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Saisonstart auf der Tegernseer Hütte: Corona-Regel gilt weiter - doch Wirt macht sich jetzt schon Sorgen

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Von: Gabi Werner

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Verzeichnet schon viele Buchungen für diese Sommer-Saison: der langjährige Pächter Michl Ludwig vor seiner Tegernseer Hütte am Roß- und Buchstein. Diesen Samstag wird dort der Betrieb aufgenommen.
Verzeichnet schon viele Buchungen für diese Sommer-Saison: der langjährige Pächter Michl Ludwig vor seiner Tegernseer Hütte am Roß- und Buchstein. © Archiv Thomas Plettenberg

Das Adlernest erwacht aus dem Winterschlaf: Am Samstag (14. Mai) nimmt die Tegernseer Hütte ihren Betrieb wieder auf. Hüttenromantik gibt‘s hier aber nur gegen einen 3G-Nachweis.

Kreuth – Der Bergsport boomt. Das war schon vor Corona so, die Pandemie hat den Trend aber noch verstärkt. Auf vielen Hütten laufen derzeit die Vorbereitungen auf die Sommersaison – und Josef Klenner, Präsident des Deutschen Alpenvereins (DAV) ist überzeugt: „Wir werden einen Andrang im Gebirge erleben.“ Gerade in den Hotspots der bayerischen Alpen rechnet Klenner in diesem Sommer mit einem großen Zulauf.

Zu diesen Hotspots zählt zweifellos auch die Tegernseer Hütte. Sie punktet vor allem mit ihrer spektakulären Lage auf dem Grat zwischen Roß- und Buchstein auf 1650 Metern Höhe und bietet darüber hinaus nach einem Umbau zwei neu hergerichtete Schlaflager. Wer hier übernachten will, muss schnell sein. „Wir haben schon ziemlich viele Anmeldungen“, berichtet Michl Ludwig, seit rund 30 Jahren Pächter der DAV-Hütte. Im Mai, Juni und Juli gibt es nur noch für zwei Samstage einige wenige Restplätze – ansonsten sind diese favorisierten Tage bereits ausreserviert. Sogar für September und Oktober sind einige Wochenenden schon voll. Überrascht von der großen Nachfrage ist Ludwig nicht: „Damit hatten wir gerechnet.“

Corona: Wirt der Tegernseer Hütte will vorsichtig bleiben

Während andernorts in den Bergen und auf den Hütten pandemiebedingte Einschränkungen kein Thema mehr sind, kann man auf der Tegernseer Hütte auch heuer nur gegen Vorlage eines 3G-Nachweises übernachten. Zudem möchte der Wirt zwischen den unterschiedlichen Besuchergruppen weiterhin einen Platz frei lassen, um den nötigen Abstand zu wahren. „Bei uns geht’s einfach verdammt eng zu“, begründet Ludwig die Vorsichtsmaßnahmen. Damit will er auch seine Mitarbeiter und sich selber vor einer möglichen Corona-Infektion schützen. „Wenn zwei Leute ausfallen, ist es nicht mehr machbar“, sagt der Pächter, der die Hütte der Sektion Tegernsee mit Unterstützung seiner Frau Sylvia und einigen Helfern betreibt.

Hütten-Terrasse darf wieder voll belegt werden: Angst vor dem Andrang

Der Wirt ist inzwischen einiges gewöhnt. Der aufwendige Umbau der Hütte inklusive Brandschutz-Ertüchtigung und die Corona-Auflagen haben ihm in den zurückliegenden beiden Saisonen viel abverlangt. Aber auch auf den bevorstehenden Bergsommer blickt Ludwig nicht ohne Sorge: Nachdem die Beschränkungen in der Gastronomie inzwischen gefallen sind, „werden wohl alle Vollgas auf die Terrasse drängen“, fürchtet der Wirt. In Corona-Zeiten, als die Sitzplätze stark eingeschränkt waren, hatten sich bisweilen lange Warteschlangen auf dem schmalen Grat vor der Hütte gebildet. Nun darf der Wirt die Terrasse wieder voll belegen. Rund 60 bis 70 Gäste können sich hier für ein Getränk und eine Brotzeit niederlassen. An schönen Tagen spechten Wartende dort bereits auf den nächsten freien Platz.

Zwei Frauen mit Rucksack und Wanderstöcken wandern in den Tegernseer Bergen im Mangfallgebirge auf einem Steig auf die Tegernseer Hütte am Ross- und Buchstein zu.
Spektakuläre Lage: Die Tegernseer Hütte zwischen Roß- und Buchstein ist bei Wanderern ein beliebtes Ziel. © Thomas Plettenberg

Um wenigstens vor dem Ausschank im Inneren der Hütte das große Gedränge zu vermeiden, verzichtet Ludwig auch heuer auf Selbstbedienung – Essen und Getränke werden zum Tisch gebracht. „Damit wollen wir das Ganze ein bisserl entzerren“, sagt er.

DAV-Vorsitzender kündigt Maßnahmen im Sanitärbereich der Hütte an

Unterdessen hofft Rainer Toepel, Vorsitzender der DAV-Sektion Tegernsee, sehr, dass der Hüttenbetrieb heuer ungehindert laufen und man an Vor-Corona-Zeiten anknüpfen kann. Immerhin hat der Verein auch nach dem kostenintensiven Umbau noch einiges vor mit seiner Tegernseer Hütte. So soll möglichst noch heuer der Sanitärbereich auf Vordermann gebracht werden. Laut Toepel werden für die Entlüftung der Sanitärräume neue Bio-Filter benötigt, zudem gelte es, die Reststoffbehälter in den Toiletten zu ertüchtigen. Und schließlich soll die Hütte eine komplett neue Kläranlage bekommen. Die Planungen dazu laufen, sagt Toepel. Die Umsetzung sei für Ende der Saison anvisiert. Nach der Vollendung, so freuen sich Toepel und Ludwig, sei die Hütte dann technisch und baulich auf dem neuesten Stand.

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