, wie unsere große Karte zeigt.
Große Karte: Die Verkehrsbelastung im Landkreis Miesbach in Zahlen
Winfried Nerdinger beim Korbinians-Kolleg: Vom Bauhaus zu Ikea
Das dritte Semester: Mit einem Vortrag von Winfried Nerdinger über das Bauhaus hat das Korbinian-Kolleg am Tegernsee begonnen. Dabei räumte Nerdinger mit einem Mythos …
Winfried Nerdinger beim Korbinians-Kolleg: Vom Bauhaus zu Ikea
In Rottach-Egern: Wild gewordener Stier attackiert Landwirt
Und wieder ein Stier-Angriff: Ein Landwirt (26) aus Rottach-Egern wurde am Samstag überrannt. Der Mann erlitt Rückenverletzungen. Der Stier beruhigte sich auch über …
In Rottach-Egern: Wild gewordener Stier attackiert Landwirt
Tegernseer Kunstausstellung: Brillante Idee optisch schwach umgesetzt
Mit besonders großen Erwartungen wurde der Eröffnung der 70. Tegernseer Kunstausstellung entgegengefiebert. Entsprechend viele Gäste kamen auch ins Alte Schalthaus in …
Tegernseer Kunstausstellung: Brillante Idee optisch schwach umgesetzt

Kommentare