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Angespannte Haushaltslage in Kreuth

Größere Projekte müssen in die Warteschleife

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Die Gemeinde Kreuth muss heuer mit einer angespannten Haushaltslage zurecht kommen. Einige größere Projekte können daher nicht wie geplant 2017 verwirklicht werden. Darunter der Neubau des Bauhofs.

Kreuth – „Das haut ganz schön rein“, sagte Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) im Gemeinderat, als es um die Zahlen im aktuellen Haushalt ging. Die gute Steuerkraft der Gemeinde Kreuth im Jahr 2014 macht sich nun im Budget 2017 deutlich bemerkbar: Die Kreisumlage erhöht sich im Vergleich zum Vorjahr um gut 1,1 Millionen auf rund 2,3 Millionen Euro. Zugleich bekommt Kreuth 905.880 Euro weniger Schlüsselzuweisungen vom Staat – nämlich nur noch 844.000 Euro. „Das muss man erst einmal ausgleichen“, meinte der Rathaus-Chef. Daher habe der Gemeinderat entschieden, einige größere Investitions-Projekte erst einmal zu verschieben.

Darüber wurde allerdings nicht in der öffentlichen Sitzung diskutiert. Die Gemeinderäte hatten den Haushalt bereits Ende Januar unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgiebig vorberaten – Wortmeldungen gab es daher keine mehr.

Auf Nachfrage der Tegernseer Zeitung erklärt Bürgermeister Bierschneider, dass für heuer unter anderem der Neubau des Bauhofs angedacht gewesen sei. Ein großes Projekt, das Kreuth schon länger angehen möchte, das nun aber weiter auf die Verwirklichung warten muss. „Wir haben das für 2017 rausgestrichen, im Haushalt sind nur noch die Planungskosten drinnen“, sagt Bierschneider. 2018 soll dann die Umsetzung folgen. Dramatisch findet das der Bürgermeister nicht: Auf ein Jahr mehr oder weniger komme es jetzt auch nicht mehr an.

Das zweite größere Projekt, das aufgrund der angespannten Haushaltslage in diesem Jahr nicht vollständig durchgezogen werden kann, ist der geplante Gehweg in Scharling. Weil sich der Gemeinderat letztlich für die kostspieligere Variante mit einem Hochbord entschieden hat (Kostenpunkt: 240 000 Euro), soll die Maßnahme nun in Teilabschnitten erfolgen. „Wir strecken das auf zwei Jahre“, macht Bierschneider deutlich.

In der Sitzung betonte der Bürgermeister aber auch, dass Kreuth 2017 einige Maßnahmen zum Erhalt der Infrastruktur plane. So sind etwa für die Erneuerung von Verschleißdecken auf Gemeindestraßen und Gehwegen 80.000 Euro eingeplant. Als weitere größere Investitionen stehen im Haushalt unter anderem der Breitbandausbau und der Breitband-Masterplan mit 216.000 Euro, die Sanierung des Feuerwehrhauses Kreuth für 118.000 Euro, Brandschutzmaßnahmen an der Schule mit 150.000 Euro sowie die Sanierung von Wohnungen mit 100.000 Euro.

Das verbleibende Defizit will Kreuth mit einer Kreditaufnahme in Höhe von 400.000 Euro und einer Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro kompensieren. Damit ergibt sich ein Schuldenstand zum 31. Dezember 2017 von 2,7 Millionen Euro. „Ich denke, wir gehen hier sehr verantwortungsvoll vor“, meinte der Bürgermeister zum Abschluss des Tagesordnungspunktes. Trotz allem sprach er von einem „guten Haushalt“.

Der Gemeinderat sah es offenbar genauso. Ohne Gegenstimme segneten die Gremiums-Mitglieder das Finanzwerk mitsamt Stellen- und Finanzplan ab.

gab

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