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Grünes Paradies mit Blick auf den Leonhardstein: Conny Hantschel aus Kreuth zeigt die Blütenpracht in ihrem Garten. Neben Dalien gibt es dort 20 verschiedene Rosensorten zu bewundern.

Unsere Serie: Die schönsten Gärten im Landkreis

Mediterraner Garten im winterlangen Kreuth

Kreuth - Conny Hantschel hat sich im angeblich so kalten Kreuth eine südliche Gartenlandschaft geschaffen. Wir waren zu Gast in ihrem grünen Paradies.

Ein Garten wie aus dem Katalog? Designt und strukturiert? Nicht mit Conny Hantschel aus Kreuth. Die 57-Jährige hat sich ein mediterranes Eldorado aus Raritäten, Hinguckern und „Vortäuschern“ geschaffen. Im angeblich so kargen und winterlangen Kreuth – direkt an der Hauptstraße.

Der Garten

Da wo einst der Parkplatz der Kreuther Post war, wo sich die Erde über Jahrzehnte so verdichtet hat, dass man einen Bagger braucht, um einen Busch oder Rosenstock zu setzten, empfängt Hantschel ihre Gartengäste zwischen rosa Hollunder und einem antiken, mit Jasmin bepflanzten Eisenkinderbett. Der Duft der letzten, kleinen weißen Blüten vermischt sich im August zart mit dem der Rosennachblüte zu einem olfaktorischen Hochgenuss, der alle Sinne sensibilisiert.

Beim Hindurchschreiten in den hinteren Garten entdeckt man rot-glühende Himbeeren gegenüber des eindrucksvollen Spalierbaums: „Cox-Orange“, sagt die Hobbygärtnerin bedeutungsvoll. Sie ist gespannt, wie lange es dauert, bis man ihre Idee vom Paradies durchschaut hat: Rosen unterschiedlichster Sorten, von der Teerose über die Bäume erkletternde Ramblerrose, bis hin zur Traubenrose, die üppig vom Rundbogen fließt, der die kleine Sitzecke einschließt. 20 verschiedene Rosenstöcke hat Hantschel – in allen Farben. „Sie sind meine Leidenschaft“, schwärmt sie.

Dazwischen blauer Rittersporn, üppige rote, pinke und weiße Dalien, sogar gelbe Riesendalien mit handballgroßen Blütenköpfen, lila Veilchen, blaue Glockenblumen und Enzian vom Grab des Großvaters, Mohn in allen Farben, pinke und weiße Lilien, ein Zwetschgen- und ein Ginko-Baum, Stachelbeeren, Minze und Rosmarin… Alles steht mediterran redundant beieinander in den Beeten, die den gar nicht mal so großen Garten hufeisenförmig umfassen.

Jeden Quadratmeter gilt es zu erforschen, denn er birgt Überraschungen: Das, was palmenhaft Schatten spendet, ist in Wahrheit eine Korkenzieher-Blattweide mit einem besonderen Schnitt. Der vermeintliche Olivenbaum eine Felsenbirne. „Ich bin bunt und mein Garten ist es auch“, sagt Hantschel schmunzelnd. „Und ich mag es skurril“, sagt sie mit Blick auf die natürlichen „Treibholz-Skulpturen“, die einen spannenden Gegensatz zu der Lieblichkeit der Blumen bilden.

Die Gärtnerin

Seit 12 Jahren wirkt Hantschel hier, hat anfangs schubkarrenweise Bauschutt und Müll aus dem sogenannten Garten gekarrt. Dort wo jetzt der kleine Teich mit den weißen Seerosen ist. Sukzessive hat die Kreutherin ihren Garten erweitert, hat auf Blumenausstellungen oder auch im Baumarkt immer nur das gekauft, was sie angesprochen hat: das Besondere, Außergewöhnliche. Mindestens drei Stunden pro Woche verbringt sie mit der Gartenpflege. „Da muss man einfach dran bleiben“, rät sie.

Der besondere Tipp

Das A und O aber ist die Erde. Jedes Jahr spendiert Hantschel ihren Pflanzen mindestens zwei Kubikmeter „Doping-Erde“. Das sei die wertvolle BUGA-Erde, die sie sich vom Reichersbeurer Wertstoffhof holt. Düngen spart sie sich dadurch. Den Sommerurlaub auch. Den verbringen die Hantschels nämlich am liebsten in ihrem Garten in ihrer arkadischen Sitzecke mit Deckchair: Dazu sorgen abends Gartenfackeln und Lichtkugeln für Stimmung und Entspannun.

Zu dieser Serie

Sommerzeit ist Gartenzeit. Wer ein grünes Paradies sein Eigen nennt, braucht oft gar nicht in den Urlaub fahren. In unserer kleinen Serie schauen wir begeisterten Hobby-Gärtnern im Landkreis über die Schulter.

Alexandra Korimorth

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