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Eine lange Schlange bildet sich an schönen Ausflugstagen regelmäßig vor Siebenhütten in Kreuth. Gedrängel gibt es aber kaum, sagt der Wirt. 

Trotz gewaltigem Andrang

Siebenhütten-Wirt lobt Gäste: „Die Leute sind unheimlich diszipliniert“

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Die Almwirtschaft Siebenhütten gehört wohl zu den beliebtesten Wanderzielen für Familien am Tegernsee. Der Andrang zu Corona-Zeiten ist groß. Jetzt lobt der Wirt die Disziplin der Gäste.

Kreuth – Eines war Josef Bogner sonnenklar, als die Almen und Berghütten am Tegernsee im Mai dank erster Corona-Lockerungen ihre Pforten endlich öffnen durften: Der Andrang würde gewaltig sein. Deshalb war der Rottacher Gastronom und Betreiber des Ausflugsziels Siebenhütten in Wildbad Kreuth am Anfang zögerlich. Essen und Getränke wurden an der Alm nur zum Mitnehmen angeboten, am Sonntag – dem ausflugsstärksten Tag – wollte die Familie Bogner erst einmal gar nicht öffnen.

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„Wir dachten, wir können den Andrang vielleicht nicht beherrschen“, erklärt Josef Bogner. Doch nun ist klar: „Das Gegenteil ist der Fall.“ Längst haben die Bogners in Siebenhütten wieder Tische aufgestellt, es ist an sieben Tagen die Woche geöffnet.

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Auch bei großem Andrang seien die Gäste unheimlich diszipliniert, berichtet Bogner, dessen Familie in Rottach-Egern auch den Voitlhof zum Zotzn betreibt. „Es ist unglaublich, die Leute warten auch schon mal eine Stunde auf ihr Essen“, berichtet der Wirt. In Siebenhütten ist Selbstbedienung angesagt, die Wanderer müssen sich in Reih und Glied anstellen. „Wir sind stolz, dass wir das im Griff haben“, sagt Bogner über die Bewirtung in Zeiten von Corona. 160 bis 180 Sitzplätze gibt es normalerweise in Siebenhütten, derzeit ist es etwa die Hälfte.

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An schönen Ausflugstagen war der Ansturm auf die Wanderziele im Tegernseer Tal zuletzt riesig. Die Parkplätze waren regelmäßig überfüllt. Angesichts der bevorstehenden Sommerferien-Saison wird sich die Lage wohl noch zuspitzen. „Wir bräuchten einfach mehr Ausflugsziele“, glaubt Bogner. In den vergangenen Jahren hätten etliche beliebte Gaststätten und Berghütten ihre Schotten dicht gemacht, bedauert der Gastronom. „Wir bräuchten hier 15 bis 20 Top-Ziele“, meint er. „Dann würden sich die Besucher wieder besser verteilen.“

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