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Im Reifekeller liegen die besten Käse-Laibe. Zweimal in der Woche pflegen Experten wie Benedikt Sachenbacher (l.) und Johann Danner die runden Riesen, die zu würzigem Bergkäse heranreifen.

Käserei-Kapital wächst

Riesenansturm auf Naturkäserei-Anteile

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In den letzten sechs Tagen vor dem Schlusspunkt hat die Genossenschaft Tegernseer Land über 600 Anteile verkauft. Das bedeutet mehr als 600 000 Euro mehr Eigenkapital.

Hans Leo ist Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Käserei. 

Kreuth – Aus, Schluss, vorbei. Die Genossenschaft Naturkäserei Tegernseer Land hat seit ihrem Bestehen 6006 Anteile verkauft, mehr sind nicht mehr zu haben. Wie berichtet, hat die Genossenschaft ein Jahrzehnt nach der Gründung den Deckel aufgesetzt. „Weil wir unseren Ertrag nicht beliebig steigern können“, erklärt Hans Leo, Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender der Naturkäserei. Denn der hänge von dem Land ab, das die Milchbauern der Genossenschaft bewirtschaften. Verkündet hatte Leo die Entscheidung des Vorstands bei der Hauptversammlung der Genossenschaft Ende Juni. Da waren es noch sechs Tage bis Zeichnungsschluss.

Kritik an der Entscheidung gab’s keine. Aber dafür einen Riesen-Ansturm. „Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet“, meint Leo. 626 Anteile zu je 1000 Euro wurden somit auf den letzten Drücker noch verkauft. „Die meisten von Leuten, die wir kennen“, berichtet Leo. Oft hätten Mitglieder, die bereits Anteile besitzen, noch aufgestockt. Andere nutzten die letzte Gelegenheit, mit dabei zu sein. 1731 Mitglieder hat die Genossenschaft jetzt.

Ihr Vertrauen bedeutet für Leo und sein Team Bestätigung und Ansporn. Sobald es die wirtschaftliche Lage zulasse, wolle er den Mitgliedern eine Dividende zukommen lassen, meint Leo. Er sage dies, „obwohl ich immer geschimpft werde, wenn ich das Wort Dividende auch nur in den Mund nehme“. Über eine Gewinnausschüttung hätten aber die Gremien gemeinsam zu entscheiden – dazu gehört die Mitgliederversammlung. Zunächst ist allerdings ein Minus zu tilgen, das aus den schweren Anfangsjahren der Naturkäserei stammt. 173 000 Euro sind noch abzuzahlen. Sie sind von den 1,1 Millionen Euro geblieben, die als sogenannter Verlustvortrag aufgelaufen sind. Den allergrößten Teil des Solls hat die Genossenschaft abgestottert.

Doch egal wie die Kassenlage war: Mitglieder, die ihre Anteile wieder an die Genossenschaft verkaufen wollten, haben nie Verlust gemacht. „Wir haben immer die vollen 1000 Euro bezahlt und dafür das Genossenschaftsrecht gedehnt“, meint Leo. Auch dies habe sicher zum Vertrauen beigetragen. Dass Mitglieder oder ihre Erben Anteile zurückgeben, komme immer wieder mal vor. Diese frei werdenden Anteile sind auch künftig zu haben.

Das Eigenkapital der Genossenschaft hat durch den Schub der letzten Tage vor Zeichnungsschluss noch einen komfortablen Zuwachs erreicht. „Das tut uns gut“, meint Leo. Auf den laufenden Betrieb hat der warme Regen keinen Einfluss.

Das wahre Kapital der Käserei liegt im Keller des Voitlhofs. Dort reifen inzwischen 14 Tonnen Premium-Käse. Im Juni erst hat die Genossenschaft den Reifekeller unter dem Voitlhof in Rottach-Egern eröffnet, jetzt füllen sich die Regale. Es sind die besten Laibe, die nicht jung verkauft, sondern sorgsam gepflegt und behandelt werden. Nach monatelanger Reife kommen sie als alter Bergkäse auf den Markt. Der ist gefragt. „Wir haben schon viele Vorbestellungen“, berichtet Leo. Nicht nur von Privatkunden, sondern auch aus dem Handel. In den nächsten Wochen gibt’s für den Betrieb viel zu tun. Denn auch fürs Oktoberfest ist schon viel Käse vom Tegernsee geordert, unter anderem für Käfers Wiesn-Schänke.

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